Interessentheorie

 

Die "Münchner" Interessentheorie
ein kurzer Abriss


(wird demnächst ergänzt)

Im Jahr 1974 veröffentlichte Hans Schiefele, Leiter des Instituts für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Universität München ein Buch mit dem Titel "Lernmotivation und Motivlernen". Ein Kerngedanke dieses Buchs bestand darin, dass die Pädagogische Psychologie eine auf die pädagogische Belange abgestimmten Theorie der Lernmotivation entwickeln sollte, da die damals vorherrschenden Theorie der Leistungmotivation diesem Anspruch in wesentlichen Punkten nicht gerecht wird.
 
Seine Überlegungen waren der Ausgangspunkt eines Forschungsprogramms über die Rolle von Interessen im Kontext von Lernen und Entwicklung. Neben Hans Schiefele waren daran v.a. seine damaligen Mitarbeiter (z.B. Andreas Krapp, Manfred Prenzel, Alfred Heiland) beteiligt. Ausgehend von kritischen Überlegungen zur Relevanz kognitiv orientierter Leistungsmotivationstheorien wurden in den ersten Publikationen metatheoretisch begründete Entwürfe einer "genuin" pädagogischen Theorie des Interesses entwickelt (z.B. Schneider, Hausser & Schiefele, 1979¸ Kasten & Einsiedler, 1981).
 
Eine erste systematische Darstellung der grundlegenden Ideen der "Münchner Interessentheorie" findet sich in Schiefele, Prenzel, Krapp, Heiland & Kasten (1983).
In der Folgezeit wurde die ursprüngliche theoretische Konzeption wiederholt ergänzt und erweitert (vgl. z.B. Prenzel, Krapp und Schiefele, 1986; Prenzel, 1988; Krapp, 1992, 1999, 2000, in Druck).


Ein zentrales Anliegen der Interessenforschung ist die Untersuchung (und theoretische Rekonstruktion) der Wirkungsweise von Interessen. Welche Rolle spielen Interessen für die Steuerung des Lernens, sowie die Erklärung von Lernerfolg und Leistung in unterschiedlichen pädagogischen Settings? Übersichtsbeiträge und empirische Arbeiten zu dieser Forschungsperspektive, bei der das Interesse als unabhängige Variable interpretiert wird, finden sich unter der Rubrik "Interesse, Lernen und Leistung".

Ein zweites, nicht minder bedeutsames Anliegen ist die Untersuchung der Entstehung und Entwicklung von Interessen. Auch dazu gibt es sowohl theoretische Publikationen als auch empirische Projekte

Die Ideen der Münchner Interessenkonzeption wurden in unterschiedlichen Forschungskontexten aufgegriffen und in Abhängigkeit von den jeweils untersuchten Fragestellungen theoretisch weiterentwickelt. Insofern gibt es  fließende Übergänge zu anderen motivationspsychologischen und interessenthematischen Forschungslinien.

Buch und Bild von HSBuch und Bild von HS

..(1974/1978)........Hans Schiefele