Die städtische Entwicklung auf der ganzen Welt, besonders in den Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Südamerika, ist zu einer großen Herausforderung geworden, da mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung (über drei Milliarden Menschen) in städtischen Umgebungen lebt. Die weltweite Urbanisierung trägt wesentlich zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung eines jeden Landes bei. Mit zunehmender Verstädterung und Bevölkerungsdichte nehmen auch Verkehrsstaus in städtischen Gegenden. Viele Städte wählen deshalb Nahverkehrssysteme verschiedenster Art, um den Menschen in städtischen Umgebungen effizienten und umweltschonenden Transport bieten zu können.

Gerade weil die Entwicklung neuer unterirdischer Transportsysteme in manchen Ländern meist sehr dynamisch verläuft, entstehen durch diese Massentransportsysteme gleiche oder ähnliche sicherheitstechnische Herausforderungen für die Gesellschaft wie wir sie in Deutschland haben. Neue Verwundbarkeiten für die Gesellschaft ergeben sich z. B. durch Stromausfälle, Überflutungen, Feuer oder terroristische Anschläge innerhalb unterirdischer Transportsysteme. Jüngste Beispiele wie die Terroranschläge von Madrid [11. März 2004] und London [7. Juli 2005] sowie die Überflutung von U-Bahn- und Straßentunneln in Manhattan/New York während des Hurrikans „Sandy“ im Oktober/November 2012 haben gezeigt, dass diese Art von Nahverkehrsinfrastruktur sehr gefährdet ist. Neben solchen weitreichenden Vorfällen stellen auch Rauchentwicklung und Feuer in Tunneln eine beträchtliche Bedrohung für Menschen in U-Bahn-Anlagen dar, da sich solche Vorfälle häufiger als die oben genannten Anschläge ereignen. Die Berliner Feuerwehr ist beispielsweise mehrmals im Jahr damit beschäftigt, Feuer in U-Bahn-Tunneln und Bahnhöfen zu löschen. Diese Vorfälle stellen nicht nur ein Risiko für die Passagiere, sondern auch für die alarmierten Rettungskräfte dar.

Aus diesen Gründen muss die Frage gestellt werden, wie die Sicherheit von allen Personen in
U-Bahn-Systemen (seien es Passagiere oder Rettungskräfte) verbessert werden kann. Dazu werden neue sicherheitstechnische Lösungen und neue Sicherheitsprozeduren benötigt. Da Katastrophen glücklicherweise seltene Ereignisse sind, ist es sehr wichtig, Experimente zu entwickeln, die es Feuerwehrleuten oder Sicherheitskräften erlauben, Katastrophenszenarien in einer simulierten Umgebung zu trainieren.

Das Forschungszentrum war federführend für das Arbeitspaket 3, der Verwundbarkeitanalyse, zuständig und prüfte umfangreich die Explosionsauswirkungen innerhalb von Zugwaggons in U-Bahntunnelstationen um Lösungen zur Reduzierung der Verwundbarkeit zu entwickeln.

Zum Projekt: http://www.sense4metro.org (externer Link)

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