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Studienreise nach Israel und Palästina

01.06.2015: Im Rahmen des Mastermoduls "Internationales Recht und Politik in der Praxis" besuchen 24 Studierende der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften Israel und Palästina. Auf der akademischen Studien- und Forschungsreise erhalten sie zahlreiche Informationen zum Nahostkonflikt unmittelbar vor Ort.
Studienreise nach Israel und Palästina

Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer mit dem Leitungsteam Prof. Stephan Stetter und Prof. Daniel-Erasmus Khan (hintere Reihe Mitte) sowie Donald Riznik und Jan Busse (hintere Reihe 5. und 6. von links).

Der Nahostkonflikt begegnet den Studierenden der Staats- und Sozialwissenschaften zumeist nur in den Seminarräumen. Welche Perspektiven haben Israelis und Palästinenser in Bezug auf die Hauptstreitpunkte in den Friedensverhandlungen? Wie ist die humanitäre Situation in den besetzten Gebieten? Welche Bedeutung hat Jerusalem in Bezug auf politische, kulturelle und religiöse Fragen? All dies wird im Rahmen eines Seminars normalerweise allein auf Grundlage der Fachliteratur diskutiert. 24 Masterstudierenden des Moduls "Internationales Recht und Politik in der Praxis" bot sich nun vom 9. bis 16. Mai die außergewöhnliche Gelegenheit, sich in interdisziplinärer, politik- und rechtswissenschaftlicher Perspektive mit diesen und anderen drängenden Fragen des Nahostkonflikts auch unmittelbar vor Ort auseinander zu setzen.

 

Jerusalem: Konflikt im Brennglas

Die Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem" bildete die erste Etappe auf einer ebenso nachdenklich-bedrückenden wie faszinierenden, ebenso deprimierenden wie hoffnungsfrohen Reise in die Vergangenheit und Gegenwart einer der zentralen Kultur- und Konfliktregionen dieser Welt. Einen Schwerpunkt des reichhaltigen Besuchs-, Informations- und Diskussionsprogramms bildete Jerusalem. Gleichermaßen als Hauptstadt ihres jeweiligen Staates beansprucht, werden hier in einem komplexen historischen, religiösen, kulturellen, politischen und strategischen Kontext die Konfliktlinien zwischen Palästinensern und Israelis, aber auch innerhalb der jeweiligen Gesellschaften wie in einem Brennglas gebündelt sicht- und erfahrbar. Kompetente Gesprächspartner aus Politik, Wissenschaft, Justiz und Zivilgesellschaft ermöglichten tiefe Einblicke, unter anderem in die politische Bedeutung von Architektur und Stadtplanung, das Leben der ultra-orthodoxen Juden sowie die Spannungen im muslimischen Viertel der Altstadt aufgrund jüdischer Siedlungsaktivitäten.

Palästina: Zwischen Besatzung und Staatlichkeit

Einen besonders intensiven Eindruck hinterließ der zweitägige Besuch in Palästina, wo den Teilnehmern wiederum aus erster Hand authentische Einblicke in ein durch Mauern zerstückeltes und durch die israelische (Militär-) Präsenz nach wie vor dominiertes Land zwischen Aufbruchsoptimismus (Ramallah) und Hoffnungslosigkeit (Hebron) gewährt wurden. Wie anders schließlich Tel Aviv, der Abschluss der Studienreise: Dank der Bauhausarchitektur Weltkulturerbe, vermag es die Metropole am Mittelmeer durch ihr pulsierendes Alltagsleben dennoch nur sehr oberflächlich die langen Schatten des israelisch-palästinensischen Konfliktes zu verdrängen. Einhelliges Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Die Reise war ein absolutes Highlight der akademischen Ausbildung!

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