CI-Element wave

Ehemaliger deutscher Botschafter besucht Universität

Der ehemalige deutsche Botschafter in Moskau, Dr. Ernst-Jörg von Studnitz besucht die Universität der Bundeswehr München und spricht vor mehr als 150 Studierenden und Gästen zum Thema "Europa in der Krise um die Ukraine".
Ehemaliger deutscher Botschafter besucht Universität

Präsidentin Prof. Merith Niehuss, Dr. Ernst-Jörg von Studnitz, Prof. Manuela Pietraß (v.l.n.r.)

Zu Beginn seines Vortrages stellte Dr. von Studnitz die Ukraine-Krise in einen größeren historischen Kontext. Dabei beleuchtete er im besonderen Maße die Jahre nach 1990, die als ein zentrales politisches Moment die friedliche Auflösung der Sowjetunion beinhalteten. Was sich heute in der Ukraine vollzöge, sei die nachgeholte Revolution von 1991, so Dr. von Studnitz. Bei seinem Vortrag bezog sich der ehemalige deutsche Botschafter dann vor allem auf den Konflikt Russlands mit dem Westen. Europa fühle sich in den Teilen, die nahe an Russland lägen, von der Ukraine-Krise unmittelbar betroffen.Ohne eine innerukrainische Versöhnung und ohne eine Verständigung des Westens mit Russland über die außenpolitische Zuordnung der Ukraine könne das Ukraine-Problem nicht gelöst werden. Dabei müsse aber die Ukraine, von der Krim abgesehen, als Ganzes erhalten bleiben. Die Ukraine-Frage könne nur mit größter Zurückhaltung gelöst werden, so Dr. von Studnitz.

Angeregte Diskussion

Im Anschluss an den Vortrag gab der ehemalige Botschafter den Zuhörerinnen und Zuhörern noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dies wurde in einer angeregten Diskussion auch intensiv genutzt. Die Veranstaltung moderierte die Dekanin der Fakultät für Humanwissenschaften, Prof. Dr. Manuela Pietraß, das Grußwort sprach die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Dr. Merith Niehuss.

Dr. Ernst-Jörg von Studnitz wurde 1937 in Berlin geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften, das er in Heidelberg, Berlin, Kiel und den USA absolvierte, promovierte er 1967 zum Dr. jur. und trat in den Auswärtigen Dienst ein. Von 1969-1973 arbeitete er an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau. Im Anschluss war er  bis 1976 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ankara. Bis 1995 arbeitete er im Auswärtigen Amt in Bonn und war dort auch in der Politischen Abteilung für Mittel- und Osteuropa tätig. Von 1995 bis Juni 2002 war Dr. von Studnitz Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Russischen Föderation. Von Juli 2003 bis 2014 hatte er den Vorsitz des Vorstands des Deutsch-Russischen Forums inne, dessen Ehrenvorsitzender er heute ist.

TV-Sendung mit Dr. Ernst-Jörg von Studnitz

 

CI-Element Spinner