InCarITS

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Kunde

DLR Raumfahrtagentur (FKZ 50 NA 1001)

Dauer

01.10.2009 - 30.06.2012

Kontaktperson

Roland Bauernfeind

 

Über ausländische Internetseiten werden sogenannte GPS-Störsender angeboten und verkauft. Diese Störsender werden als „Privacy Protection Devices (PPDs)“ beworben und von Personen eingesetzt, um den GPS-Empfang zu stören. Durch die Störung des GPS-Empfangs ist keine Positionsbestimmung mehr möglich, womit auch verhindert wird, dass der Standort des Nutzers ungewollt an Dritte preisgegeben wird. Neben dieser Absicht können GPS-Störsender auch für mutwillige Betrugsversuche gegen GPS-basierte Mautsysteme (z.B. Toll Collect) verwendet werden oder, um eventuell eine GPS-basierte Kfz-Diebstahlsicherung funktionsunfähig zu machen. Der Betrieb von Störsenden ist in Deutschland gemäß Telekommunikationsgesetz § 149 Bußgeldvorschriften Abs. 1 Nr. 10 eine Ordnungswidrigkeit (Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig ohne Frequenzzuteilung nach § 55 Abs. 1 Satz 1 eine Frequenz nutzt). Auch der Verkauf ist nach dem elektromagnetischen Verträglichkeitsgesetz § 6 Abs. 1 Satz 1 verboten. Jedoch ist es für die Bundesnetzagentur schwer, gegen ausländische Anbieter vorzugehen.

Im ersten Schritt des Vorhabens wurden Störsender beschafft und deren Signal charakterisiert. Im zweiten Schritt wurden Methoden entwickelt und getestet, welche die Unterdrückung des Störsignals im Empfänger ermöglichen. Im Rahmen von GATE-Tests wurde gezeigt, dass für die Verfolgung des Navigationssignals, durch Störsignalunterdrückung basierend auf der Kurzzeit-Fourier-Transformation, eine Verbesserung erzielt werden kann. Der Störeinfluss durch Störsender kann jedoch nur soweit unterdrückt werden, solange das Front-End des Empfängers nicht gesättigt ist. Um diese Empfänger zu schützen, wurde die Übertragung der Information über detektierte Störsender an eine zentrale Stelle untersucht. Hierfür wurden Erweiterungen für, im Rahmen der ITS-Standardisierung bereits definierte, ITS-Nachrichtentypen vorgeschlagen. Durch Kommunikation von detektierten Ereignissen an eine zentrale Stelle kann diese dann den Störsender mit einer mobilen Einheit verfolgen und an der Quelle außer Betrieb nehmen. Im letzten Schritt wurde eine Bewertung der Risiken und Folgen des Einsatzes von Störsendern auf verschiedene Anwendungen durchgeführt. Der Fokus richtet sich auf Anwendungen bei denen der Einsatz von Störsendern mit finanziellen Folgen verbunden ist (GNSS-basierte Mautsysteme) und auf Anwendungen mit sicherheitskritischen Folgen (Anwendungen der Luftfahrt).