2.5-Dimensionaler Druck eines rotationssymmetrischen Bauteils in den Raum
Großskalige additive Fertigungssysteme halten in den vergangenen Jahren immer mehr Einzug in industriellen und wissenschaftlichen Bereichen. Speziell für Polymer- und Kompositwerkstoffe wird hierbei das Materialextrusions (MEX) -verfahren, welches durch eine einfache Prozessführung gekennzeichnet ist, angewandt [1].
Analog zu den anderweitig eingesetzten additiven Verfahren, wie bspw. dem Selektiven Laser Sintern (SLS), sind die Bauteileigenschaften des gewünschten Endprodukts von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählt die durch den Prozess hervorgerufene komplexe thermische Geschichte und die dadurch resultierenden mikrostrukturellen Vorgänge [2]. Speziell bei semikristallinen Thermoplasten treten auf Werkstoffebene Vorgänge auf, die die makrostrukturellen Bauteileigenschaften positiv als auch negativ beeinflussen können. Als ein negativer Einfluss wären bspw. die thermischen Eigenspannungen zu nennen, welche infolge der Kristallisation auftreten und einen Schrumpf des Bauteils hervorrufen. Weiterhin können kristalline Strukturen, speziell im Verbindungsbereich zweier Extrudatstränge, die Diffusion von Molekülketten behindern und damit die Adhäsion senken. Die Konsequenz ist ein anisotropes Materialverhalten im Endprodukt [3].
Um den oben genannten Herausforderungen entgegen wirken zu können, sollen die auf Werkstoffebene auftretenden Vorgänge beschrieben und untersucht werden. Hierbei steht im Mittelpunkt des Projektes die Ausarbeitung und Validierung eines detaillierten Simulationsmodells zur Darstellung des MEX-Verfahrens und die Materialmodellierung der thermischen Kristallisation, welche in die Simulation eingebunden werden soll [4]. Außerdem sollen neben Variationen verschiedener Fertigungsparameter zusätzliche Peripherien, u. A. Heiz- und Kühlelemente, genutzt werden, um das Temperaturfeld im laufenden Prozess zu modifizieren [3].
Aus den gewonnenen numerischen Erkenntnissen sollen die makrostrukturellen Bauteilkennwerte abgeleitet und bestimmt werden. Weiterhin sind potentielle Fehlerquellen im großskaligen MEX-Verfahren vorab darstellbar, wodurch Zeit und Materialkosten gespart werden können.
