CI-Element wave

1. Performance Based Contracting-Symposium

12.08.2014: Ende Juli fand an der Universität der Bundeswehr München das 1. Performance Based Contracting-Symposium statt. Bei dem Workshop wurden vertragliche Lösungswege für komplexe Investitionsprojekte mit langen Planungs- und Nutzungszyklen vorgestellt und diskutiert.

In vielen Industrien wie dem Schiffbau, der Luftfahrzeug-, Automobil- und Baubranche bis hin zum Energiesektor sehen sich Entscheider zusehends in einer Zwickmühle: Einerseits dauert die Planung und Nutzung ihrer Investitionsgüter sehr lange. Tankschiffe, Windräder, Kraftwerke, Produktionsanlagen oder Luftfahrzeugflotten werden für eine Nutzungsdauer von über 20 Jahren ausgelegt. Andererseits entwickeln sich in der heutigen Zeit bestimmte Technologien, aber auch die politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sehr rasant. Der Frage, wie man diese Problematik in den Griff bekommen kann, widmete sich der erste internationale Workshop „Performance Based Contracting“ an der Universität der Bundeswehr München.

Ergebnisorientierte Ziele zu leistungsabhängigen Preisen

Seit einigen Jahren wird in der betriebswirtschaftlichen Forschung verstärkt nach Lösungswegen für die Beschaffung und Steuerung komplexer Leistungsbündel gesucht. Ein Ansatz nennt sich „Performance Based Contracting“. Er steuert ein Projekt vom funktionalen Ergebnis her und nicht  anhand detaillierter technischer Spezifikationen. Gleichzeitig werden monetäre Anreize zur Zielerreichung bzw. Optimierung der erstrebten Ergebnisse eingesetzt. Ergebnisorientierte Ziele zu leistungsabhängigen Preisen – ein Erfolgsrezept für die Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung der Zukunft? Jedenfalls wurde bereits in diversen Studien nachgewiesen, dass „Performance Based Contracting“ geeignet ist, die Effizienz und Effektivität bei Investitionsvorhaben zu steigern. Auch deshalb wird das Thema zusehends wissenschaftlich diskutiert, was sich in der steigenden Anzahl an Forschungsbeiträge in akademischen Zeitschriften belegen lässt. Anlass genug, um einen Workshop zur Thematik zu organisieren.

Universitätsübergreifende Initiative

Der Workshop wurde von Dr. Kostas Selviaridis (Universität Lund, Schweden), Dr. Jens Röhrich (Universität Bath, Vereinigtes Königreich), Prof. Dr. Michael Eßig und Dr. Andreas Glas (Universität der Bundeswehr München, Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften) veranstaltet. Insgesamt konnten über 20 Teilnehmer/-innen aus  Europa für den Workshop gewonnen werden. Neben Teilnehmer/-innen aus Deutschland, Schweden und dem Vereinigten Königreich waren auch Gäste aus Finnland, Griechenland, den Niederlanden und der Schweiz anwesend. Begrüßt wurden die Teilnehmer/-innen durch die Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Merith Niehuss.

Die Bandbreite der Themen umfasste Inhalte wie den Einfluss von Zeit bei der Konzeption von „Performance Based Contracting“, die Entwicklung von einer produktbasierten hin zu einer lösungsbasierten Lieferbeziehung oder die Analyse von Einzelbeispielen, wie den verfügbarkeitsorientierten Betrieb einer Flugzeugflotte in den Niederlanden. Daneben blieb ausreichend Zeit für vertiefende Diskussionen. Der Workshop wurde insgesamt als ein Erfolg von allen Teilnehmer/-innen wahrgenommen, allerdings sind im Themenkomplex „Performance Based Contracting“  immer noch viele Fragen ungeklärt und bedürfen einer weiteren Analyse.

Weitere Informationen zum Special Topic Forum „Performance Based Contracting“

 

CI-Element Spinner