Kann man Muskeln hören?

Die Kinderuni-Vorlesung „Biosignale – Fenster zu unserem Körper“ von PD Dr.-Ing. Gerhard Staude lässt die Herzen der jungen Forscher nicht nur höher schlagen – die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hören ihrem eigenen Herzschlag auch zu!
Kann man Muskeln hören?

Es klappt! Die Elektroden messen die Arbeit der Muskeln

Dies war nicht nur eine Kinderuni-Vorlesung zum Zuhören, sondern zum Mitmachen! PD Dr.-Ing. Gerhard Staude, Privatdozent für Signal- und Informationsverarbeitung an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, nutzte die relativ überschaubare Gruppengröße von rund 30 Schülerinnen und Schülern, um aus seiner Kinderuni-Vorlesung „Biosignale – Fenster zu unserem Körper“ ein spannendes Seminar mit vielen Experimenten zu machen.

Ausprobieren ist Wissenschaft

Der Nachwuchs brachte schon viel Vorwissen zum Thema mit: Stethoskop, Hirnstrommessung, Ultraschall war alles nichts Neues für die Schülerinnen und Schüler. Doch so recht wollten sie dem Dozenten nicht glauben, dass man z.B. auch hören kann, wie die Muskeln arbeiten. Mit dem Stethoskop am angespannten Oberarm war jedenfalls von den Muskeln nichts zu hören. Doch auch dies sei schon eine wichtige Feststellung, so Gerhard Staude: „Wissenschaft bedeutet auch ausprobieren. Dass ich mit dem Stethoskop zwar den Herzschlag, nicht aber die Muskeln hören kann, ist schon eine wissenschaftliche Erkenntnis.“ Entscheidend für viele Biosignale des Körpers sind die Nervenzellen des Menschen, die über elektrische Signale miteinander kommunizieren. Das heißt im menschlichen Körper fließt Strom, den man sichtbar und hörbar machen kann. „Allerdings“, schränkte Staude ein, „sind die Biosignale meist sehr klein und schwach, wir müssen sie verstärken.“ Dies zu bewältigen und Biodaten gut nutzbar zu machen, sei eine der Aufgabengebiete der Ingenieure im Bereich der  Signal- und Informationsverarbeitung.

Die Kraft des Muskels sichtbar machen

In einem Experiment machten vier der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Arbeit ihrer Muskeln sichtbar. Angeschlossen an drei Elektroden, einen Verstärker und einen Laptop ließ sich verfolgen, wie der Muskel bei stärkerer und schwächerer Anspannung arbeitet und die Nervenzellen des Muskels entsprechend „hörbar“ miteinander kommunizieren. „Erstaunlich“, was da in ihrem Körper alles abgeht, befanden einige der Teilnehmer. Sie experimentierten auch nach der Vorlesung noch weiter mit Elektroden, Stethoskop und einer anatomischen Modellpuppe. Der Dozent war mit dem wissbegierigen und experimentierfreudigen Nachwuchs hoch zufrieden: „Bleibt neugierig und probiert viel aus, das ist eine gute Eigenschaft für Wissenschaftler.“

 

Erscheinungsjahr: 2013
Filmlänge: 66 Min.
Format 16:9 PAL
Medien: DVD

Eine Produktion des Medienzentrums der Universität der Bundeswehr München

 

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