JerevanNDU3.jpgUnser erster Tag in Armenien startete erst am Vormittag. So konnten wir noch ein bisschen Schlaf aufholen, den wir während des Nachtfluges eventuell nicht bekommen hatten.
Nachdem die Kräfte wieder aufgetankt waren fuhren wir mit dem Bus los, quer durch Jerewan, die Hauptstadt Armeniens. Im Bus lernten wir dann unseren Busfahrer Robert, sowie unserer Reiseführerin Mariam kennen, die uns in den nächsten Tagen begleitete und uns Armenien, seine Kultur, Geschichte und seine Menschen näherbrachte. Jerewan als Stadt beeindruckte uns dabei vor allem durch seine außergewöhnliche Architektur, die dem pinken Vulkanstein zu verdanken ist, aus dem die meisten Häuser der Stadt gebaut sind. Als eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt, lernten wir jedoch, dass Jerewan als Hauptstadt recht jung ist. Als 12. Hauptstadt Armeniens wurde sie 1918 das Zentrum Armeniens, welches eine Grenzregion zwischen Christentum und Islam darstellt. Irritierend, aber selbstverständlich für die Armenier war das Nationalsymbol Armeniens für uns: der Berg Ararat. Dieser geschichtsträchtige Berg liegt nämlich seit Jahrzehnten auf der türkischen Seite der Grenze – der jungen Türkei als Geschenk von den Sowjets gegeben -, bleibt jedoch Teil der armenischen Identität. Ein weiterer interessanter Stopp auf unserer Kennenlerntour von Jerewan und der Umgebung war die Statur „Mother Armenia“ die auf einem Berg über der Stadt über Jerewan und das Land wacht. Die Statur ersetzte dabei nach Ende der Sowjetunion die weltweit größte Stalin-Statur, die vormals diesen Platz beherrschte. Unter der „Mother Armenia“ befindet sich heute ein Museum über den Berg-Karabach-Konflikt, welches für unseren Geschmack dann doch etwas zu einseitig in der Darstellung der Geschehnisse war.


Gori1Gruppenbild.jpgNach unserer Tour durch Jerewan fuhren wir mit dem Bus weiter durch die armenische Landschaft, die vor allem durch grasgrüne weite Hügel- und Berglandschaften, mit zerklüfteten Tälern zu beeindrucken wusste. Ziel war der Tempel Garni, ein höchstwahrscheinlich römischer Tempel, jedoch weist er auch Elemente armenischer Bauweise auf. Gebaut wurde er jedoch von einem armenischen König, der zum Bau Geld von dem berühmten römischen Kaiser Nero bekam. Neben dem Tempel, der der einzige Tempel ist, der nach der Christianisierung noch steht, konnten wir darüber hinaus noch die Ruinen der Sommerresidenz der armenischen Könige begutachten. Nachdem wir den Garni-Tempel und die umliegenden Ruinen ausgiebig erkundet hatten, fuhren wir zum letzten Halt des Tages, dem Kloster Geghard. Leider begrüßte uns dieses mit einem Platzregen, doch kam bald die gewohnte armenische Sonne wieder zum Vorschein. Das Kloster Geghard liegt mitten in einer Gebirgskette und ist selbst komplett aus dem Stein herausgehauen, was es zu einem äußerst sehenswerten Ort macht.


Den ersten Tag voller Eindrücke ließen wir schließlich bei einem gemeinsamen, üppigen und vor allen Dingen leckeren Auftaktabendessen im Restaurant Sherep in Jerewan ausklingen.