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Erfolg für selbstfahrendes Auto

Das selbstfahrende Auto der Universität der Bundeswehr München, das “MuCAR-3", lässt die Konkurrenz hinter sich und gewinnt den Wettbewerb „Autonomous Navigation" bei der Eurathlon 2013 in Berchtesgaden.
Erfolg für selbstfahrendes Auto

Das Gewinnerauto "MuCar-3" bei der Eurathlon in Berchtesgaden

MuCAR-3 international erfolgreich
Die Eurathlon ist ein neuer Roboterwettbewerb, der von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Atomkatastrophe von Fukushima, die technische Entwicklung von autonomen Systemen zu Land, zu Wasser und in der Luft für zivile Hilfsmaßnahmen zu forcieren. Das “MuCAR-3" auf Basis eines handelsüblichen VW Touareg ist ein Projekt von Prof. Hans-Joachim Wünsche und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern. Prof. Wünsche leitet an der Universität der Bundeswehr München das Institut für „Technik autonomer Systeme“. Bereits in der Vergangenheit konnte das selbstfahrende Auto in zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben seine autonomen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Unter den Teilnehmern des Wettbewerbs  „Autonomous Navigation" waren in diesem Jahr so renommierte Institute wie das CNRS aus Frankreich (Roboter RIS), die ETH Zürich (Roboter Artor), Fraunhofer FKIE (Roboter Garm) sowie ein Team aus Russland (NAMT).

Anspruchsvolle Wettkampfstrecke
Bei der Wettkampfstrecke handelte es sich um einen Forst- und Wanderweg in Berchtesgaden, der von der Nordseite hoch zum Kehlsteinhaus führte. Steile Abhänge, enge Passagen und zum Teil starke Vegetation machten die Navigation anspruchsvoll. An manchen Passagen war der Weg nur ein paar Zentimeter breiter als das Fahrzeug, was nicht nur hohe Anforderungen an die autonome Wahrnehmung und Navigation des selbstfahrenden Autos stellte, sondern auch an den Mut und die Reaktionsschnelligkeit des hinter dem Steuer aufpassenden Sicherheitsfahrers Dennis Faßbender, einem der Doktoranden des Instituts, der mit derzeit zehn Kollegen die Software für das Fahrzeug entwickelt.

Schwerpunkt auf der sensorischen Wahrnehmung
Der hinter den Erfolgen des Teams um Prof. Wünsche stehende Ansatz stützt sich dabei - im Gegensatz zu den gängigen, weltweit verfolgten Ansätzen - wesentlich stärker auf die sensorische Wahrnehmung als auf Kartenwissen und GPS-Informationen. Denn in vielen Gebieten, z.B. in bergigen Waldgegenden, aber auch in innerstädtischen Häuserschluchten sind GPS-Informationen durch Reflektionen und Signalabschwächungen oft sehr fehlerbehaftet. „Die automatische Wahrnehmung eines Waldweges über Videokameras bei schlechter Beleuchtung oder auch über Laserscanner ist wesentlich anspruchsvoller als ein bloßer Vergleich von GPS-Informationen mit einer bekannten (aber ungenauen) Karte", erklärt Prof. Wünsche.

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