Rollenspiel

Rollenspiel

Situation/Ziel
Murmelgruppe
Ideale Möglichkeit, die Wirkung seines Handelns zu erkennen und das eigene Handlungsrepertoire weiter zu entwickeln. Unverzichtbar in Verhaltenstrainings.
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Teilnehmer am Rollenspiel selbst: 2 bis 4 Personen, der Rest der Gruppe fungiert als Beobachter und Feedbackgeber
Vorbereitung der Rollenbeschreibung sowie der  Situationsbeschreibung Evtl. „Requisiten"
Ca. 30 Minuten (Rollenspiel maximal 10 Minuten; Auswertung maximal 20 Minuten)

Kurzbeschreibung: Ideale Möglichkeit, die Wirkung seines Handelns zu erkennen und das eigene Handlungsrepertoire weiter zu entwickeln. Unverzichtbar in Verhaltenstrainings.

Beschreibung: Im Rollenspiel wird eine praxisnahe Situation zwischen zwei oder mehreren Personen simuliert. Die Dauer variiert von wenigen Minuten bis etwa maximal 20 Minuten. Je länger das Rollenspiel dauert, desto intensiver kann sich eine Dynamik entwickeln (z.B. bei einem Streit), desto schwerer ist es später aber auch auszuwerten, weil es so viel zu besprechen gibt. Für den Lernerfolg bei einem Rollenspiel sind drei Punkte entscheidend:
- die Situation muss realistisch sein und mit der Lebenswelt der Spieler übereinstimmen - die Spieler müssen sich mit den Rollen identifizieren können und dies auch wollen.
- die Feedbacks nach dem Spiel müssen qualifiziert sein (es lohnt sich, die Beobachter  
  vorher zu trainieren, wie man gutes Feedback gibt).

In der Regel hat der Lehrende bereits Situationen vorbereitet. Es empfiehlt sich aber, den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, die Situation und die Rollen auf ihre Erfahrungen zuzuschneiden.

Aus der Praxis: Das Rollenspiel ist die perfekte Methode für jedes Verhaltenstraining. Man probiert Verhalten aus und erfährt danach, wie es auf den oder die „Mitspieler“ und Beobachter gewirkt hat. Danach kann man mit dem neuen Wissen noch einen Versuch starten. Erstaunlich ist immer wieder, wie schnell die gespielte Situation beinahe Ernstcharakter bekommt.
Es gibt vor allem zwei Gefahren. Die erste ist die Verweigerung: Jemand will die Rolle nicht spielen. Hier ist zu klären, wo die Ursache liegt: Ist es Unsicherheit (Angst sich zu blamieren) oder wird die Rolle abgelehnt (z.B. weil sie zu unrealistisch erscheint)? Die zweite Gefahr ist das „Überspielen“: Das Rollenspiel wird übertrieben und damit unrealistisch. Auch das kann auf einen Widerstand gegenüber der Methode zurückgehen. Als Dozent oder Trainer greift man dann sofort ein, bricht das Spiel ab und gibt Feedback. Gut ist dann eine Frage wie: „Was kann Ihnen helfen, realitätsnah zu spielen?“

Quellen: SCHALLER, Roger: Das große Rollenspiel-Buch. Grundtechniken, Anwendungsformen, Praxisbeispiele. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Weinheim: Beltz, 2006

MÜLLER, Rudolf: Mehr Bewegung ins Lernen bringen. Energie aufbauen, Leistungsfähigkeit und Lernmotivation erhöhen, Lernstoff verankern. Weinheim: Beltz, 2003

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