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Einmal kurz die Welt retten

In einer Simulation der Vereinigten Nationen erproben sich 60 Studierende als Nachwuchs-Diplomaten. Die Konferenz „SecMUN 2014“ (Security Model United Nations) stellt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei eine echte Herkules-Aufgabe: Lösungen zu finden für die drängendsten Probleme der Weltpolitik.
Einmal kurz die Welt retten

Die Konferenzteilnehmer/-innen bei ihrer Arbeit.

Unter dem Titel „Model United Nations“ (MUN) simulieren junge Menschen auf der ganzen Welt Sitzungen verschiedener Gremien der Vereinten Nationen (VN). Seit ein paar Jahren hat sich auch an der hiesigen Universität der Bundeswehr München um Dr. Konstantinos Tsetsos, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Politik, eine MUN-Gemeinde geschart. Seitdem wurde regelmäßig diplomatische Theorie gepaukt – von VN-Geschichte über internationales Recht und diplomatische Ausdrucksweisen bis hin zu Verhandlungstaktiken. All dies galt es später  in der Praxis internationaler Konferenzen umzusetzen – mit Erfolg: Langsam aber stetig etablierte man sich in der MUN-Szene. Im vergangenen März durften die Studierenden gar die Veto-Macht des Vereinigten Königreichs bei der weltweit renommiertesten VN-Simulation in New York vertreten. Drei heiß begehrte Auszeichnungen wurden dabei mit nach Neubiberg gebracht. Vorläufiger Höhepunkt der diplomatischen Erfolgsgeschichte: Am ersten Dezemberwochenende wurde unter der Leitung von Leutnant Hauke Meier und Leutnant Mark Härtel mit der „SecMUN 2014“ auf dem Neubiberger Campus die erste eigene MUN-Konferenz in einem größeren Rahmen veranstaltet. Dafür konnte auch eine Delegation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gewonnen werden.

In die Rollen von Top-Diplomaten fremder Länder schlüpfen

Im Rahmen der Konferenz wurde der UNO-Kosmos von Freitag bis Sonntag in Sitzungen der Kommission für Friedenskonsolidierung, des Menschenrechtsrats und des Sicherheitsrats simuliert – und den 60 Teilnehmern einiges abverlangt. So galt es feinsten Diplomaten-Zwirn überzustreifen und die private Weltanschauung abzulegen. Die Delegierten schlüpften in die Rollen von Top-Diplomaten fremder Länder und vertraten deren politische Interessen. Ziel des Ganzen: „Einmal kurz die Welt retten“. Oder etwas differenzierter: Lösungen für die großen Probleme der internationalen Gemeinschaft suchen und diese in bindenden Dokumenten – sprich: Resolutionen – festhalten. Die Tatsache, dass hierbei Englisch als Arbeitssprache für alle Reden, Verhandlungen und Resolutionen galt, erhöhte die Schwierigkeit des Unterfangens zusätzlich.

Ein fruchtbarer Austausch

Es sind gerade die dabei trainierten fremdsprachlichen Kompetenzen, die  für die Studierenden in der späteren Karriere zentral sein könnten, betonte der Leiter Studentenbereich, Oberst Detlev Adelmann, in seiner Begrüßungsrede. Dass die simulierte Arbeit in den UN-Gremien auch den politischen Horizont erweitern kann, führte indes Oliver Burger, MUN-Projektleiter an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, aus: „Bei Konferenzen wie dieser kann man die Grenzen, vor allem aber auch die Möglichkeiten der internationalen Diplomatie kennen lernen. Ganz nebenbei eröffnete die „SecMUN“ noch eine ganz andere Möglichkeit: die des Dialogs zwischen studierenden Offizieren und zivilen Studierenden. „Dieser Austausch ist für beide Seiten fruchtbar, denn er eröffnet spannende neue Perspektiven, nicht nur bezogen auf die Politik“, so Leutnant Hauke Meier.

 

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