Unfallsimulation

Unfallsimulation

 

Der Entwicklungsprozess von Fahrerassistenzsystemen sollte durch Nutzerstudien unterstützt werden um eine optimale Mensch-Maschine-Interaktion zu gewährleisten. Aussagekräftige Ergebnisse in diesem Bereich können nur erreicht werden, wenn die Test Szenarien zum Testen aktiver Sicherheitssysteme möglichst nah an geeigneten Einsatzszenarien, welche auch kritisch sein können, angelehnt sind. Um dabei aber die Sicherheit von Testpersonen und dem Equipment zu gewährleisten muss eine Testanlage zu diesem Zweck, im Falle einer möglichen Kollision, sicher sein, aber dabei auch ein realistisches, praxisnahes Äußeres besitzen. Existierende Anlagen oder Anwendungen in diesem Bereich besitzen einige Defizite. Aus diesem Grund wurde am IfA ein eigenes System zur Versuchsdurchführungen in Querverkehrsszenarien entwickelt.

 

Abbildung 1:

Gestell mit Hebelkonstruktion (CAPLOS)

 

Dieses eigens entwickelte System trägt die Bezeichnung „compressed air powered lateral obstacle simulator“ oder auch kurz CAPLOS. Einfach ausgedrückt ist CAPLOS ein Gestell mit einer Hebelkonstruktion, welche über Pneumatikkolben mit Druckluft angetrieben wird. Damit kann ein realistisch aussehendes Hindernis in Form einer Fahrzeugfront oder eines Fussgängers (andere Hindernisse können auch angebracht werden) mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3m/s quer in die Fahrbahn katapultiert werden.

 

Fahrzeugdummy

Fußgängerdummy

Gesteuert wird das System über einen Raspberry Pi Minicomputer, der über eine elektrische Schaltung das Aus- und Einfahren der Pneumatikkolben auslöst. Dabei kann CAPLOS über verschiedene Methoden ausgelöst werden:

 

  • direkte Ansteuerung der Auslösung über TTC und somit auch zum Beispiel eine automatische Einbindung in Programme wie ADTF
  • Auslösung des Systems über Lichtschranken (ebenfalls mit TTC Bestimmung)
  • Manuelle Auslösung des Systems mit einem angebrachten Schalter

Großer Vorteil des Systems ist die reliable Auslöse und Ausfahrzeit, was das System sehr gut bei der Vergleichbarkeit von verschiedenen Probanden innerhalb eines Versuchs macht. So wurden mit CAPLOS am IfA schon einige Versuche durchgeführt und weitere Studien in diesem Bereich können noch folgen.