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Biosignale – Eine Herzensangelegenheit in vielerlei Hinsicht

09.08.2017: Die Universität der Bundeswehr München beteiligt sich seit 1998 am Ferienprogramm „Mädchen machen Technik“. Dr. Gerhard Staude vom „Chair of Signal Processing“ bietet dabei den Kurs „Biosignale – Fenster zu unserem Körper“ an.
Biosignale – Eine Herzensangelegenheit in vielerlei Hinsicht

Eine junge Teilnehmerin misst ihren Puls mit einem Stethoskop

Es ist kurz nach zehn als die jungen technikinteressierten Mädchen den Seminarraum des Instituts für Informationstechnik betreten und sie Dr. Staude, Privatdozent für Signal- und Informationsverarbeitung, freundlich begrüßt. Es ist ihm eine Herzensangelegenheit, den Mädchen mit dieser Veranstaltung zu zeigen, wie umfangreich das Studienangebot ist und wie interessant technische Studiengänge sind. Das bestätigt auch die Konsequenz, mit der er sich an dem Ferienprogramm beteiligt: zehn Jahre in Folge schon. Und noch immer referiert Dr. Staude ehrgeizig über Biosignale und wie man sie sichtbar machen kann.

Das Seminar beginnt mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Die neun Teilnehmerinnen sind zwischen 12 und 14 Jahre alt und kommen aus dem näheren Umkreis der Universität in Neubiberg. Anschließend behandelt Dr. Staude erste theoretische Grundlagen, bei denen die Teilnehmerinnen mit dem Wort Biosignal andere Begriffe assoziieren sollen. Vom Herzrhythmus über Hirnströme bis hin zu den Funktionen des Körpers, die Mädchen haben von Beginn an ein richtiges Gefühl für das Thema. Dann dürfen sie endlich selbst Hand anlegen. Beim Puls messen zeigen sie sich begeistert. Nur beim Kopfrechnen stellt sich keine allzu große Freude in der Ferienzeit ein. Dr. Staude protokolliert dabei akkurat jeden Wert an der Tafel und die Mädchen zeigen sich beeindruckt von ihrem Ruhepuls. Um den Technikinteressierten noch genaueres Arbeiten zu ermöglichen, teilt der Seminarleiter Stethoskope aus, die am Ende des Seminars mit nach Hause genommen werden können.

„Ich glaub, dein Herz ist irgendwie eckig“

Doch so richtig interessant wird es für die Mädchen erst, als sie die Computer einschalten dürfen. Mit dem Messsystem Biopac sollen sie nun ihren Herzrhythmus aufzeichnen. Dr. Staude erklärt noch gewissenhaft, wo und wie die Klebeelektroden aus dem Kinderkrankenhaus an Armen und Beinen anzubringen sind, und schon kann es losgehen. Beim Messen entdecken die wissbegierigen Ferienwissenschaftlerinnen schnell die Unterschiede. „Dein Herz ist irgendwie eckig“ glaubt eine von ihnen entdeckt zu haben, während sie die Werte am Bildschirm verfolgt. Überall im Raum ist Gekicher zu hören. Die Mädchen haben sichtlich Spaß an ihrer ersten technischen Begegnung mit dem Herzschlag. Den Seminarleiter freut es. Er erinnert sich noch an die erste Veranstaltung zurück. Damals hätte man die Abläufe zu einfach geplant. Die Mädchen sind viel klüger und haben eine schnellere Auffassungsgabe, weshalb man das Seminar entsprechend anspruchsvoller gestaltet. Heute orientiert es sich nicht nur an dem erstellten Konzept, sondern geht auch auf die Interessen der Seminarteilnehmerinnen ein. Nur so könne man die Aufmerksamkeit der Technikinteressierten auch auf drei Tage verteilt gleich hoch halten, so der Privatdozent.

Im Umgang mit Naturwissenschaft und Technik stärken

Neben dem Erstellen des eigenen Elektrokardiogramms lernen die Mädchen auch, wie man die Kraft, Bewegung und Aktivität von Muskeln hören kann. Außerdem zeigt ihnen Dr. Staude wie man Gedanken sichtbar macht und wie ein Lügendetektor funktioniert. Im Fokus steht dabei stets, sich selbst auszuprobieren und ein Gespür für die Technik zu bekommen. Letztlich sei es das erklärte Ziel, die jungen Schülerinnen für ein technisches Studium zu begeistern, kommentiert der Wissenschaftler. Damit ist er auf einer Linie mit dem Grundgedanken des Ferienprogramms „Mädchen machen Technik“. Auch zukünftig will man die Mädchen im Umgang mit Naturwissenschaft und Technik stärken und langfristig bei ihnen ein Interesse an diesen Sachverhalten verankern.

Termine
Vortragsreihe Entrepreneurship - Thema: "Finanzierungsfragen während einer Gründung" 26.09.2017 16:30 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, 1311
Dies academicus 2017 20.10.2017 10:00 - 13:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
Jahreskolloquium RISK: Wieviel Sicherheit verträgt die Gesellschaft? 08.11.2017 10:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Casino
International Conference on Experimental Fluid Mechanics (ICEFM 2018 Munich) 02.07.2018 - 04.07.2018 — Universität der Bundeswehr München
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