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Gemeinsam durchstarten

Die Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik beleuchtet in ihrem Forschungskolloquium nicht nur aktuelle Entwicklungen und Innovationen, sondern blickt auch auf ihre Historie zurück und stellt ihre zukunftsfähigen Forschungsnetzwerke vor.
Gemeinsam durchstarten

Die Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik wirft einen Blick auf Gegenwart und Zukunft

Die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Merith Niehuss fand in ihrem Grußwort zum Forschungskolloquium „Luft- und Raumfahrt: Innovation und Verantwortung“ der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik nur lobende Worte: „Das ist die forschungsstärkste Fakultät unserer Universität mit sehr hohen Drittmitteleinnahmen“. Einige Bereiche, etwa die Weltraumnutzung und Raumfahrttechnik, hob sie hervor: Dies sei ein besonders starkes Forschungsgebiet, das in den vergangenen Jahren auch aufgewertet wurde. Die Fakultät brauche den nationalen wie internationalen Vergleich mit anderen Forschungseinrichtungen nicht zu scheuen. Der Dekan der Fakultät Prof. Alexander Lion betonte ebenfalls die Leistungsstärke der Fakultät in Forschung und Ausbildung und lobte die hervorragende Laborausstattung, die den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Neubiberg zur Verfügung steht. „Davon können andere Fakultäten nur träumen.“

Weichen richtig gestellt

Dass die Bedingungen nicht immer so traumhaft waren, machte der Vortrag von Prof. Bernd Häusler, exzellenter Emeritus der Universität der Bundeswehr München und langjähriger Professor an der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik, deutlich. „Es war nichts da“, umschrieb er die Anfangsjahre der Fakultät, „keine Labore, keine Kopierer, keine Rechner“. Der Lehrbetrieb wurde mehrheitlich über Lehraufträge in den Räumen der Stettenkaserne abgewickelt. Dem Engagement der „Professoren der 1. Stunde“ sei es zu verdanken, dass die Weichen in dieser schwierigen, aber wichtigen Anfangsphase richtig gestellt wurden und die Fakultät heute so gut dasteht. Die Fakultät habe die „Berufungswelle“ der letzten Jahre überstanden und den Generationenwechsel erfolgreich gestaltet. Auch habe sich die Fakultät in den vergangenen Jahren sowohl universitätsintern wie -extern vernetzt. Die Fakultät ist an Forschungs- und Kompetenzzentren sowie an der gemeinsamen Fakultät der Münchner Hochschulen „Munich Aerospace“ und dem Ludwig-Bölkow-Campus Ottobrunn beteiligt. „Forschung geschieht immer mehr im Verbund“, so Prof. Häuslers Blick in Gegenwart und Zukunft.

Nicht nur Invention, auch Innovation

Das Forschungskolloquium gestalteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultät sowie der Fakultät auf besondere Weise verbundene Persönlichkeiten. So hielt Dr. Richard Schwane von der ESA einen Vortrag über „Europäische Launch Aktivitäten“. Prof. Günter Kappler, Emeritus der TU München und Ehrendoktor der Fakultät, sprach über „Neue Verantwortlichkeiten für Innovationen der global agierenden Luftfahrtindustrie“. Er ging auf die Struktur der global agierenden Luft- und Raumfahrtindustrie und die Rolle Deutschlands ein. Zu seinem Bedauern gibt es keine deutsche „Weltfirma“ mehr, die eine führende Rolle einnehmen könnte. Sogenannte „Gesamtsystemführer“ bestimmen den Markt, die deutsche Industrie ist zu einer Zulieferindustrie ohne direkten Kundenkontakt und mit großer Abhängigkeit von der Politik geworden. Deutsche Wissenschaftler und Firmen leisteten zwar, gefördert von staatlichen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen, Inventionen – Erfindungen. Aber künftig müsse es besser gelingen, aus Invention auch nachhaltige Innovation zu schaffen, d.h. eine Entwicklung selbst bis zur Marktreife voranzutreiben und die Technologie zu vermarkten. Von der Politik wünscht er sich mehr Unterstützung für die Luft- und Raumfahrtindustrie, u.a. durch eine klare Strategie in der Verteidigungspolitik, gezielte Investitionen und mehr Durchsetzungskraft bei Europäischen Luft- und Raumfahrtprojekten. Dies sei entscheidend, damit die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie im globalen Wettbewerb nicht mehr und mehr an Bedeutung verliert und Deutschland an „vorderster Front“ bleibt, was Wissenschaft und Forschung im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik anbelangt.

Einblicke in weitere innovative Bereiche der Luft- und Raumfahrt gaben die Vorträge von Professorinnen und Professoren der Universität der Bundeswehr München beispielsweise zu den Themen „Systemintegration komplexer technischer Systeme“ oder „Kooperative Mensch-Maschinen-Aufgabenteilung“.

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