Drittmittelforschung

Esoterik - ein neues Kapitel der säkularen Religionsgeschichte der Moderne

Mit der zunehmenden religiösen Pluralisierung und Individualisierung säkular-westlicher Gesellschaften wird die nicht-kirchliche religiöse Gegenwartskultur zu einem immer wichtigeren Gegenstandsbereich akademischer Forschungen und Diskurse. Forschungsdefizite bestehen insbesondere mit Blick auf das Phänomen der "Esoterik" als verbreitete Ausdrucksform heutiger religiöser Individualkultur wie auch als umfassendes weltanschauliches Orientierungsangebot mit dem Anspruch einer Sinnstiftung und praktischen Handlungsanweisung. Als Reaktion auf Orientierungsdefizite der modernen Kultur ist die Bedeutung des Phänomens mit dem Fundamentalismus vergleichbar. Das Projekt verstand sich als Problembeschreibung und Aufklärungsversuch unter der erkenntnisleitenden Fragestellung, ob sich in esoterischen Phänomen und Strömungen der Gegenwart neue kulturprägende Kräfte manifestieren, oder ob es sich hierbei insgesamt um krisenhafte Erscheinungen im weiteren Prozeß der säkularen Religionsgeschichte der Moderne handelt. Die Durchführung erfolgte unter drei zentralen Aspekten:
(1) Erforschung der Verbreitung esoterischer Strömungen als charakteristische Ausdrucksformen "freier" Religiosität im Prozeß fortschreitender Säkularisierung und religiöser Pluralisierung.
(2) Analyse und Diagnose ihrer Orientierungsleistung in der Krise der säkularreligiösen Sinnversprechen.
(3) Evaluation ihrer in Ritualen, Handlungsrollen und Zukunftsprojektionen sich niederschlagenden praktischen Handlungsanweisungen im Blick auf künftige soziokulturelle Entwicklungen.
Nicht zuletzt am Phänomen der sogenannten "rechten Esoterik" zeigt sich zugleich auch die gesellschaftspolitische Relevanz der Esoterik-Forschung.
Das Projekt wurde gefördert aus Mitteln der DFG. Eine Publikation der Ergebnisse folgt.
 
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