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Erfolgreich digitalisiert

Insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen nutzen die Vorteile einer digitalen Arbeitswelt bisher nur zögerlich. Professor Stephan Kaiser und sein Team von der Universität der Bundeswehr München möchten Firmen Methoden für eine sinnvolle und zukunftsfähige Umsetzung an die Hand geben.

„Unternehmen mangelt es bislang an etablierten Methoden, mit deren Hilfe der digitale Wandel aktiv und zielführend gestaltet werden kann“, so Kaiser, Professor für Personalmanagement und Organisation. Dies sei eine der Hauptursachen für die Zurückhaltung bei der Digitalisierung der Arbeitswelt. Um dieses Problem anzugehen, haben sich die Universität der Bundeswehr München, die Hochschule Reutlingen, das RKW-Bayern e.V. und die AOK Baden-Württemberg in einem Verbundprojekt mit dem Titel „Indiziert. Transformiert. Digitalisiert. Instrumente für den erfolgreichen Wandel ins Arbeiten 4.0“ (DigiTraIn 4.0) zusammengeschlossen. Ziel ist es, neuartige Konzepte und zukunftsfähige Instrumente für Unternehmen zu entwickeln, diese zu testen und auszuwerten. Dafür untersuchen die Projektpartner in den nächsten drei Jahren die Chancen und Risiken verschiedener Bereiche der Arbeitswelt. Das Team um Prof. Kaiser hat dabei die Organisation als Ganzes im Visier. Es beschäftigt sich beispielsweise damit, welche Arbeitsprozesse für eine Digitalisierung in Frage kämen und wie Unternehmen diese durch Veränderungsmanagement umsetzen können.

Entwicklung von vier Hauptinstrumenten

In einem ersten Schritt entwickeln die Projektpartner einen sogenannten „Digitalisierungsatlas“. Dieser dient dazu, die von der Digitalisierung der Arbeitswelt besonders betroffenen Dimensionen festzustellen. Der Atlas soll Unternehmen helfen, interdisziplinäre Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt im Hinblick auf ihre eigene Organisation zu bewerten. Darauf aufbauend entwickeln die Projektbeteiligten mit dem „Digitalisierungsindex“ ein neuartiges, wissenschaftliches Bewertungsinstrument. Dieser soll Unternehmen in die Lage versetzen, ihren individuellen Digitalisierungsgrad zu bestimmen und daraus Entwicklungsziele für die digitale Transformation abzuleiten („Digitalisierungskompass“). Am Ende des Prozesses sollen kleine und mittelständische Unternehmen dazu befähigt werden, vor dem Hintergrund ihrer unternehmensspezifischen Rahmenbedingungen konkrete Maßnahmen zielgerichtet umzusetzen und neue Arbeitspraktiken einzuführen („Transformationsagenda“).

Wichtig sei für ein erfolgreiches Veränderungsmanagement, sich nicht nur auf die rein technologische Komponente zu stützen, sondern die Digitalisierung ganzheitlich zu betrachten und zudem organisations- und mitarbeiterbezogene Dimensionen zu berücksichtigen. „Auch mögliche Risiken der Digitalisierung für Unternehmen und deren Mitarbeiter sollten in den Blick genommen werden“, betont Prof. Kaiser. Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

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