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Wenn der Akku versagt

21.08.2015: Nur 19.000 Elektrofahrzeuge sind in Deutschland im Einsatz, der Verkauf weiterer läuft schleppend. Zu teuer sind die umweltschonenden Autos, zu groß die Angst, auf halber Strecke liegen zu bleiben. Wie Elektrofahrzeuge attraktiver werden könnten, untersucht Prof. Klaus Bogenberger in mehreren Projekten. Wenn der Akku versagt
Wenn der Akku versagt

Bitte einmal vollladen: Elektroauto an der "Tankstelle"

Die Forscher des Instituts für Verkehrswesen und Raumplanung sind an mehreren Vorhaben des Förderprogramms „Schaufenster Elektromobilität“ der Bundesregierung beteiligt, das eine zentrale Maßnahme des 2011 beschlossenen Programms Elektromobilität umsetzt. 2012 wählte die Bundesregierung vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ aus, für die Fördermittel von insgesamt 180 Millionen Euro eingeplant sind.

Carsharing mit Elektrofahrzeugen

Im Forschungsverbund „wiMobil“ kombinieren Prof. Bogenberger und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter Stefan Schmöller und Johannes Müller Elektromobilität mit Carsharing: Mithilfe einer Analyse der Buchungsdaten der Nutzerinnen und Nutzer, der in die Ausgangsflotte eingeführten E-Fahrzeuge unterschiedlicher Anbieter wollen sie die Nutzung von Carsharing-Systemen verstehen und die Auswirkung von E-Carsharing auf Mobilität und Umwelt nachvollziehen. Anhand der Buchungsdaten lässt sich beispielsweise feststellen, dass Elektrofahrzeuge bisher ähnlich häufig gebucht werden wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, allerdings für kürzere Strecken genutzt werden. Standortunabhängige Angebote (Free-floating) werden oft nur für Hin- oder Rückfahrten genutzt, was zu einer ungleichmäßigen Verteilung von Fahrzeugen in einer Stadt führt. Anhand eines Vergleichs der Buchungen an den einzelnen Wochentagen lässt sich die zukünftige Carsharing-Nachfrage vorhersehen – der Free-floating-Anbieter kann so seine Fahrzeuge optimal verteilen und eine bessere Fahrzeugverfügbarkeit gewährleisten.

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Mit einem stärker ausgebauten Netz an Ladestationen in München wollen die Forscher der Angst Vieler entgegenwirken, mit dem Elektrofahrzeug unterwegs stehen zu bleiben. Im Projekt „EPlan“ entwickelt die Bundeswehruniversität daher einen E-Infrastrukturplan für die Stadt München, der sich bei der sinnvollen Verteilung der Ladestationen an der Nachfrage und einer ausgewogenen Kosten-Nutzen-Bilanz orientiert.

Eine spontanere Fahrt und die Möglichkeit, weitere Strecken als bislang zurückzulegen, bietet die Schnellladestation an der Münchner BMW Welt, die das Fahrzeug über Gleichstrom in weniger als einer halben Stunde zu 80 Prozent laden kann. Im Projekt bereiten Prof. Bogenberger und sein Team verkehrsrelevante Daten grafisch auf – so kann die Reichweite des Fahrzeuges genau eingeschätzt und eine optimale Lagestrategie für die Strecke München-Leipzig errechnet werden. Um die innerstädtischen Verkehrsbelastungen zu mindern, ermittelt das Forscherteam zudem die bestmöglichen Standorte für E-Bike-Ladestationen. Neben Elektromobilität liegt ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Professur für Verkehrstechnik auf Verkehrsinformationen und Stauentwicklung.

 


Prof. Klaus Bogenberger will Elektromobilität voranbringen

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