InCarITS

InCarITS II

Um effektiv gegen Störsender und allgemein gegen Interferenzen vorgehen zu können wird im Rahmen von InCarITS II die C-ITS Infrastruktur genutzt. Mit geeigneten digitalen Signalverarbeitungsalgorithmen ist es möglich, den Einfluss von Interferenzen zu minimieren oder ganz zu unterdrücken. Mutwillige Interferenz kann jedoch aufgrund der hohen Sendeleistung nur unterdrückt werden, solange das Front-End nicht im Zustand der Sättigung ist.

Zusätzlich ist anzunehmen, dass mit der Weiterentwicklung der Algorithmen zur Unterdrückung von Störsignalen auch die Störsender weiterentwickelt werden. Um effektiv gegen Interferenzen und gezieltes Stören vorgehen zu können ist es notwendig, die Interferenzquelle zu lokalisieren. Eine genaue Lokalisierung ist jedoch nur mit einem Netzwerk an GNSS-Sensoren möglich, das flächendeckend zur Verfügung stehen muss. Bei Verwendung eines GNSS-Navigationssignals im E5-Band, welches für ARNS (Aeronautical Radio Navigation Services) reserviert ist, muss auch mit Interferenzen durch andere Navigationssysteme wie das DME (Distance Measurement Equipment) gerechnet werden. Diese und weitere Interferenzquellen müssen vom Empfänger detektiert und unterdrückt werden.

Mehrwegeffekte stellen immer noch ein großes Problem dar. Sie sind einer der Hauptgründe dafür, dass intelligente GNSS-basierte Mautsysteme ohne teure Zusatzinfrastruktur zum Beispiel in städtischen Gebieten noch nicht möglich sind. Bei relativer Positionsbestimmung zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern wird ein Großteil der gemeinsamen GNSS-Fehlereinflüsse verringert beziehungsweise eliminiert. Dies gilt jedoch nicht für Mehrwegeffekte, die damit zum dominierenden Faktor werden. Aufgrund der hohen Anforderungen der meist sicherheitskritischen Anwendungen ist eine Unterdrückung beziehungsweise genaue Beurteilung der Auswirkungen der Mehrwegeffekte in Echtzeit notwendig.

Des Weiteren gibt es für die relative Positionsbestimmung in C-ITS noch keine Standards. Die bisher vorgesehenen Verfahren zur Positionsbestimmung in der C-ITS Architektur berechnen die relative Position als Differenz der unabhängig berechneten absoluten Positionen der einzelnen Empfänger. Jeder Empfänger kann hierbei zur Berechnung der absoluten Position verschiedene Algorithmen verwenden, wodurch vermeidbare Fehler allein aufgrund von unterschiedlichen Algorithmen in der Firmware auftreten können. Auch die Verwendung verschiedener GNSS-Satelliten zur Positions-bestimmung führt bei sicherheitskritischen Anwendungen zu vermeidbaren Ungenauigkeiten. Diese Problematik wird bisher vollständig vernachlässigt. Bei allen derzeitig verwendeten Konzepten für C-ITS-Anwendungen bleibt die Tatsache unberücksichtigt, dass mehrere räumlich sehr nahe GNSS-Empfänger gleichzeitig ihre Position ermitteln. Hiermit wird nicht berücksichtigt, dass durch den direkten Austausch von Messungen die atmosphärischen Fehlereinflüsse bei Relativverfahren wesentlich verringert werden könnten.

Gefördert durch: DLR (FKZ 50 NA 1219)
Kontakt: Roland Bauernfeind
Projektlaufzeit: 01.10.2012 - 31.10.2014