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Kinderuni Bilder

Welchem Bild kann ich trauen?

2.06.2008: Kinderuni beschäftigt sich mit dem Umgang mit Bildern in den Medien

Kinderuni BilderDass Kinder an die Universität kommen, um sich Werbespots für Handy-Klingeltöne oder Ausschnitte einer TV-Gerichtsshow anzuschauen, scheint auf den ersten Blick etwas befremdlich. Aber nur auf den ersten Blick. Denn schließlich ging es bei der vierten Veranstaltung der Kinderuni, die die Universität der Bundeswehr München und die Volkshochschule Neubiberg-Ottobrunn gemeinsam veranstalten, um Bilder. „Zeigen Bilder Wirklichkeit? Wie wir die Welt der Medien besser durchschauen können“ erläuterten Prof. Manuela Pietraß, Professorin für Angewandte Medienwissenschaft an der Fakultät für Pädagogik, und Verena Weigand von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien den rund 80 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Zunächst erklärte Prof. Pietraß die vielen schönen Seiten, die uns durch die Medien in Form von Bildern vermittelt werden. „Die Bilder sind wie ein Fenster zur Welt“. Bilder ermöglichen es beispielsweise in ferne Länder zu „reisen“ – ohne selbst wirklich hinzufahren. Auch über Neuigkeiten, etwa einen Vulkanausbruch, werde ich mit Bildern informiert, ohne dass ich mich selbst dafür in Gefahr begeben muss. Und im Idealfall zeigen diese Bilder die Wirklichkeit so, wie sie ist.

Erfundene Wirklichkeit

Aber es gibt auch Bilder, die lügen. Die Medienwissenschaftlerinnen zeigten den Kindern beispielsweise, wie mit Bildbearbeitungsprogrammen ein Porträtfoto bearbeitet wird. Plötzlich hat die Person schönere Haut, weißere Zähne, strahlendere Augen und gepflegtere Haare. Es ist immer noch die gleiche Person – aber ist es die Wirklichkeit? Und warum werden Bilder verändert? Da hatten die Kinder viele Ideen: Bilder müssen gefallen, verkauft werden und schön aussehen, durchschauen sie die Medienwelt schon ganz gut. Zwischen Realität – der Wirklichkeit – und Fiktion – der erfundenen Wirklichkeit – müsse man unterscheiden, so Prof. Pietraß. Früher war es einfacher, Realität und Fiktion auseinander zu halten. Der Künstler, der ein Bild malt, kann seiner Phantasie freien Lauf lassen – jeder weiß, dass es ein Gemälde ist. Doch in der heutigen Medienwelt vermischen sich Realität und Fiktion immer mehr.

Schauspieler oder Richter?

So gilt es etwa zu unterscheiden zwischen der Person Johnny Depp, die es wirklich gibt, und der Figur Jack Sparrow, die Johnny Depp in „Fluch der Karibik“ spielt. Einige TV-Sendungen spielen bewusst mit der Vermischung von Wirklichkeit und erfundener Wirklichkeit. So sahen die Kinder Ausschnitte einer TV-Gerichtsshow eines Privatsenders. Die Richterin der Show ist auch in der Realität Richterin – aber die Show ist trotzdem Fiktion. Die Schauspieler spielen sich selbst, ihren eigenen Beruf, innerhalb einer erfundenen Geschichte. „Wenn Leute diese Sendungen sehen, glauben sie, das sei die Realität und erhalten so ein falsches Bild von der Wirklichkeit“, erläuterte Verena Weigand die möglichen Gefahren. Noch drastischer ist es, wenn TV-Spots – etwa Werbung für Klingeltöne – bewusst versuchen, die Zuschauer zu verwirren und zu täuschen. „Seid Bildern gegenüber misstrauisch“, gaben Prof. Pietraß und Verena Weigand den Kindern daher mit auf den Weg.

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