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Universität gründet „Center of Excellence“

04.03.2016: Das Center of Excellence der UniBw München wurde am 26. Februar 2016 offiziell aus der Taufe gehoben. Gründungsmitglieder sind Prof. Ignaz Eisele, Prof. Günter W. Hein, Prof. Ulrich L. Rohde und Prof. John G. Zabolitzky.
Universität gründet „Center of Excellence“

(v.l. n.r.): Prof. Eisele, Prof. Rohde, Präsidentin Prof. Niehuss und Prof. Hein (Prof. Zabolitzky nicht abgebildet).

Das Center of Excellence an der Universität der Bundeswehr München soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität, die aus dem aktuellen Fakultätsbetrieb ausgeschieden sind, wie z.B. Exzellente Emeriti, aber auch solchen, die - von anderen Universitäten kommend - an der Universität der Bundeswehr München weiter forschen möchten, die Gelegenheit und den administrativen wie auch den reellen Raum geben, dieses aktiv zu tun.

Mit Prof. Ignaz Eisele, Prof. Günter W. Hein, Prof. Ulrich L. Rohde und Prof. John G. Zabolitzky konnten vier große Forscherpersönlichkeiten für das Center of Excellence gewonnen werden. Ihre internationale Sichtbarkeit und forschende Aktivität ist ebenso wie ihr bedeutendes Renommee von großem Wert für die Universität der Bundeswehr München. Bei den ersten Gesprächen zeichnete sich bereits Interesse für ein gemeinsames Forschungsprojekt ab. Großen Anklang fand die Idee, einen „Call for Curiosity“ in die Universität zu richten und nach innovativen, fachübergreifenden und ungewöhnlichen Themenvorschlägen zu fragen.

 

Die Gründungsmitglieder

Prof. Dr. rer. nat. Ignaz Eisele
Ignaz Eisele studierte Physik an der TU München und promovierte dort zum Dr. rer. nat. Nach einer 3-jährigen Tätigkeit als „Research Associate“ an der Kansas University und der Wayne State University in den USA arbeitete er in den Forschungslabors der Siemens AG, bevor er 1979 zum Professor an der Universität der Bundeswehr München ernannt wurde. Unter anderem war er Leiter des Instituts für Physik, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik und Vorsitzender des Senats der Universität. Im Jahr 2008 wurde er zum „Exzellenten Emeritus“ der Universität ernannt. Derzeit leitet er den Bereich „Nanomaterialien, Devices und Siliziumtechnologie“ an der Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien der Fraunhofer Gesellschaft (Fraunhofer EMFT) in München. Dank der hervorragenden Kontakte von Herrn Prof. Eisele konnte die Universität der Bundeswehr München zusammen mit der Fraunhofer Gesellschaft eine gemeinsame Berufung und eine durch die FhG teilfinanzierte Professur verwirklichen. Prof. Eisele war und ist Mitglied in diversen Wissenschaftlichen Beiräten und Aufsichtsräten.

Seine wissenschaftlichen Interessensgebiete sind die Silizium-Halbleitertechnologie sowie Bauelemente für die Nanoelektronik und Sensorik. In diesen Bereichen sind über 80 Dissertationen, mehr als 200 Veröffentlichungen in rezensierten Zeitschriften sowie zahlreiche Patente entstanden. In seiner Zeit am Institut für Physik entstand ein hochmoderner Reinraum, in dem einige nano-elektronische Bauelementstrukturen erstmalig realisiert werden konnten. 

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Günter W. Hein
Günter W. Hein war von 1983 bis 2008 Leiter des Instituts für Erdmessung und Navigation an der Universität der Bundeswehr München. Während dieser Zeit erhielt Prof. Hein Rufe an die Universität Stuttgart und an die Universität Karlsruhe, die er beide zugunsten der Universität der Bundeswehr München ablehnte. Zusammen mit seinem Team leistete Prof. Hein wesentliche Beiträge zur Entwicklung des europäischen Satellitensystems Galileo, insbesondere im Bereich der Signalentwicklung.

Im Jahr 2008 wechselte Prof. Günter Hein als „Head of EGNOS and GNSS Evolution Programme Department“ zur European Space Agency (ESA) und war dort bis 2014 verantwortlich für die technische Weiterentwicklung von EGNOS und Galileo. Prof. Hein hat mehr als 300 wissenschaftliche und technische Veröffentlichungen publiziert und über 50 Promovierende betreut. 2002 wurde er mit dem weltweit nur einmal jährlich vergebenen „Kepler Award“ vom US Institute of Navigation für “sustained and significant contributions to satellite navigation” geehrt, eine Auszeichnung, die er bis jetzt als einziger Europäer innehat.

2011 wurde Prof. Hein „Fellow“ des US Institute of Navigation und 2013 verlieh die Technische Universität Prag ihm die Ehrendoktorwürde (Dr. h.c.). Die Universität der Bundeswehr ernannte ihn Ende 2015 zum „Exzellenten Emeritus“. Prof. Hein ist seit Dezember 2014 im Vorstand von Munich Aerospace e. V. und weiterhin als Berater bei der European Space Agency tätig.

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Ulrich L. Rohde
Nach dem Studium der Hochfrequenz-Nachrichtentechnik in München, Darmstadt und New York promovierte Ulrich Rohde an der TU Berlin zum Dr.-Ing. und habilitierte sich an BTU Cottbus. Er leitete zunächst die Rohde & Schwarz Niederlassung in den USA und wurde dann General Manager der RCA Radio Gruppe für Kommunikation und Funkaufklärung für das Bundesministerium der Verteidigung.

Prof. Rohde gründete mehrere Firmen auf dem Gebiet der Mikrowellen CAD Technologie und zur Entwicklung und Herstellung von Mikrowellen-Komponenten. Seine besonderen Interessensgebiete sind rauscharme, sehr lineare Mikrowellen-Oszillatoren sowie Verstärker und aktive Antennen. In diesem Bereich veröffentlichte er sechs Monografien und über 100 Artikel in rezensierten Zeitschriften.

Prof. Rohde ist Inhaber von etwa 50 Patenten und wurde vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er 2015 in den USA den international höchst renommierten Isaak Rabi-Award und 2016 den IEEE MTT Microwave Application-Award. Seit 1977 ist Rohde Professor of Electrical Engineering an der University of Florida (Gainesville, Florida) und seit 1982 Adjunct Professor of Electrical Engineering an der George Washington Universität (Washington DC). Neben weiteren akademischen Verpflichtungen ist er Honorarprofessor an der Universität Cottbus, Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Ehrensenator der Universität der Bundeswehr München. Zudem wurden ihm Ehrendoktortitel der Universitäten von Oradea und von Klausenburg verliehen.

Prof. Dr. rer. nat. John G. Zabolitzky
John G. Zabolitzky hat Physik an der Ruhr-Universität Bochum studiert und dort zum Dr. rer. nat. promoviert. Nach einer einjährigen Post-Doc Zeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und am Argonne National Laboratory in den USA habilitierte er sich an der Ruhr-Universität Bochum in theoretischer Physik, bevor er 1980 zum Professor für theoretische Physik an der Universität zu Köln ernannt wurde. Im Jahre 1985 wurde er als Professor of Physics and Fellow of the Supercomputer Institute an die University of Minnesota (Minneapolis, USA) berufen. Seit dem Jahre 1987 ist Prof. Zabolitzky als Geschäftsführer, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter in Unternehmen der Elektronik-Industrie, insbesondere auf dem Gebiet der industriellen 3D-Fertigungs-Messtechnik mittels digitaler Bildsensoren, tätig gewesen.

Sein wissenschaftliches Interessensgebiet ist die Anwendung von High-Performance-Computing auf Aufgabenstellungen der theoretischen Physik, insbesondere quantenmechanische Vielteilchensysteme, sowie die Hochleistungs-Datenverarbeitung für technische Anwendungen. In der Zeit bis 1987 sind 2 Bücher und 66 Veröffentlichungen in rezensierten Zeitschriften entstanden. Seit 2002 ist Prof. Zabolitzky der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für historische Rechenanlagen e.V., die sich dem Erhalt und Betrieb von Computern aller Größenordnungen aus den letzten 60 Jahren, insbesondere aber auch Großrechnern und Supercomputern, widmet. 

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