Mähdrescher

Signalbild überbreiter landwirtschaftlicher Fahrzeuge (Mähdrescher)

    

Können Mähdrescher mit Überbreite (3,31 - 3,5 m) ohne je ein Begleitfahrzeug vorne bzw. hinten auf öffentlichen Straßen fahren?

Durch die Breite der Fahrzeuge ergeben sich folgende Probleme: Das Signalbild muss unter allen Sichtbedingungen (Tag / Nacht) den übrigen Verkehr vor einem überbreiten und sehr langsamen Fahrzeug warnen. Weiterhin ist aufgrund der Fahrzeugbreite bei einer Straßenbreite von 5,90 m, die im untergeordneten Straßennetz eben erreicht wird, das Passieren nur möglich, wenn der Mähdrescher auf dem Randstreifen fährt. Zusätzlich muss das Signalbild so gestaltet sein, dass der passierende Verkehr die Begrenzung des Mähdreschers erkennen und auf der verengten Spur vorbei fahren kann.
Der Fahrversuch wurde im realen Verkehrsumfeld bei einer Straßenbreite von 5,90 Meter, einer Strecke mit Hügel, Wald und Kurve, bei Dämmerung bzw. Dunkelheit durchgeführt. Neben dem Mähdrescher und dem vom Probanden gefahrenen Messfahrzeug waren zwei weitere Fahrzeuge als "Gegenverkehr" beteiligt. Folgende Situationen wurden realisiert: Das Versuchsfahrzeug trifft hinter einer Kuppe auf den Mähdrescher (überholen), bzw. begegnet ihm nach einer Kurve. Oft wird durch Blendung die Breiten-Einschätzung - "Komme ich hier vorbei?" - erschwert. 
     

Aus der Analyse der CAN- und Video-Daten, den Fragebogen und Versuchsprotokollen von 34 Probanden (18 jüngere, 16 ältere) ergaben sich folgende Forderungen:

 
  1. Drei Rundumleuchten, 2 vorne und 1 hinten.
  2. Großes Schild im Frontbereich mit Reflektorbändern & Positionslampen.

  3. Rot-weiße Warntafeln vorne und hinten.

  4. Gelbe Leuchtstreifen an allen Seiten des Mähdreschers, Konturenmarkierung.

  5. Scheinwerfer zur Beleuchtung des linken Vorderrads und Ausleuchtung der Straße neben dem Mähdrescher.

 

Diese Ergebnisse resultieren aus einem Projekt für das Bayerische Staatsministerium des Inneren. Sie wurden in PROFI, 2009, Heft 10 S. 78 f. zusammengefasst.