Fahrerassistenzsysteme

Fahrerassistenzsysteme

Fahrerassistenzsysteme sind elektronische Zusatzeinrichtungen im Kraftfahrzeug, die den Fahrer bei seiner Fahraufgabe unterstützen sollen. Damit Fahrerassistenzsysteme den Fahrkomfort und die Verkehrssicherheit erhöhen, müssen sie neben Informationen über die Umgebung und das Fahrzeug auch Informationen über den Fahrer nutzen.
 
 
Das IfA verbessert in Zusammenarbeit mit Automobilherstellern verschiedene Fahrerassistenzsysteme, zum Beispiel durch Erkenntnisse über den Zustand des Fahrers (Müdigkeit, Ablenkung) oder seine Absichten (Fahrmanöver-Erkennung). Dabei wurden unter anderem Studien im Bereich der Längsführungs- (adaptive Tempomaten mit Stop&Go Funktion, autonome Notbremssysteme) und der Querführungsassistenz (Spurverlassenswarner, Spurhalteassistenten) durchgeführt.
 
 
Realistische Bedingungen sind bei derartigen Themenstellungen unverzichtbar. Daher führt das IfA seine Studien auf öffentlichen Straßen und nicht im Simulator durch. Und wenn es um fahrdynamisch anspruchsvollere Situationen oder auch Prototypen geht, wird auf dem hauseigene Testgelände getestet.

 

Wie die Zukunft der Fahrerassistenzsysteme (FAS) aussehen soll, beantwortet der Institutsleiter Prof. Berthold Färber in einem Interview, das uns von Allianz SafetyFirst.tv bzw. Ehrmann Wacker Film zur Verfügung gestellt wurde:

"Interview mit Prof. Färber zum Thema FAS" (40MB)


Laufende Projekte

UR:BAN: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement

 

 

Das Insitut für Arbeitswissenschaft ist in der Forschungsinitiative UR:BAN in der Projektsäule Mensch im Verkehr vertreten.Im Teilprojekt Verhaltensprädiktion und Intentionserkennung (VIE) werden Algorithmen entwickelt, die helfen sollen Spurwechsel oder Abbiegevorgänge besser vorherzusagen. Dies dient vor allem dazu, Fehlauslösungen bestehender Seriensysteme wie der Automatischen Notbremse (ANB) zu reduzieren. Im Teilprojekt Kontrollierbarkeit (KON) sollen Methoden entwickelt werden, die eine sichere Übernahme von Fahrerassistenzsystemen an Grenzen oder bei Fehlfunktionen durch den Fahrer untersuchen. Am IfA wird vor allem die VIL- Methodik betrachtet. Das Teilprojekt Urbanes Fahren (UF) versucht für andere Teilprojekte gemeinsame Szenarien und Datenstandards zu schaffen. Fahrerassistenzsysteme sollen dadurch künftig in vergleichbaren Szenarien getestet und bewertet werden können.

PKW-VRU Unfallentstehung

Viele Gefahrensituationen in Verkehrsszenarien mit Vulnerable Road Users (VRU) entstehen durch eine falsche oder lückenhafte Situationswahrnehmung, bei der die Fahrsituation, d.h. der aus Fahrersicht prinzipiell wahrnehmbare Ausschnitt einer Verkehrssituation, nicht mit der vom Fahrer tatsächlich wahrgenommenen Situation übereinstimmt. Eine fehlerhafte Situationswahrnehmung des Fahrers ist häufig ein Hinweis auf fehlende Information bzw. das Nichtnutzen oder falsche Nutzen von vorhandenen Informationen, was schließlich die Wahrscheinlichkeit einer riskanten Manöverinitialisierung durch den Fahrer deutlich erhöht. Um den PKW Fahrer in potenziellen Gefahrensituationen mit VRU durch den Einsatz von Fahrerassistenzsystemen (FAS) optimal zu unterstützen ist es daher erforderlich, wahrnehmungs- und kognitionsbasierte Faktoren im Unfallentstehungsprozess zu identifizieren, die PKW-VRU Unfälle begünstigen bzw. mindern. Ziel des Projekts ist, durch eine detaillierte Analyse von Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, und Handlung von Fahrern in der Pre-Crash Phase Informationen darüber zu gewinnen, welche Unterstützung im Vorfeld eines PKW-VRU Unfalls idealerweise erforderlich gewesen wäre, um den Unfall zu vermeiden bzw. die Unfallschwere zu mindern.


Abgeschlossene Projekte

KoPeJAs

 

 

In keiner anderen Altersgruppe ist das Risiko im Straßenverkehr zu verunglücken so hoch wie in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen (FAS) werden die spezifischen Anforderungen der jungen Fahrer bisher jedoch nicht oder nur wenig adressiert. Um in Zukunft auch jüngere Fahrer mit Hilfe von FAS besser unterstützen zu können, ist es daher erforderlich den zielgruppenspezifischen Assistenzbedarf detailliert herauszuarbeiten. Ausgehend von Detailunfallanalysen, sowie Fahrversuchen im Realverkehr und im Vehicle in the Loop wird sowohl das Blick- als auch das Fahrverhalten junger Fahrer in kognitiv anspruchsvollen Verkehrssituationen genauer analysiert. Basierend auf den Ergebnissen werden konkrete Anforderungen an zukünftige Fahrerassistenzsysteme abgeleitet, um die Fahrergruppe der 18- bis 24-Jährigen gezielt zu unterstützen und so zur Senkung der Unfallhäufigkeit beizutragen.