Konkrete Forschungsvorhaben

Forschung und Studien

1.„Public Supply Chain Management”
(Forschungsfeld I.2 / II.2)
2."Public Performance Contracting als Element einer strategischen öffentlichen Beschaffung"
(Forschungsfeld II.2)
3.„International Research Study on Public Procurement (IRSPP)”
(Forschungsfeld II.2)
4.„Referenzmodell für öffentliche Beschaffungsprozesse”
(Forschungsfeld I.1.2 / II.2)
5.„REPROC-Excellence”                                                                              (Forschungsfeld I.1.1 / I.1.2 / II.2)
6.„Supply Chain Safety Management im Rahmen der Projektskizze Logistik”
(Forschungsfeld I.2 / III.1.1)
7.„Entwicklung einer Defence SCM-Rahmenkonzeption“
(Forschungsfeld I.2 / III.1.1)
8.„Anreize und Vergabe-/Preisrecht: Umsetzung einer leistung-sorientierten öffentlichen Beschaffung in Deutschland ”
(Forschungsfeld I.1 / II.2 / III.1.1 / III.2)
9.
 „Performanced Based Logistics“
(Forschungsfeld III 1.1)
10.„Corporate Social Responsibility (CSR) in Public Procurement (EU): Support the work of the Corporate Social Responsibility (CSR) High-Level Group of Member States Representatives“
(Forschungsfeld I.1 / II.2 / III.2)
11.„A Study on Member State Experience in Integrating other Policy Considerations in Public Procurement Policy and Practice“
(Forschungsfeld I.1 / II.2 / III.3)
  
  
1.

„Public Supply Chain Management”
(Forschungsfeld I.2 / II.2)

Derzeit steht der öffentliche Sektor vor fundamentalen Veränderungen. Fiskalische Probleme des Anbieters öffentlicher Leistungen einerseits (Bund, Länder, Gemeinden) und zunehmende Erwartungen der Nachfrager (Bürger) andererseits erfordern eine Neuausrichtung der öffentlichen Wertschöpfung. Diese Strukturveränderungen werden in der Privatwirtschaft derzeit unter dem Oberbegriff Supply Chain Management (SCM) diskutiert. Dahinter verbirgt sich ein Ansatz zur kundenorientierten Führung von (Unternehmens-) Netzwerken. Im Rahmen eines Dissertationsprojektes von Frau Dipl.-Vw. Sandra Dorobek soll untersucht werden, ob und wie SCM auf den öffentlichen Sektor übertragen werden kann und welche Konsequenzen sich daraus für die öffentliche Beschaffung ergeben.

  
2.

„Public Performance Contracting als Element einer strategischen öffentlichen Beschaffung”
(Forschungsfeld II.2)

Die öffentliche Hand beschafft jedes Jahr Sach- und Dienstleistungen im Wert von ca. 260 Milliarden Euro von privaten Unternehmen. Dies entspricht ca. 13 % des Bruttoinlandsproduktes und macht deutlich, welches Potential sich bei einer zielgerichteten Bearbeitung der Beschaffungsmärkte für öffentliche Auftraggeber erschließt. Während im privatwirtschaftlichen Bereich erste strategische Beschaffungskonzepte bereits Anfang der 80er Jahre entwickelt wurden, ist das öffentliche Beschaffungswesen bislang einseitig durch eine vergaberechtsorientierte Diskussion dominiert. Vergaberecht und strategisch-betriebswirtschaftliche Optimierung müssen aber kein zwingender Gegensatz sein, im Gegenteil: Wie das Beispiel erfolgreicher Public Private Partnerships zeigt, sind strategische Kooperationsprojekte zwischen privatwirtschaftlichem Lieferant und öffentlichem Abnehmer möglich. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) hat als einer er ersten öffentlichen Beschaffer eine Serviceabteilung Strategischer Einkauf eingerichtet. Dabei lassen sich Sach- und Dienstleistungen heute oft nur schwerlich trennen. Die Kombination von Know-how und physischem Produkt stellen den Einkauf vor neue Herausforderungen, die derzeit unter dem Oberbegriff „Solutions Sourcing“ diskutiert werden. Insbesondere öffentliche Auftraggeber sehen sich veränderten, weitaus komplexeren Beschaffungsaufgaben gegenüber, da sie zusätzlich vergaberechtskonform beschaffen müssen. Im Rahmen eines Dissertationsprojektes von Herrn Dipl.-Kfm. Andreas Glas wird eine Rahmenkonzeption für die strategische öffentliche Beschaffung im Sinne dieser komplexen Leistungsbündel entwickelt.
  
3.

„International Research Study on Public Procurement (IRSPP)”
(Forschungsfeld II.2)

Im Rahmen einer internationalen vergleichenden Studie werden die Beschaffungsaktivitäten der öffentlichen Hand untersucht und der Versuch unternommen, notwendigen Reformbedarf aufzuzeigen. Die Universität der Bundeswehr München wurde dabei als Forschungspartner für Deutschland ausgewählt. Es entstand eine Fallstudie in Zusammenarbeit mit dem Beschaffungsmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines internationalen Workshops im April 2003 in Budapest, 2005 in Genf und 2007 in Paris präsentiert (IRSPP 1 und 2). In 2007 erschien ein Fallstudienhandbuch, die Professur ist daran dreifach beteiligt: Zum ersten mit der deutschen Fallstudie des DLR, zum zweiten mit der Koordination der Sektion „Public E-Procurement“ sowie zum dritten an der Sektion „Cooperative Purchasing“ (Schriftenverzeichnis Nr. 109 bis 111). IRSPP 4 steht unter dem Oberthema „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der staatlichen Konjunkturpakete auf die öffentliche Beschaffung“ und wird im November 2009 in Lissabon stattfinden. Deutscher Projektpartner ist wiederum das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).


Partner:

  • University of Bath, Center for Research in Strategic Purchasing and Supply (CRiSPS), Projektleitung
  • University of Twente, Initiative for Purchasing Studies (UTIPS), Projektleitung
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Projektpartner Deutschland
  
4.
„Referenzmodell für öffentliche Beschaffungsprozesse”
(Forschungsfeld I.1.2 / II.2)
 
Mit ca. 30.000 Vergabestellen ist das öffentliche Beschaffungswesen stark dezentralisiert. Viele Vergabestellen haben dabei eigene Beschaffungsprozesse definiert. Diese „Atomisierung“ führt derzeit zu enormen Reibungsverlusten sowohl bei der internen Mitarbeiterschulung wie auch bei privatwirtschaftlichen Lieferanten der öffentlichen Hand. Die Sektion „Öffentliche Auftraggeber“ des BME hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, ein Referenzmodell für öffentliche Beschaffungsprozesse zu entwickeln, das idealerweise die Basis für mögliche Softwareimplementierungen darstellt. Das Projekt wird nun als „Reference Procurement“ (REPROC) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Prof. Eßig ist Mitglied des Fachbeirats, es ist die wissenschaftliche Begleitforschung im Rahmen von Projekt (5).
 
Partner
 
  • Sektion „Öffentliche Auftraggeber“ des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
  
5.

„REPROC-Excellence”
(Forschungsfeld
I.1.1 / I.1.2 / II.2)

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Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Referenzmodell für öffentliche Beschaffungsprozesse ist eine möglichst große Breitenwirkung angestrebt. Dazu wird unter Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages zusammen mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) ein Benchmarking-Modell erarbeitet, das Stand und Entwicklung der öffentlichen Beschaffung in Deutschland dokumentieren soll. Gleichzeitig entsteht eine Publikation sowie ein „Beschaffungsbarometer“, der sowohl generisch wie individuell beteiligten Beschaffungsstellen die Entwicklung dokumentiert. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Herr Dipl.-Ök. Raphael Börner im Rahmen seiner Dissertationsschrift wesentliche Aspekte der Leistungsmessung der öffentlichen Beschaffung in Deutschland untersucht.

Partner

  • Sektion „Öffentliche Auftraggeber“ des Bundesverbandes Material-wirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
  
6.

„Supply Chain Safety Management im Rahmen der Projektskizze Logistik”
(Forschungsfeld I.2 / III.1.1)

Dieses Projekt ist die Konkretisierung des lehrstuhlübergreifenden Forschungsrahmenprogramms SaferSCM zusammen mit dem Lehrstuhl Prof. Kern. Es ist als Teilprojekt der Projektskizze Logistik der Bundeswehr zugeordnet und wird vom Bundesministerium der Verteidigung Fü S IV geleitet. Das Projekt Supply Chain Safety Management hat zum Ziel, für den Versorgungsweg „Folgeversorgung“, bezogen auf den konkreten ISAF-Einsatz, eine sicherheitsrelevante Supply Chain zu definieren und zu analysieren, relevante Sicherheitsaspekte dieser Supply Chain zu identifizieren und zu klassifizieren, darauf aufbauend eine Referenz-SC zu konfigurieren, einen Maßnahmenkatalog bzw. Managementansatz zu entwickeln und einen „Umsetzungsfahrplan“ für eine Zertifizierung abzuleiten. Dieses Projekt ist an der Transferstelle Defence SCM und am FoRMöB angesiedelt. Darüber hinaus ist ein entsprechendes Dissertationsprojekt von Frau Dipl.-Kffr. Sandra Tandler vorgesehen.

Partner:

  • Professur Wissensmanagement & Geschäftsprozessgestaltung (wipro)
  • Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)
  • Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH (g.e.b.b.)
  
7.

„Entwicklung einer Defence SCM-Rahmenkonzeption“
(Forschungsfeld I.2 / III.1.1)

Defence Supply Chain Management ist die Anwendung des SCM-Ansatzes auf den Verteidigungssektor. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wird versucht, die wissenschaftlichen Grundlagen und den Stand der Vorarbeiten zu diesem Konzept (u.a. aus der Militärökonomie) zu eruieren und in einen Bezugsrahmen einzuarbeiten. Dieses Projekt ist ebenfalls an der Transferstelle Defence SCM angesiedelt.

Partner:

  • Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH (g.e.b.b.)
  • Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)
  
8.
„Anreize und Vergabe-/Preisrecht: Umsetzung einer leistung-sorientierten öffentlichen Beschaffung in Deutschland ”
(Forschungsfeld I.1 / II.2 / III.1.1 / III.2)
 
Wie bereits bei Forschungsprojekt (2) angedeutet, lassen sich Sach- und Dienstleistungen heute oft nur schwerlich trennen. Gerade im öffentlichen Sektor und dabei insbesondere bei Rüstungsgütern, kommen zunehmend sog. Performance Based Logistics-Konzepte zum Einsatz. Dabei ist das deutsche Preisrecht restriktiv gegenüber variablen Vergütungsverträgen. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll zusammen mit der EADS Deutschland GmbH die Wirtschaftlichkeit derartiger Vorhaben ermittelt werden. Im Rahmen eines begleitenden Dissertationsprojektes von Herrn Florian Kleemann wird eine Rahmenkonzeption für derartige Vertragsformen entwickelt.

Partner:
 
  • EADS Deutschland GmbH (EADS)
  
9.
„Performance Based Logistics“
(Forschungsfeld III.1.1)
 
Insbesondere im Bereich der Luftfahrtindustrie im Verteidigungssektor steigen die Anforderungen an die Verfügbarkeit von Luftfahrzeugen enorm an. Daher sind neue Konzepte der Instandhaltung und Nutzung erforderlich. Performance Based Logistics (PBL) ist ein Ansatz, der eine neue Form der Arbeitsteilung zwischen militärischem Auftraggeber und instandhaltender Industrie vorsieht, um genau diese Verfügbarkeitserhöhungen zu realisieren. Im angelsächsischen Raum, insbesondere den USA, ist es inzwischen sogar das Standardinstrument zur Nutzung militärischer Luftfahrzeuge.


Partner:

  • Waffensystemkommando der Luftwaffe
  • Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB)
  • Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.
  • EADS Military Air Systems (EADS)
  
10.
„Corporate Social Responsibility (CSR) in Public Procurement (EU): Support the work of the Corporate Social Responsibility (CSR) High-Level Group of Member States Representatives“
(Forschungsfeld I.1 / II.2 / III.2)
 
Im Rahmen der Unterstützung der CSR High Level Group der EU ist u.a. auch das Thema öffentliche Beschaffung adressiert. Aufgabe des vom FoRMöB verantworteten Teilprojektes ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung für sozial verantwortlichen öffentlichen Einkauf (Cost Benefit Analysis for Social Responsible Public Procurement CBA-SRPP).
 
Partner:
 
  • Adelphi Consult (adelphi)
  • Europäische Kommission (EU)
  
11.
„A Study on Member State Experience in Integrating other Policy Considerations in Public Procurement Policy and Practice“
(Forschungsfeld I.1 / II.2 / III.3)
 
Strategische Ziele werden in der öffentlichen Beschaffung durch die Politik gesetzt. Dabei geht es bspw. um Fragen der Nachhaltigkeit, der sozial-ethischen Verantwortung und der Innovationsförderung durch öffentlichen Einkauf. Wurden diese bislang häufig als „vergabefremd“ eingestuft, ist in der Zwischenzeit unstrittig, dass auch die öffentliche Beschaffung einen Beitrag zu den strategischen Zielen des öffentlichen Sektors leisten muss. Ziel der Studie ist es, den Stand und die Umsetzung strategischer Politikziele in der europäischen öffentlichen Beschaffung für die Kommission zu untersuchen.
 
Partner:
 
  • Adelphi Consult (adelphi)
  • Belmont Consult (belmont)
  • International Training Center der International Labour Organisation
  • Europäische Kommission (EU)

   

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