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Forum

Macht Krieg krank?

03.05.2007: Vortrag von Prof. Rosner in der Reihe studium plus forum

RosnerIn der neuen Reihe studium plus forum veranstaltet das Zentralinstitut studium plus in loser Folge Vorträge und Diskussionen. Dazu sind sowohl Studierende und Angehörige der Universität sowie interessierte Gäste eingeladen. Den Auftakt machte am 25. April Prof. Rita Rosner mit dem Vortrag „Macht Krieg psychisch krank? Auftreten und Behandlungsmöglichkeiten von Kriegstraumata“. Prof. Rosner ist Professorin für Klinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität und Vorstandsvorsitzende der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie. Im Rahmen ihrer Forschung untersuchte sie u.a. in Bosnien Kriegstraumata und die Folgen.

In ihrem Vortrag erklärte sie zunächst, welche Symptome zur Diagnose „Posttraumatische Belastungsstörung“ führen. Auslöser für Traumata sind Ereignisse, die der Betroffene subjektiv als schlimm erlebt. Dabei kann ein und dasselbe Ereignis, zum Beispiel eine Naturkatastrophe oder ein Kriegserlebnis, bei der einen Person ein Trauma hervorrufen während es bei einer anderen Person keine Spuren hinterlässt. Und nicht jede Traumatisierung hat langfristige Folgen und führt zu einer Belastungsstörung. Für diejenigen die betroffen sind, stelle die Krankheit jedoch eine sehr starke Einschränkung und Belastung dar, machte Rosner deutlich. Sie leiden u.a. an emotionaler Taubheit, Erinnerungsdruck und chronischer Übererregung. Außerdem seien die Folgen oft sehr langfristig. Als Beispiel nannte sie die Veteranen des Vietnamkriegs: Noch heute leiden 15 Prozent von ihnen an einer Posttraumatischen Belastungsstörung.

Debriefing auf dem Prüfstand
In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum ging es vermehrt um die Frage, wie präventive Maßnahmen aussehen können und welche – neuen – Behandlungsmöglichkeiten für Traumate derzeit von der Forschung als besonders wirksam bewertet werden. So erweise sich etwa die Internettherapie – Betroffene wenden sich anonym an einen Therapeuten im Internet – für bestimmte Gruppen als sehr geeignet, sagte Rosner. Kontrovers diskutiert wird dagegen derzeit die Methode des Debriefings, das nach Katastrophen und Unfällen in Deutschland sehr oft angewendet wird. Hier sei es ihrer Meinung nach entscheidend, dass geschultes Personal das Debriefing vornimmt und die Teilnahme freiwillig ist, so Rosner.

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Bildervortrag: „… kannst du grüne Erbsen brauchen?“ - Zwei Frauenleben auf Berghütten zwischen 1907 und 1934 01.03.2018 17:00 - 19:00 — Universitätsbibliothek, Gebäude 35, 1. OG, Raum 1004
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