Klausurtagung Augsburg

Wirklich ein Hardliner?
Der private Bischof Mixa im Gespräch mit Soldaten

 

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„Ich mag die Soldaten, und die Soldaten mögen mich auch“, sagt Militärbischof Walter Mixa gerne. Davon konnten sich studierende Offiziere und Professoren der katholischen Hochschulgemeinde der Bundeswehr-Universität München überzeugen. Sie trafen ihren Bischof am 23. Januar zum Gespräch im Haus St. Ulrich der katholischen Akademie in Augsburg.

Die militärischen Studenten hatten im Vorfeld unterschiedliche Erwartungen an das Gespräch. Mixa, der seit 2005 auch Bischof von Augsburg ist, hatte in der Vergangenheit oft polarisiert und wurde als „Hardliner“ und „Scharfmacher“ tituliert. Also war man gespannt, wie er auf die vorbereiteten und teilweise sehr privaten Fragen reagieren würde. In den ersten Gesprächsminuten merkte man aber schnell, dass er sich im Kreise „seiner“ Soldaten wohl fühlt.

Der 67-Jährige beantwortete auch kritische Fragen und stellte sich mitunter längeren Diskussionen. Zunächst begann die Unterhaltung unverfänglich mit dem Thema „Militärseelsorge“. Walter Mixa betonte vor allem, dass die Seelsorge die Soldaten in den Auslandseinsatz begleiten müsse. Weitere Schwerpunkte seien die Betreuung der daheim gebliebenen Familien und der „Lebenskundliche Unterricht“ - also die Ethikausbildung in den Standorten.

Im Folgenden wurden die Fragen persönlicher. So entstand eine ausgiebige Diskussion über seine Einstellung zum Zölibat, und ob der Geistliche dieses nicht auch mal hinterfrage. Ganz und gar nicht „Hardliner“, gestand er den studierenden Offizieren, dass er als Jugendlicher ein Mädchen gekannt und auch gern geheiratet hätte. Aber schließlich habe ihn „dieser Jesus“ so überzeugt, dass er sich –gegen den Willen seiner Eltern- für den Beruf des Priesters entschieden habe. Und heute könne er sich nicht mehr vorstellen, verheiratet zu sein, weil er den Menschen „ganz zur Verfügung“ stehen müsse. Die Kraft hierfür schöpfe er „aus der Liebe Gottes zu den Menschen“. Deshalb trete er auch so vehement für das Leben ein.

Im weiteren Gespräch über Gott, die Schöpfung und die Menschen, stellte ihm ein Soldat die Frage, ob er nicht manchmal an den Menschen zweifle. Seine spontane Reaktion überraschte die Anwesenden: „Ja, ich zweifle auch an mir selbst“. Die Frage schien ihn berührt zu haben. Hörbar emotional erläuterte der 67jährige den jungen Offizieren seine Beziehungsverhältnisse zu Gott, zu den Menschen und zu sich selbst.

Die studierenden Soldaten und Professoren der katholischen Hochschulgemeinde der Universität der Bundeswehr München erlebten den Bischof sehr persönlich. So wich das Bild des „Hardliners“ dem des überzeugten Christen, der für die Menschen da sein möchte. „Wenn ich nicht schon Christ wäre, dann würde ich es heute werden“, zeigte sich eine Soldatin tief von Walter Mixa beeindruckt. Ein weiterer Soldat sagte: „Ich kann jetzt besser verstehen, dass er seine Standpunkte hat und auch nach außen vertritt“. Der Bischof, den er erlebt habe, sei kein „Scharfmacher“. Er vertrete seine katholischen Standpunkte allerdings auch dann mit deutlichen Worten, wenn das unpopulär sei. „Mir“, so der Soldat weiter, „gibt er damit Halt von weitem.“