Tough Guy 2006

"Tough Guy Race" - das verrückteste und gefährlichste Hindernisrennen der Welt!

 

Das "Tough Guy Race" ist das verrückteste und gefährlichste Hindernisrennen der Welt. Es findet seit 18 Jahren immer Ende Januar nahe der englischen Stadt Wolverhampton statt (ca. eine halbe Stunde von Birmingham entfernt). Die Sieger (Überlebenden) bekommen Medaillen und dürfen sich "Tough Guys" (harte Kerle) nennen.


Dieses Jahr stand das Tough Guy Race unter dem Motto "Viking Invasions" und lockte 6.000 entsprechend verkleidete Teilnehmer aus aller Welt an. Der Parcours befindet sich auf einem 150Hektar großen Grundstück. Insgesamt sind 12 Kilometer zu bewältigen. Das Herzstück des Rennens bilden die so genannten "Killing Fields". Hier müssen 21 harte Hindernisse überwunden werden: Die Teilnehmer müssen, um nur Einige zu nennen, unter 50 Zentimeter tief befestigtem Stacheldraht durch den Matsch robben, durch Tunnel von einem Meter Umfang klettern, unter einer Holzbrücke hindurch in eiskalten Tümpeln tauchen, auf 10 Meter Höhe klettern, sich von 3 Metern Höhe abseilen, unter einem Elektrozaun herkriechen und von 3m Höhe ins eiskalte Wasser springen.

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Dieses Jahr kamen 6.000 Teilnehmer, von denen es ca. 50% bis ins Ziel schafften. Die anderen gaben auf. Als erster kam der 25-jährige Engländer nach einer Stunde, 17 Minuten und 14 Sekunden durch das ersehnte Ziel.


Da das "Tough Guy Race" gefährlich ist, gibt es vor Ort an jedem Hindernis Marshalls, die erschöpften Teilnehmern weiterhelfen, oder sie zu einer der zahlreichen Ambulanzstationen bringen. Die vielen Sanitäter arbeiten auf Hochtouren. Die häufigsten Unfälle sind gebrochene Arme oder Beine, am gefährlichsten ist die Unterkühlung (besonders im eiskalten Wasser). In 18 Jahren "Tough Guy Race"- Geschichte ist bisher niemand gestorben, obwohl jeder zu Beginn als typisch britischen Scherz einen "Death Warrant" unterzeichnen muss. Das ist eine Art Todesvertrag, in dem der Teilnehmer im Falle seines Ablebens die volle Verantwortung übernimmt.

 

Unsere eigenen Erfahrungen...

Wir sind Donnerstag mit meinem Bus (VW T4) in Richtung Großbritannien aufgebrochen und waren nach dem Übersetzen mit der Fähre ( Calais- Dover ). in der Nacht zu Freitag unserem Ziel ein Stückchen näher.

Am Samstag sind wir dann nach gutem Frühstück in Wolverhampton angekommen und haben uns am frühen Nachmittag zur großen Herausforderung angemeldet! Wir sind am Samstagnachmittag voller Zuversicht das Gelände abgelaufen und haben Fotos geschossen um uns etwas auf den Sonntag einzustimmen. Da wir die ganzen Tage im Bus „wohnten“, hatten wir sehr kurze Wege zum Wettkampfgeschehen. Sonntag gab es zum Frühstück eine gute Stärkung und kurz vor 11Uhr standen wir vollends unter Adrenalin zum großen Rennen bereit....

 

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Der Startschuss ertönte Punkt elf und die 6000 Starter setzten sich Etappenweise in Bewegung, um sich den Herausforderungen des „Tough Guy Parcours“ und der klirrenden Kälte zu stellen. Nach den ersten 4km stellten wir fest, dass wir gerade mal ein Drittel der Strecke am Vortag abgelaufen sind. Die Beine wurden schon jetzt sehr schwer, denn es galt im Zick-Zack-Kurs einen Berg auf und ab zu laufen, der von Geäst bedeckt war. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch keines der Hindernisse geschafft. Dann kamen wir zum ersten Hindernis. Die Eisstücke (das Eis auf den Wasserflächen wurden kurz vor dem Start gebrochen...) auf den über 20 Wasserflächen, die es unter anderem zu durchqueren gab, sprachen für die tiefen Temperaturen. Man kann mit Worten nur sehr schwer beschreiben, wie verrückt manche Hindernisse waren. Unserer Ansicht nach war das härteste Hindernis das Tauchen! Dabei galt es in einem etwa 70 Meter langen Wassergraben unter insgesamt 6 Holzbalken zu tauchen, welche quer zur „Lauf- bzw. Schwimmrichtung“ in Höhe der Wasseroberfläche angebracht waren.

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Für mich, Keven England, war das Rennen nach 1Stunde und 40 Minuten als 125er geschafft und Benjamin Schneider, der ein paar Tage zuvor von einer „gemeinen Bronchitis heimgesucht wurde, hat seinerseits nach 2 Stunden und 32 Minuten als 1415er das Ziel erreicht.

Völlig durchgefroren und am ganzen Körper zitternd bekamen wir unsere Medaille, einen Iso- Umhang und ein warmes Getränk überreicht!

Jetzt dürfen auch wir uns „Tough Guys“ nennen...

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