2000 in Wheil am Rhein

Die Betonkanuregatta 2000 in Weil am Rhein
oder "Es kommt darauf an, was wir daraus machen"


Vom 23. - 25. Juni 2000 fand in Weil am Rhein die Betonkanu-Regatta 2000 statt. Alle zwei Jahre veranstaltet der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V., Köln, an immer verschiedenen Orten Deutschlands die Betonkanu-Regatta.

Teilnehmen kann jede Schule oder Universität, die sich mit Betontechnik beschäftigt. An unserer Uni gibt es ein Institut für Werkstoffe des Bauwesens und dieses beschäftigt sich logischerweise mit Beton.
Es galt ein paar Freiwillige zu finden, die daran teilnehmen wollten. Eine Bedingung wurde gestellt: anleiten dürfen die 'Profis' des Institutes, aber Bauen & Paddeln, also das Wichtigste, müssen die Schüler und Studenten selbst.


Fast das ganze Team der Uni der Bundeswehr


Die "PI-Tanik" der Pi-Schule München


Unsere Mausetot auf dem Weg ins Wasser

Im Jahrgang Bau '98 gab es einige, die das Abenteuer anpacken wollten, diese waren Thomas Kleis, Thomas Knospe, Jörn Hennig, Olliver Dankowski, Lars Rüdiger, Gerd Rieger, Matthias Braun, Jürgen Schneider, Frank Krüger, Ingo Dreyer und Tim Vasen.

Und so begann schon Ende 1999 die Arbeit an der Schalung. Wir verwendeten kein vorhandenes Boot als Schalungsvorlage, nein, wir wollten unser eigenes Boot bauen!

Nun zum größeren Problem, damit ein Boot erfolgreich sein kann, sollte es auch leicht sein! Beton und leicht und schwimmen? Ja! Das geht wirklich, nur reicht es leider nicht, dass das Boot leicht ist, es sollte auch wasserdicht und stabil sein; und all diese Anforderungen mussten umgesetzt werden.

Dazu gab es dann mehrere Möglichkeiten. Aufgrund der uns zur Verfügung stehenden (Frei) Zeit entschieden wir uns schlussendlich doch dazu, noch eine Innenschalung zu bauen und das Boot zu gießen und nicht - wie ursprünglich geplant - zu spachteln.

Der "Preis" dafür war zwar nicht hoch, dafür aber um so schwerer, 286 kg brachte unsere "Mausetod" auf die Waage. Im Vergleich zum leichtesten Boot der Regatta, das 34 kg wog, dafür aber nicht die Vorrunde überlebt, ein eher gewichtiges Stückchen Boot. Also Angst vorm Rammen mussten wir nicht haben!
Am 22.06.2000 war es dann soweit, wir reisten nach Weil am Rhein (das örtchen liegt im Drei-Länder-Eck, gegenüber von Basel) und brachten unser Kanu sogar heil dort an (nicht alle Teams schafften dies, da einige Boote doch sehr filigran waren). Freitag konnten wir unser Boot präsentieren. Ein Autoverkauf ist harmlos dagegen, man muß jede Menge Juroren und Radioreporter überzeugen und Ihnen zeigen warum das Boot doch ganz toll ist, aber wir hatten ja für solche Dinge Experten dabei!
Nachdem wir also genug belächelt und beneidet (genau! Wir hatten das einzige Boot, in dem an Land 12 (!!!) Leute sitzen und feiern konnten und das trotzdem keinen Schaden nahm) worden waren und alle Teams auch den offiziellen Begrüßungsabend mehr oder weniger gut (nüchtern) überstanden hatten, wurde es am Samstag dann ernst!
Bei leider ziemlich schlechtem Wetter fand im Hafenbecken von Basel das Rennen statt. Zwei Vorläufe für jedes Team und die 20 Zeitbesten nach beiden Rennen kamen ins Halbfinale. Ja, leider, die Zeit hatte gegolten. Mit einem tollen zweiten Platz im 1.Vorlauf und dem Sieg im zweiten reichte es für uns trotzdem nicht ganz. Aber der Platz 33 von 45 war gar nicht zu erwarten gewesen, hatten wir doch filigranere Boote und Innovationen der Betontechnik aus Dresden, Darmstadt und der Münchner Meisterschule (bei denen hat's nur an der Navigation gelegen, man könnte auch sagen, sie haben sich unter zuviel Bier-Einfluß verfahren) usw. hinter uns gelassen. Das schnellste Rennen legte übrigens das Team aus Magdeburg zurück.


Die Ostseenixe der Uni Rostock


Die "Bavaria" der Technikerschule München

Aber es ging ja nicht nur um ein schnelles Rennen, auch andere Preise wurden vergeben. Konstruktion, Idee, Design, Herstellungsverfahren, Gewicht.... Gewicht??? Ja, und zwar gab's ein leichtestes Boot und unseres. Und somit können wir mit Recht sagen, dass wir als Erste einen Preis von dieser Regatta an unsere Universität geholt haben. Und Spaß gemacht haben die Tage allemal, das ist ja wohl das Wichtigste, oder?
Und für alle diejenigen, die noch nicht wissen, warum das Boot "Mausetod" heißt: Bei den Bootsarbeiten lag eines schönes Tages eine tote Maus in der Schalung und in Gedenken an diese tote Maus benannten wir das Boot nach dieser Vorfall. Der Teamname dagegen ("Rudi's Ruderteam") sollte sich selbst erklären, oder weiß hier jemand etwa nicht, wie unser oberster Boss heißt? Und wir sind ja offiziell "seine Crew" gewesen, auch wenn wir mit harter Konkurrenz mit Rudi's anderer Crew, der Pionierschule München, zu kämpfen hatten. (Na gut, sie waren schließlich vor uns, aber einen Preis haben sie nicht gewonnen, die Feldwebel & Co.)
Zum Abschluss gibt es natürlich noch ein besonderes Dankeschön an all unseren Sponsoren (Liaver, Dyckerhoff Weiss, Scholz Farbpigmente, ebalta Kunststoff GmbH, Bayern Zement GmbH), die uns das Material kostenlos zur Verfügung gestellt haben aus dem Instituten für Werkstoffkunde und Wasserwesen, die uns bei unserer Arbeit tatkräftig unterstützt haben und. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja in zwei Jahren wieder ein paar "Verrückte", die dann die Sammlung im Trophäenschrank weiter vergrößern wollen. .
--------------------------------------------------------------------------------
Bericht von Gerd Rieger und Anita Bell