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Fahrkarte für die Führungsposition

Am 9. Dezember 2017 sind mehr als 240 Absolventinnen und Absolventen an die Universität zurückgekehrt. Mit Freunden, Familie, ehemaligen militärischen Vorgesetzten, Professorinnen und Professoren feierten sie ihren Masterabschluss.
Fahrkarte für die Führungsposition

Absolventinnen und Absolventen stoßen mit ihren Angehörigen auf die Zukunft an

Vier Jahre harte Arbeit sind in Prüfungen, Praktika und wissenschaftliche Arbeiten geflossen: Der Abschlussjahrgang 2017 kehrte kurz vor Weihnachten an die Universität zurück, um mit ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen auf die Erfolge anzustoßen und die Masterurkunden entgegenzunehmen. Seit September sind die Absolventinnen und Absolventen, die im Herbsttrimester 2013 ihr Studium an der Universität begannen, wieder in ihrer militärischen Truppeneinheit eingesetzt.

 

Studium als unerlässlicher Bestandteil der Offizierausbildung

Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Campus-Kirche startete die Universitätsfeier im Audimax. Die Masterzeugnisse wurden im Rahmen der anschließenden Fakultätsfeiern überreicht. Mit musikalischen Evergreens begeisterte die Big Band „At ease“ die mehr als 800 Gäste. Die Präsidentin und der Leiter des Studierendenbereichs gratulierten den Absolventinnen und Absolventen herzlich. „Seien Sie stolz auf Ihren Abschluss“, sagte Prof. Merith Niehuss. Damit seien die Soldatinnen und Soldatinnen nun auch Akademikerinnen und Akademiker. „Das Studium ist die Fahrkarte in eine Führungsposition und Sie sitzen jetzt in diesem Zug“, so die Präsidentin. Neben ihrem komprimierten und anspruchsvollen Fachstudium hätten die Absolventinnen und Absolventen auch zahlreiche Soft Skills erworben. Oberst Adelmann betonte die wichtige Rolle des Studiums in der Offizierausbildung. „Tatsächlich wurde noch keine infanteristische Ausbildung durch allgemeine Bildung behindert oder verschlechtert“, bemerkte er schmunzelnd. Vielmehr habe der erweiterte Horizont militärische Führung vielfältiger, flexibler und erfolgreicher gemacht.

Mehr als 20 Förderpreise

21 Absolventinnen und Absolventen wurden für ihre Masterarbeiten ausgezeichnet. Der Vizepräsident für Forschung der Universität, Prof. Karl-Christian Thienel, überreichte ihnen die verdienten Preise, die unter anderem von Firmen wie Airbus oder IABG oder dem Freundeskreis der Universität gestiftet wurden. Janosch Klein, Absolvent des Studiengangs Informatik, gewann einen der drei Studienpreise der Gemeinde Neubiberg. In Zeiten steigender Cyber-Angriffe ist Kleins Arbeit über eine sichere und vertrauliche Kommunikation vernetzter Geräte z.B. in Smart Homes hochaktuell. Erstmalig wurden die Auszeichnung „Studieren mit Kind“ sowie der Goderbauer-Marchner-Gedächtnispreis verliehen. Den der 2016 verstorbenen Professorin für Print- und Onlinejournalismus Gabriele Goderbauer-Marchner gewidmeten Preis erhielten zwei ihrer ehemaligen Studierenden.

Auszeichnung für Studierende mit Kind

Mit einem Preisgeld von 500 Euro wurde die Auszeichnung „Studieren mit Kind“ von der zivilen und militärischen Gleichstellungsstelle und dem Freundeskreis der Universität ausgeschrieben. „Windeln und Wissenschaft – geht das zusammen?“, fragte Prof. Thienel. Für die beiden Leutnante Janne Hahn und Christopher Rudi Hohenberg ist die Antwort klar: Trotz der fordernden Kinderbetreuung schafften sie es, ihr Intensivstudium mit einer Note von besser als 2,0 abzuschließen. Hahn setzte direkt nach dem Mutterschutz ihr Studium der „Bildungswissenschaft“ fort. Ihr gutes Zeitmanagement, Organisationstalent und ihre Ausdauer erlaubten es ihr, die Betreuung ihres nun knapp dreijährigen Sohnes Xavers hauptsächlich selbst zu übernehmen. Nur während der Vorlesungszeiten nahm die Soldatin des Heeres eine Tagesmutter in Anspruch. Die Diagnose einer gestauten Doppelniere bei seiner mittlerweile einjährigen Tochter Martha stellte Hohenberg vor einige Herausforderungen. Der Marineoffizier teilte sein Studium „Computer Aided Engineering“ so ein, dass er viele Arztbesuche wahrnehmen konnte. Für die Masterarbeit zog die Familie zurück nach Rostock zu ihrer Verwandtschaft, die bei der Kinderbetreuung unterstützte. Nach der erfolgreichen Operation seiner Tochter nahm Hohenberg auf der Masterfeier sein Abschlusszeugnis entgegen.

„Seien wir geistige Impulsgeber“

Von Seiten des Abschlussjahrgangs ließ Leutnant Maximilian Bertinchamp das Studium Revue passieren. Mit einem Schlag seien vier Jahre vorbei „– in Regelstudienzeit, aber in Wahrheit in Rekordzeit“, sagte das ehemalige Mitglied des Studentischen Konvents. Die im Studium erworbenen Fähig- und Fertigkeiten des wissenschaftlichen Arbeiten und Denkens würden den Absolventinnen und Absolventen bei ihrer militärischen Dienstpflicht helfen. Am Studium vermisse er aber auch die Freiheit, sich morgens noch einmal umzudrehen und die Vorlesung sein zu lassen, sagte er lachend. „Stellen wir uns als Offiziere, als Akademiker, den zukünftigen Herausforderungen durch aktives Handeln und gestalten wir damit nicht nur die Streitkräfte, sondern auch die Gesellschaft engagiert mit. Seien wir geistige Impulsgeber“, appellierte er an seine ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Er dankte den Familien und Partnern für die kontinuierliche Unterstützung im Studium und bezeichnete den Campus, auf dem viele enge Freundschaften entstanden sind, als ein Stück Heimat.

Vorweihnachtlicher Ausklang

Dass Maximilian Bertinchamp mit seiner Ansprache seinen früheren Mitstudierenden aus der Seele sprach, zeigte sich auf dem Empfang, der noch einmal Gelegenheit zum Austausch bot. Leutnant Lukas Tylewski zum Beispiel schätzte an der Universität insbesondere die Kameradschaft zwischen den Teilstreitkräften. Bei weihnachtlicher Atmosphäre, Fingerfood, Getränken und Erinnerungsfotos ließen die Absolventinnen und Absolventen den Tag ausklingen. Und sie sind nicht aus der Welt: Über den Alumni und Career Service bleiben die Ehemaligen der Universität auch nach dem Studium verbunden.

Impressionen von der Masterfeier 2017


 

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