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Girls‘ Day 2017: Die Kraft des Wassers

26 Schülerinnen ab 15 Jahren nahmen am diesjährigen Girls’ Day der Universität der Bundeswehr München teil und informierten sich vor Ort über die Studien- und Karrieremöglichkeiten in technischen Berufen.
Girls‘ Day 2017: Die Kraft des Wassers

Hauptmann Eric Rademacher erklärt den Teilnehmerinnen ein Stauwehr im Modell

Am Girls’ Day beteiligen sich jedes Jahr deutschlandweit Unternehmen, Betriebe und Hochschulen. Der Aktionstag soll Schülerinnen ab der fünften Klasse Einblicke in Berufe gewähren, in denen Frauen tendenziell eher unterrepräsentiert sind. Am 27. April öffnete die Universität der Bundeswehr München wissbegierigen Schülerinnen wieder die Tore und stellte den 26 Teilnehmerinnen aus dem Großraum München das umfangreiche Angebot in den MINT-Fächern (Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften, Technik) vor.

 

Die Vorteile einer Campusuniversität

Die zivile Gleichstellungsbeauftragte Pamela Koch begrüßte die Teilnehmerinnen herzlich und freute sich über das große Interesse an einem Studium an der Universität. Von den 2.800 Studierenden an der Bundeswehruniversität seien momentan nur 400 Frauen. Sie ermutigte die Schülerinnen, ihre Stärken weiter zu verfolgen und keine Angst vor Führungspositionen zu haben. Zwei Mitarbeiter der Präsidialabteilung stellten die Universität mit all ihren Vorteilen vor. Von der Stube bis zum Hörsaal sind es nur wenige Meter, das Studium in Kleingruppen ermöglicht ein sehr gutes Betreuungsverhältnis. Zudem profitieren die Studierenden von dem umfassenden Sportangebot auf dem Campus – von Kampfsport über Krafttraining bis hin zu Tanzkursen ist für jeden etwas dabei.

Unterschätzte Flüssigkeiten

Im Wasserbau-Labor legten die Schülerinnen dann selbst Hand an. Das von Prof. Andreas Malcharek geleitete Institut für Wasserwesen bietet imposante Anlagen: Hier stellen die Forscher unter anderem Hochwasser im Kleinformat nach. An verschiedenen Stationen lernten die jungen Besucherinnen die Eigenschaften von Flüssigkeiten kennen und informierten sich über ein Ingenieursstudium an der Universität. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts berichteten von ihrer Arbeit und standen für Fragen zur Verfügung. An der ersten Station merkten sich die Schülerinnen gleich das erste Fachwort, das auch bei den anderen Experimenten immer wieder gefragt war: Viskosität. So beschäftigten sie sich zum Beispiel mit der Frage, was zähflüssiger ist: Olivenöl, Milch, Benzin oder Wasser. Ein Gemisch erntete besonders viel Aufmerksamkeit: Angereichert mit Wasser wird Maisstärke zu „Oobleck“: Berührten die Schülerinnen die Mixtur vorsichtig mit dem Finger, verhielt sie sich wie eine cremige Substanz. Übten sie Kraft aus, wurde die Flüssigkeit immer härter. In einem Video demonstrierten die Mitarbeiter des Instituts mit einer Wanne voll Oobleck, dass diese sogar ganz fest wird, wenn jemand darüber läuft. Anhand von Sedimenten und Schlamm auf dem Boden von Gewässern können die Wissenschaftler eine Prognose darüber treffen, wo das nächste Hochwasser stattfinden könnte. Als der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Chmiel den in einer Box gesammelten Schlick in die Runde reichte, erntete er das ein oder andere amüsierte Naserümpfen. „Hochwasser ist kein Trinkwasser“, erfuhren die Mädchen auch an der nächsten Station. „Wasser kann wirklich große Kraft haben“, erklärte der Ingenieur Sebastian Müller. Im Hochwassermodell werden die Miniaturautos schnell aufgeschwemmt. Bald sind die Straßen nicht mehr zu sehen. Dabei nimmt das Wasser natürlich auch jede Menge Dreck und Keime mit. Was eine Masse an Wasser bewirken kann, zeigte Hauptmann Eric Rademacher an der dritten Station: Einem Mini-Stauwehr. Schon mit drei bis vier Liter pro Sekunde füllte sich das Becken stetig sprudelnd. Etwa 10.000 Liter Wasser pro Sekunde fließt bei Niedrigwasser in der Isar – eine ungemeine Kraft. Beim Baden sollte man Stauwehre meiden, rät er. Hier entstünden oft nicht einschätzbare, gefährliche Strömungen.

Nach einer gemeinsamen Stärkung in der Mensa nahmen sich zwei Studentinnen noch Zeit für die Schülerinnen und zeigten ihnen trotz des Regenwetters den Campus. So erhielten die Teilnehmerinnen des diesjährigen Girls‘ Day viele Einblicke in das Studium und Leben an der Universität und nutzten die Gelegenheit, sich eine Stube anzuschauen.

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