CI-Element wave

EPPP

Öffentliche Beschaffung optimieren

01.12.2006: Experten tagen an der Universität der Bundeswehr München

Bild EPPPDie öffentliche Hand beschafft jedes Jahr Sach- und Dienstleistungen im Wert von ca. 260 Milliarden Euro von privaten Unternehmen. Dies entspricht ca. 13 % des Bruttoinlandsproduktes und macht deutlich, welches Potential sich bei einer zielgerichteten Bearbeitung der Beschaffungsmärkte für öffentliche Auftraggeber erschließt. Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, sowohl das Vergaberecht zu modernisieren, als auch die Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft im Rahmen Öffentlich Privater Partnerschaften (Public Private Partnerships/ PPP) zu erleichtern. Das Institut für Recht und Management öffentlicher Beschaffung (IRMöB) der Universität der Bundeswehr München durfte in diesen Tagen zwei wichtige Gruppen zu diesen Themen auf dem Campus begrüßen.
Am 27. November traf sich der Europäische Verband für Defence Public Private Partnership (EPPP) zu seiner Jahresversammlung an der Universität der Bundeswehr München. Der Verband sucht gemeinsam mit den staatlichen Institutionen und der privaten Wirtschaft nach zukunftsorientierten Lösungsansätzen für die Ausstattung und Finanzierung des europäischen Verteidigungsbereichs. Nahezu alle europäischen Ländern stehen im Hinblick auf ihre Verteidigungspolitik vor einem bekannten Dilemma. Die großteils in die Jahre gekommene Ausstattung ist für die neuen verteidigungspolitischen Herausforderungen globaler Einsätze nicht geeignet. Dem daraus resultierenden hohen Investitionsstau stehen leere öffentliche Haushalte gegenüber. Um die verteidigungspolitischen Aufgabenstellungen zukünftig lösen zu können, müssen daher vermehrt alternative Wege gegangen werden. Public Private Partnership hat sich bereits in vielen Bereichen als Lösungsmöglichkeit bewährt. Ziel muss es sein, Kooperationen zwischen dem staatlichen Verteidigungsbereich, insbesondere den Armeen, und der privaten Wirtschaft zu fördern, um so Optimierung im Hinblick auf wirtschaftliche und technische Aspekte sowie die Ausrüstung zu erreichen. Der fachliche Austausch stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Impulse gab etwa der Vortrag von Prof. Dr. Michael Eßig von der Universität der Bundeswehr München (im Bild rechts) „Zur Notwendigkeit einer strategischen öffentlichen Beschaffung: Thesen für eine Neuorientierung des Managements von Privatisierungsinitiativen und PPP-Modellen“. Präsident des EPPP ist Prof. Dr. Sebastian Kummer von der Wirtschaftsuniversität Wien (Mitte), Geschäftsführendes Vorstandsmitglied ist der Rechtsanwalt Karl-Heinz Gimmler (links).
Bereits am 17. November fand die Regionalgruppenversammlung Bayern des Forums Vergabe ebenfalls an der Universität der Bundeswehr München statt. Das Forum Vergabe bietet seinen Mitgliedern und anderen interessierten Kreisen den Informations-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch zu allen aktuellen und zukunftsweisenden Themen des nationalen und EU-weiten Vergabewesens sowie zum vergaberechtlichen Regelwerk der Welthandelsorganisation (WTO). Im Rahmen der Münchner Arbeitssitzung referierte Frau Dr. Simonetta Vezzoso von der Universität Trient über das neue Vergabegesetz der Republik Italien (Codice delle appalti pubblici), daneben standen Berichte aus den Vergabekammern, dem Vergabesenat, des OLG München und aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie auf dem Programm.

Zur Seite des Instituts für Recht und Management öffentlicher Beschaffung

Zur Seite des EPPP
 

CI-Element Spinner