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Symposium zum Thema Nachhaltigkeit in der Regionalentwicklung

Mitte September fand an der Universität der Bundeswehr München ein Symposium zum Thema Nachhaltigkeit in der Regionalentwicklung in Europa statt. Internationale Experten diskutierten einen Tag lang über aktuelle regionalökonomische Probleme und erörterten Lösungsansätze.
Symposium zum Thema Nachhaltigkeit in der Regionalentwicklung

Intensiver Wettbewerb um Einwohner, Fachkräfte und Unternehmen in Europa

Im Rahmen des Symposiums der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften wurde aufgezeigt, dass sich viele Länder, Regionen und Städte in Europa ernsten Herausforderungen gegenübersehen: langfristige strukturelle Probleme als Folge der demographischen Entwicklung ebenso wie regionalpolitische Herausforderungen durch die Energiewende.

Obwohl einige Regionen von diesen Herausforderungen in nur geringerem Ausmaß als andere betroffen sind, besteht oftmals doch schon erheblicher Handlungsbedarf. Dadurch kommt es zu einer Verschärfung der regionalen Verschiedenheiten, der nur mit einer nachhaltigen regionalen Entwicklung begegnet werden kann.

Ökonomisches Wachstum bei demographischem Wandel

Europäische Städte sehen sich einem intensivierten Wettbewerb um Einwohner, Fachkräfte und Unternehmen gegenüber. Dieser Aspekt wurde während des Symposiums aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. Prof. Chang-Woon Nam (ifo Institut) erläuterte am Beispiel ausgewählter Städte Ostdeutschlands und des Ruhrgebiets, dass der Bevölkerungsrückgang nicht zwangsläufig ökonomisches Wachstum verhindert. Prof. Dr. Daniela Constantin (Universität Bukarest) konnte demgegenüber den wirtschaftlichen Erfolg der rumänischen Metropolregion Bukarest aufzeigen, die in Osteuropa in vielen Bereichen mittlerweile einen Spitzenplatz einnimmt und Zielregion weltweiter Investitionen geworden ist. Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Friedrich (Universität Tartu) schilderte in seinem Vortrag eindrucksvoll, wie estnische und deutsche Regionen versuchen, Einwohner anzuziehen. Dabei zeigte er vor allem auf, dass sich viele Ansätze bislang nur auf die Attraktion von Investitionen konzentrieren und dabei das eigentlich Ziel – die Gewinnung von Einwohnern – vernachlässigen.

Regionalökonomische Implikationen der deutschen Energiewende

Deutsche Regionen sehen sich zurzeit in erheblichem Maße mit den Implikationen der Energiewende konfrontiert. In diesem Zusammenhang legte Dr. Tilmann Rave (ifo Institut) in seinem Vortrag über die regionale Verteilung von Windkraftanlagen in Deutschland eindrucksvoll dar, dass der politische Wille zur Energiewende in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Prof. Dr. Axel Schaffer (Universität der Bundeswehr München) schilderte schließlich, welche zunehmende Bedeutung die erneuerbaren Energien für die bayrischen Regionen und die hier ansässigen Landwirte erlangen und warum diese dadurch vermehrt als Energiewirte agieren.

Das Symposium wurde von Dr. Alina Schoenberg und Dr. Florian Bartholomae (Universität der Bundeswehr München, Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften) veranstaltet und erstmalig durchgeführt. Es soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

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