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Internationale Satellitennavigationskonferenz in der Münchner Residenz

Mitte März fand der Munich Satellite Navigation Summit in München statt. Die Präsidentin der Universität, Frau Prof. Merith Niehuss und der Organisator der Veranstaltung, Prof. Bernd Eissfeller eröffneten die Konferenz in der Allerheiligen-Hofkirche.
Internationale Satellitennavigationskonferenz in der Münchner Residenz

Prof. Bernd Eissfeller (1.v.l.), Präsidentin Prof. Merith Niehuss (3.v.l.) und namhafte Persönlichkeiten aus der Luft- und Raumfahrt

Der Munich Satellite Navigation Summit ist ein internationaler Fachkongress im Bereich der Satellitennavigation, der in diesem Jahr bereits zum 14. Mal federführend von dem Institute of Space Technology and Space Applications (ISTA) der Universität der Bundeswehr München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Ministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie organisiert wurde.

Die Konferenz richtet sich an das mittlere und gehobene Management. Rund 420 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 23 Nationen kamen in diesem Jahr wieder nach München. Das Motto „GNSS - Is it time for backup?“ stellte diesmal unter anderem die Frage in den Raum, wie alternative Navigationslösungen die Stabilität von globalen Satellitennavigationssystemen unterstützen können.

Feierliche Eröffnung in historischen Mauern

Das offizielle Programm der dreitägigen Konferenz begann am 14. März 2017 in der Allerheiligen-Hofkirche. Nach den Begrüßungsworten von Prof. Eissfeller und Präsidentin Prof. Niehuss, betonte die Stellvertretende Bayerische Ministerpräsidentin und Bayerische Wirtschaftsministerin, Ilse Aigner per Videobotschaft die Bedeutung der Konferenz als eine der wichtigsten Veranstaltungen der Satellitennavigation weltweit. Sie hob hervor, dass die Satellitennavigation mit der Erklärung der „Galileo Initial Services“ auch für die Wirtschaft eine wesentliche Rolle spiele.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung widmeten sich geladene Vertreter von Regierungen und Institutionen dem Thema „Satellite Navigation in a changing political and technical environment“. Unter der Moderation von Claus Kruesken, Redakteur und Moderator des Bayerischen Rundfunks, stellten sich namhafte Persönlichkeiten aus der Luft- und Raumfahrt den Fragen zu Entwicklungen der Satellitennavigation im vergangenen Jahr. An der Podiumsdiskussion nahmen Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), Pierre Delsaux, Stellvertretender Generaldirektor für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (DG Growth) bei der Europäischen Kommission, David Comby, French Interministerial Coordinator Delegate for the European GNSS Programmes (Paris), Harold Martin, Director National Coordination Office for Space-Based Positioning, Navigation and Timing (Washington DC), Dr. Xiaochun Lu, Researcher, National Time Service Center, Chinese Academy of Sciences (Xi'an), Carlo des Dorides, Executive Director, GSA (Prag) und Prof. Dr. Hansjoerg Dittus, Executive Board Member for Space Research and Technology, DLR (Köln) teil.

Nachdem der Ausfall von Uhren an Bord mehrerer Galileo-Satelliten im Vorfeld der Veranstaltung für Diskussionen gesorgt hatte, machten die europäischen Vertreter deutlich, dass dies kein fundamentales Problem darstelle und die Funktion der betroffenen Satelliten deswegen nicht eingeschränkt sei. Grundsätzlich betonte Pierre Delsaux dass es wichtig sei, auch die Erfolge von Galileo nicht aus den Augen zu verlieren. Angesichts der komplexen Technologie von Satelliten sollte Europa stolz darauf sein, dass sich derzeit bereits 18 funktionstüchtige Satelliten im Orbit befinden. Nach wie vor sei es das Ziel, im Jahr 2020 das voll betriebsfähige System zur Verfügung zu stellen.

Drei Konferenztage mit vielen Highlights

Das Programm bot eine Vielfalt an aktuellen Themen. Nach den allgemeinen Podiumsdiskussionen zum europäischen Satellitennavigationssystem Galileo und den internationalen Systemen (GPS, BeiDou, GLONASS), stand zunächst das übergreifende Motto der Konferenz „GNSS – Is it time for backup?“ im Mittelpunkt. In der gleichnamigen Diskussionsrunde erörterten die Redner, wie globale Satellitennavigationssysteme im Falle einer Störung durch alternative terrestrische Systeme zur Positions- und Zeitbestimmung ergänzt werden können. Der Moderator der Runde, Dana Goward, Präsident der Resilient Navigation & Timing Foundation, erklärte, dass es bei einem Backup nicht um die einzelnen Systeme, sondern um den Aufbau einer komplementären und resilienten Architektur gehe. Dominic Hayes von der Europäischen Kommission betonte, dass sich Europa nicht auf eine bestimmte Navigationslösung festlege, sondern vielmehr verschiedene Möglichkeiten einbezogen werden sollen.

Auch die zweite Generation des Galileo-Systems stand auf dem Programm. Prof. Vidal Ashkenazi, CEO von Nottingham Scientific Ltd, diskutierte unter anderem mit Vertretern der ESA, der Europäischen Kommission sowie der OHB System AG, was in Bezug auf Stabilität, Genauigkeit und Integrität für die neue Generation des Systems wichtig sei. Daraufhin standen Diskussionsrunden zum Such- und Rettungsdienst (SAR) mit Galileo sowie dem aktuellen Stand des Galileo Public Regulated Service (PRS) auf dem Programm. Bei letzterem handelt es sich um einen Dienst mit verschlüsselten Signalen, der nur für autorisierte Nutzer zugänglich sein wird und beispielsweise für Behörden mit hohen Sicherheitsanforderungen nützlich sein könnte.

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