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Forschung

Forschungsschwerpunkte

Wahlanalysen, Parlamentarismusgeschichte

Gemeinsam mit Prof. Gerhard A. Ritter veröffentlichte Prof. Niehuss drei Monographien zur Thematik von parlamentarischen Wahlen im Kaiserreich und in der Bundesrepublik Deutschland. Die Bände verbinden jeweils die tabellarischen Ergebnisse parlamentarischer Wahlen mit den Strukturdaten zu Wirtschaft und Bevölkerungsentwicklung. Ausführliche Analysen des Wahlrechts und der politischen Situation bilden jeweils die Ausgangslage der Untersuchungen und versuchen, die Wahlergebnisse in diesem Gesamtkontext darzustellen. Ergänzend liefern die Bände ferner eine Darstellung der Methodik moderner Wahlanalysen.Eine Reihe von Aufsätzen zu einzelnen Landtagen, Parteien oder vergleichbaren Einzelaspekten beruhen in der Regel auf der gleichen strukturellen Sichtweise. Quantitative Analysen basieren hier in der Regel auf Aggregatdaten auf Wahlkreis- oder Gemeindeebene.

Sozialgeschichte

Ein weiterer Schwerpunkt besteht im Bereich der allgemeinen Sozial- und Strukturgeschichte, der inhaltlich mit der Dissertation verknüpft ist und sich in einen zeitlichen Rahmen vom Deutschen Kaiserreich bis in die Weimarer Republik einordnen lässt. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Zeit der Inflation 1920-23. Die Dissertation wurde im Rahmen eines umfangreichen Projektes der Volkswagenstiftung erstellt, das von Gerald D. Feldman, Carl-Ludwig Holtfrerich, Gerhard A. Ritter und Peter-Christian Witt initiiert und betreut wurde. Die in diesem Projekt entstandenen Monographien und Sammelbände erschienen alle als "Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin" in der Reihe "Beiträge zu Inflation und Wiederaufbau in Deutschland und Europa 1914-1924". Quantitative Analysen zur sozialen Schichtung der Bevölkerung in der Dissertation arbeiten hier mit Individualdaten (samples) aus Adressbüchern und Einwohnermeldeämtern; verwendet wurden Mobilitäts- und Schichtungsmodelle aus der neueren soziologischen Forschung. An Aufsätzen erschienen hierzu von Prof. Niehuss vor allem Arbeiten zur Arbeitslosigkeit und zur Haushaltsführung im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. In der aktuellen Bearbeitung der Thematik habe ich mich vor allem der Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts zugewandt.

Frauen- und Geschlechtergeschichte

Der Forschungsschwerpunkt "Frauen- und Geschlechtergeschichte" entstammt dem weiteren Themenbereich der Habilitationsschrift zu "Familie, Frau und Gesellschaft" im 20. Jahrhundert. Auch in diesem Buch wird die qualitative Analyse, die Sozialgeschichte der Familie zwischen dem Kriegsende und 1960, mit einer quantitativen Untersuchung der "Bevölkerungsweise" verbunden. Die Analyse der Familienstruktur, also der Kinderzahl und Geburtenfolge, des Heiratsalters und der beruflichen Schichtung und vieles mehr, erfolgte aufgrund einer quantitativen Auswertung von 1- bis 10-%-Samples aus Mikrozensen und Volkszählungen (also Individualdaten) der 1960er und 1970er Jahre, die im Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim durchgeführt werden konnte.

Politikgeschichte

Gemeinsam mit Dr. Ulrike Lindner gab Prof. Niehuss den Band "Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, Bd. 10: Besatzungszeit, Bundesrepublik und DDR 1945-1969", Stuttgart (Reclam) 1998, heraus. Dieser Band der insgesamt elfbändigen Reihe richtet sich an Studenten und Schüler und versucht, in neuartiger Kombination von historischem Originaltext und kommentierender, einordnender Darstellung einen Abriss der deutschen politischen Geschichte zu geben. Neben zusammenfassenden Kapiteleinleitungen wird auch jeder Quellentext kommentiert, so dass eine fortlaufend lesbare Einführung in die Epoche entsteht.