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Aufgaben und Funktionen

Kanzleramt 
Aufgaben

Das Bundeskanzleramt ist wie die Bundesministerien eine oberste Bundesbehörde. Als zentrale Koordinierungsstelle für die gesamte Regierungspolitik hat es eine herausragende politische Bedeutung.

Das Amt steht im ständigen Kontakt zu den Ministerien und anderen Bundesbehörden, so dass es die Bundeskanzlerin jederzeit über deren Arbeit informieren kann.

Im Kanzleramt werden die Aufgabengebiete sämtlicher Ministerien begleitend bearbeitet. Weil sich das in der Struktur der Arbeitseinheiten des Amtes abbildet, spricht man auch von so genannten Spiegelreferaten.

Aufgabe dieser Spiegelreferate ist es, über alle wesentlichen Angelegenheiten "ihrer" Ressorts informiert zu sein oder sich kurzfristig informieren zu lassen: Die Spiegelreferate erfüllen eine Art Scharnierfunktion zwischen den einzelnen Ressorts auf der einen Seite sowie Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt auf der anderen Seite.

Den Spiegelreferaten obliegt es, alle Vorgänge aus einem Ressort zur Information für etwaige Entscheidungen durch Bundeskanzlerin und Bundeskabinett aufzubereiten. Umgekehrt begleiten und fördern sie die Entscheidungen der Bundeskanzlerin und des Bundeskabinetts gegenüber "ihren" Ressorts. 

In Form der Spiegelreferate ist die Bundesregierung in der Regierungszentrale in stark verkleinerter Form noch einmal als Ganzes nachgebildet. Diese Konstruktion ist entscheidend für die Kompetenz und Effizienz des Amts. Denn auf diese Weise kann die Bundeskanzlerin die Einhaltung ihrer Richtlinienkompetenz gegenüber den Ministerien kontrollieren. Bei Kabinettsberatungen beispielsweise kann sie ihren Ressortministerinnen und -ministern mit der erforderlichen Detailkenntnis begegnen.

Im Kanzleramt werden die Sitzungen und die Beschlüsse des wöchentlich tagenden Bundeskabinetts vorbereitet. Die Beantwortung sämtlicher Anfragen des Bundestages an die Bundesregierung wird von hier aus koordiniert. Das Amt hat damit auch die Funktion eines Sekretariats für die Bundesregierung. 

Die Fülle seiner Aufgaben und die direkte Zuarbeit für die Bundeskanzlerin verleihen dem Amt eine zentrale Stellung im politischen Gefüge unseres Landes. Es ist deshalb nicht übertrieben, das Bundeskanzleramt als die "Schaltzentrale" der Regierungspolitik zu bezeichnen.

Arbeitsweise

Wie auch in den Bundesministerien unterscheidet man im Bundeskanzleramt zwischen dem Leitungsbereich und der so genannten Arbeitsebene. Diese gebräuchliche Unterscheidung darf freilich nicht missverstanden werden. Natürlich wird auch und besonders intensiv auf der Leitungsebene gearbeitet, und auf der Arbeitsebene werden ebenfalls Führungsaufgaben wahrgenommen.

Gleichwohl veranschaulicht die Unterscheidung das Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen: Der Ebene der Entscheidungsträgerinnen und -träger an der politischen oder administrativen Spitze und der Ebene der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Abteilungen. Letztere nehmen vorwiegend Fachaufgaben wahr.

Leitungsbereich

Zum Leitungsbereich gehören die Bundeskanzlerin, der Chef des Bundeskanzleramts, die Staatsministerinnen und -minister der Bundeskanzlerin und die persönlichen Büros.

Der Chef des Bundeskanzleramts (abgekürzt ChefBK) ist Leiter der Behörde mit allen dazu gehörenden Aufgaben.

Kanzlerbüro

Der Bundeskanzlerin ist zur Erfüllung ihrer unmittelbaren Aufgaben ein Büro zugeordnet. Zu dessen Aufgaben gehört es, die persönlichen Gespräche und Termine der Bundeskanzlerin zu koordinieren. Es bereitet ihre Post auf und filtert aus den vielen Schreiben, Telefonanrufen und Terminanfragen diejenigen heraus, mit denen sich die Kanzlerin persönlich befassen muss. Hinzu kommt die Vorbereitung von Terminen und Kontakten der Bundeskanzlerin.


Das Kanzlerbüro beantwortet die zahlreichen Briefe, Eingaben und Petitionen, die im Bundeskanzleramt eingehen. Es sei denn, die Verantwortlichen des Leitungsbereichs antworten selbst oder die Beantwortung wird wegen des fachspezifischen Inhalts den Fachabteilungen des Amtes übertragen.