Projektstudium im WT/FT 2014

Projektstudium im WT/FT 2014

 

Thema

Konzeption eines Planspiels für das Revenue Management


(Vortrag von Dr. Henrik Imhof, Managing Director Yield Management and Pricing bei Sixt)
 

 

Kurzbeschreibung

Das Revenue Management wurde ursprünglich von Fluggesellschaften entwickelt. Es basiert auf der Idee, die Zahlungsbereitschaften von Kunden möglichst weitgehend abzuschöpfen, indem eine von der Basis her gleiche Leistung (wie ein Flug von München nach Berlin) differenziert und zu unterschiedlichen Preisen verkauft wird. Dabei kommen unterschiedliche Methoden aus den Bereichen Optimierung, Prognose und Datenanalyse zum Einsatz. Gegenwärtig adaptieren zahlreiche andere Branchen aus der Dienstleistungs- und Sachgüterindustrie (z.B. Reiseveranstalter, Automobilvermietungen, Stahlproduzenten, Fernsehsender etc.) das Revenue Management.

Im Rahmen des Studienprojekts, das in Kooperation mit der Fa. Sixt durchgeführt wurde, wurde ein Planspiel für das Revenue Management konzipiert,  an dem die Anwendung von Revenue Management Techniken eingeübt werden konnte. Das Spiel umfasste die Nachbildung von zeitlich verteilt eintreffender Kundennachfrage sowie für die Spieler entsprechende Steuerungsmöglichkeiten, beispielsweise durch (dynamische) Preissetzung, Verfügbarkeitsentscheidungen und Überbuchungsmöglichkeiten. Insbesondere bestand die Möglichkeit, dass verschiedene Spieler (z.B. verschiedene Autovermietungen) um dieselben Kunden konkurrieren.

 

Ablauf

Phase 1: Einarbeitung und Spezialisierung

In der ersten Phase arbeiteten sich die Studierenden zunächst in 2er-Teams in das Revenue Management ein. Dabei stand die Aufarbeitung entsprechender wissenschaftlicher Literatur im Vordergrund. Jedes Team erarbeitete insbesondere ein oder zwei für das Projekt relevante Spezialgebiete, auf denen die Teammitglieder  zu „Experten“ wurden. Dabei spielten entsprechende quantitative Ansätze, insbesondere zur Optimierung, eine zentrale Rolle. Relevante Spezialgebiete waren etwa  

  • Preisdifferenzierung,
  • Kapazitätssteuerung,
  • Überbuchungssteuerung und
  • Dynamic Pricing.

Weitere Spezialgebiete mit Bedeutung für das Studienprojekt waren:

  • Nachfragesimulation,
  • Existierende Planspiele im Bereiche Revenue Management / Quantitative Methoden und
  • Möglichkeiten zur IT-technischen Umsetzung von Planspielen.

Zum Abschluss der Phase 1 erstellte jeder Studierende eine kurze schriftliche Ausarbeitung im Sinne einer wissenschaftlichen Arbeit zum entsprechenden Spezialgebiet. Ferner war vor der Gesamtgruppe im 2er-Team eine Präsentation zu halten.

 


(Teilnehmer des Projektstudiums im Frühjahr 2014)
 

Phase 2: Praxisinterviews und Konzeption des Planspiels

Im Rahmen der zweiten Phase wurde die ursprüngliche Teamzusammenstellung aufgehoben und es wurden, je nach Gesamtteilnehmerzahl, neue Gruppen mit verschiedenen Experten gebildet, in denen dann jeweils ein Konzept für das Planspiel erarbeitet wurde. Dabei standen Ansprechpartner der Fa. Sixt für Kurzinterviews zur Verfügung. Dadurch sollten die in der Praxis üblicherweise eingesetzten Konzepte zur Umsetzung des Revenue Managements, insbesondere zur manuellen Steuerung von Preisen und Verfügbarkeiten, kennengelernt werden, um diese nachher im Planspiel in analoger Weise berücksichtigen zu können. Das Konzept selbst war in schriftlicher Form zu erarbeiten, wobei die Anteile der einzelnen Studierenden kenntlich zu machen waren. Zudem erfolgte eine prototypische Umsetzung unter Verwendung von Microsoft Excel. Am Ende der zweiten Phase war eine Gesamtpräsentation von allen Teilnehmern zu halten.

 

Bewertungsgegenstand

  • Schriftliche (Wissenschaftliche) Ausarbeitung sowie Team-Präsentation (Ende von Phase 1)
  • Schriftliches Gesamtkonzept und Gesamtpräsentation (Ende von Phase 2)

 

An wen richtete sich das Studienprojekt?

Es sollte Interesse und die Bereitschaft bestehen, sich in quantitative Modelle und Methoden zur Lösung von Revenue Management Fragestellungen einzuarbeiten. Dabei waren Grundkenntnisse im Bereich der linearen Optimierung hilfreich, wie sie im  1. Trimester des Bachelorstudiums in der Veranstaltung „Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler“ vermittelt werden. Das Studienprojekt eignete sich auch für Studierende mit IT-Vorkenntnissen, etwa im Bereich Excel, VBA- und/oder Webprogrammierung.