Masterarbeit

Nichtletale Wirkmittel: Design von Flash-Bang-Effekten zur Erzeugung von motorischen Blockade-Phasen

Nichtletale Wirkmittel
In sog. Friedenseinsätzen der Bundeswehr sehen sich Soldaten immer häufiger mit Gefahrensituationen konfrontiert, die den Einsatz von „scharfen“ Waffen nicht rechtfertigen oder bei denen ein solcher Einsatz eine weitere Eskalation bewirken würde. Deshalb werden zur Klärung solcher Situationen nicht-letale Wirkmittel (NLW) eingesetzt [1]. Diese sollen aggressive, auch bewaffnete Personen ggf. vorübergehend kampfunfähig machen, um sie in dieser „knock-out“-Phase zu überwältigen, aber dabei nicht bleibend zu verletzen oder gar zu töten.
In einer Master-Arbeit wurde im Bereich Wehrtechnik der UniBwM ein PC-basierter Versuchsaufbau erstellt, in dem eine mögliche Krisensituation abstrakt nachgeahmt wird („Aggressor“ mit Waffe, Eingreifkräfte als „Ziele“, visuelle und akustische Ablenkungsreize, etc.). Der Aggressor hat dabei eine Browning-Pistole, in deren Lauf ein Laserpointer-Modul eingebaut ist, und mit der er die sporadisch erscheinenden Ziele treffen soll. Bei jeder Angriffssituation wird die Zielleinwand mit dem dargestellten Ziel und dem Laser-Fleck mit einer Digitalkamera aufgenommen. Gesteuert wird der gesamte Versuchsablauf mit dem Programmsystem „Diadem“ von National Instruments Inc.
Ziel der Master-Arbeit ist mit Hilfe von Pilotexperimenten mit dem o.g. Versuchsaufbau solche Flash-Bang-Effekte zu entwerfen und programmmäßig umzusetzen. Dabei spielt die Erstellung einer automatischen Auswertung der Versuchsdaten unter Verwendung von Matlab eine wesentliche Rolle. Auswertekriterien sind die Zielgenauigkeit und die Reaktionszeit der Schussreaktion, die auch einer statistische Analyse bezüglich der Flash-Bang-Wirkung unterzogen werden.
Diese Arbeit aus der biomedizinischen Informationstechnik erlaubt neben der Durchführung typisch ingenieurmäßiger Aufgaben (Messtechnik, PC im Laboreinsatz, WINDOWS) auch den Einblick in die Informationsverarbeitung des sensomotorischen Systems des Menschen.
[1] http://www.brad.ac.uk/acad/nlw/research_reports/docs/BNLWRP_OP3_May07.pdf
Voraussetzungen: Interesse an Bilddatenauswertung und experimenteller Arbeit mit PC-Messplatz, sowie an dieser Waffentechnik, selbständiges Arbeiten, für alle Studienrichtungen geeignet
Schlagworte: Matlab, Bildanalyse, Nichtletale Wirkmittel, Biomedizinische Informationstechnik
Betreuer / Kontakt: Prof. Dr.-Ing. habil. Werner Wolf
E-Mail: werner.wolf@unibw.de
Tel. +49 (0) 89 6004 7511, Geb. 35, Raum 1374

Prof. Dipl.-Ing. Johann Höcherl
E-Mail: johann.hoecherl@unibw.de
Tel. +49 (0) 89 6004 3094, Geb. 83, Raum 0116