Namen lernen

Namen lernen

Situation/Ziel
Murmelgruppe
Als Lehrender wollen Sie sich die Namen der Studierenden einprägen und erreichen, dass sich auch die Studierenden die Namen der anderen merken.
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Für alle Gruppengrößen geeignet Je nach Variante unterschiedlich Klassenspiegel, Namenskarten, Fotos Individuell unterschiedlich

Beschreibung:
Die Namen der Studierenden zu lernen ist ein nützliches Mittel, um die Interaktionen zwischen Lehrendem und Lernenden sowie zwischen den Studierenden untereinander zu fördern. Sie können sich aus den folgenden Tipps Ihre Lieblingsmethode  heraussuchen.

Klassenspiegel
Sie können z.B. einen so genannten Klassenspiegel erstellen, wie dies Lehrer an Schulen tun, um sich die Namen ihrer Schüler zu merken. Bitten Sie dazu die Studierenden, für die ersten Wochen stets denselben Platz im Veranstaltungsraum aufzusuchen. Dann tragen die Studierenden sich in den vorbereiteten Klassenspiegel ein, und Sie haben Gelegenheit, während der ersten Wochen Name und Gesicht miteinander zu verbinden.

Besonderes Merkmal
In kleineren Veranstaltungen lassen Sie die Studierenden sich selbst vorstellen und eine „Eselsbrücke“ zu ihrem Namen hinzufügen.

Namenskarten
Lassen Sie die Studierenden jedes Mal, bevor sie sprechen, ihren Namen nennen.
Lassen Sie die Studierenden Namenskarten schreiben und vor sich aufstellen. Am Ende der Veranstaltung können Sie die Namenskarten einsammeln und bei der nächsten Sitzung wieder an die Studierenden austeilen. Auf diese Weise können Sie sich selbst die Namen leichter einprägen und gleichzeitig ohne großen Aufwand die Anwesenheit der Studierenden überprüfen.
Die Studierenden können auch Namenskarten tragen.

Fotos
Fotografieren Sie mit einer Digitalkamera jeden Studierenden oder bitten Sie die Studierenden, selbst Fotos mitzubringen und ihre Namen auf die Rückseite zu schreiben.

Aktives Namenlernen in der Gruppe
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Lernen der Namen ganz den Studierenden und deren eigenen Aktivitäten zu überlassen. Hierzu teilen Sie den Studierenden zu Beginn der ersten Sitzung mit, dass Sie den Raum für fünf Minuten verlassen werden. Wenn Sie zurückkommen, erwarten Sie, dass jeder Studierende fünf weitere Studierende mit Vornamen vorstellen kann. Falls die Studierenden fragen, wie sie das tun sollen, dann antworten Sie: "Das bleibt ganz Ihnen überlassen" und verlassen den Raum. Wenn Sie nach fünf bis zehn Minuten zurückkommen, ist der Raum mit Energie geladen. Bitten Sie einen Freiwilligen, fünf Studierende vorzustellen. Danach wiederholen Sie deren Namen und heißen sie in der Veranstaltung willkommen. Im Anschluss daran können Sie in der Veranstaltung fortfahren wie geplant, und die Studierenden sind ganz Ohr.

Kumuliertes Namenlernen
Die folgende Methode ist gleichzeitig eine gute Gedächtnisübung:
Wenn die Studierenden im Kreis oder Rechteck sitzen und einander sehen können, dann sagt der erste Studierende links von Ihnen seinen Namen und ein besonderes Merkmal. Der nächste Studierende wiederholt, was der erste Studierende gesagt hat und fügt seinen Namen und sein Merkmal hinzu. So geht es weiter, bis die ganze Runde zu Ende ist. Wenn Sie es sich zutrauen (und Sie der letzte in der Runde sind), dann ist es Ihre Aufgabe, sämtliche Namen zu wiederholen. Es macht nichts, wenn Sie noch nicht alle Namen behalten haben. Die Absicht ist es, die zählt.
Diese Methode mag Ihnen auf den ersten Blick vielleicht etwas albern vorkommen. Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Methode sehr gut geeignet ist, tatsächlich alle Namen zu behalten.

Aus der Praxis: Fördert das gute Klima im Seminar ungeheuer. Mit dem Duzen, wenn überhaupt, vorsichtig umgehen. Sie werden überrascht sein, wie toll es Studierende finden, wenn sie mit Ihrem Namen angesprochen werden.

Varianten: s.o.

Quelle: WINTELER, Adi: Professionell lehren und lernen. Ein Praxisbuch für Universität und Schule. 2., durchgesehene Auflage. Darmstadt: Wissenschafliche Buchgesellschaft, 2004

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