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Gouverneure

Afghanische Provinzgouverneure berichten über Sicherheitslage

08.01.2009: Die Universität der Bundeswehr München war letzte Station der NATO-Reise der hochrangigen Politiker

Gouverneure AfghanistanMit den afghanischen Provinzgouverneuren Sayed Fazlullah Wahidi und Mohammed Halim Fedai besuchten am 19. Dezember zwei hochrangige Politiker aus Afghanistan die Universität der Bundeswehr München. Sie wurden begleitet von Vertretern der U.S. Botschaft in Kabul und Berlin sowie vom U.S. Generalkonsulat in München. Die Gouverneure der Provinzen Kunar (ca. 320.000 Einwohner) und Maidan Wardak (ca. 1 Million Einwohner) unternahmen eine einwöchige Reise in Europa, um NATO- und Regierungsvertreter in Paris, Brüssel und Berlin über die Fortschritte beim Wiederaufbau Afghanistans zu informieren. An der Universität der Bundeswehr München organisierte Prof. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften, eine Gesprächsrunde mit Vertretern der Fakultät.

Fortschritte beim Aufbau Afghanistans

Die afghanischen Provinzgouverneure berichteten ausführlich über die weiterhin angespannte Sicherheitslage, aber auch über deutliche Fortschritte beim Aufbau Afghanistans. So sei in ihren Provinzen Kunar und Maidan Wardak die Zahl der Schüler, die regelmäßig eine Schule besuchen, in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Politiker zeigten sich besonders stolz darüber, dass der Anteil an Mädchen, die eine Schule besuchen, ebenfalls gestiegen ist. So werde der Schulbesuch von Mädchen, der unter der Talibanherrschaft streng verboten war, langsam zur Normalität. Auch in der Infrastruktur habe sich einiges getan, berichteten die Gouverneure: Mehrere Millionen Dollar wurden in den Straßenbau investiert.

ISAF erwünscht

Weiterhin heikel sei die Sicherheitslage. In der Provinz Kunar sind laut Gouverneur Wahidi Gefechte mit Talibankämpfern an der Tagesordnung. Dies liege vor allem daran, dass die Provinz eine rund 300 Kilometer lange Grenze mit Pakistan habe und diese exponierte Lage die Infiltration durch Talibankämpfer erleichtere. Zumal eine effektive Grenzüberwachung in dieser schwer zugänglichen Hochgebirgsregion kaum möglich sei. Beide Gouverneure befürworteten vehement die Anwesenheit der rund 50.000 Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan. „Für einen zivilen Aufbau Afghanistans brauchen wir auch die militärische Sicherheit und damit die Präsenz von ISAF“, erklärte Fedai. Beide Gouverneure widersprachen der Darstellung, die ISAF-Soldaten würden von den Afghanen als Besatzer empfunden. „Das Gegenteil ist der Fall. Für uns Afghanen sind die ISAF-Soldaten Freunde, die wir ins Land geholt haben“, meinte Wahidi. Beide Gouverneure appellierten zum Abschluss des Gesprächs an die internationale Staatengemeinschaft, besonders den Aufbau von Schulen zu forcieren. „Ohne Bildung keine Demokratie“, brachte Wahidi den Wunsch auf den Punkt.

 


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