Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

UniBwM » StudiumPplus » Lehrplus » Lehrplus » Methodenkoffer » Gruppenarbeit » Pro-Contra-Diskussion

Pro-Contro-Diskussion

Pro-Contra-Diskussion

Situation/Ziel
Murmelgruppe
Sammeln und Abwägen von Argumenten und Gegenargumenten zu einem Thema
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Optimal für 15-25 Teilnehmer Thema festlegen, Vorbereitung der Moderation (Moderationsregeln, Moderationsleitfaden) Flipchart, Moderationsmaterial, Pinnwände 60 Minuten

Beschreibung: Die Lerngruppe diskutiert zu einem bestimmten Thema. Es geht nicht darum, die anderen für die eigene Seite zu gewinnen, sondern um den Austausch der Argumente sowie um die Überprüfung der eigenen Argumente.

Aus der Praxis: Anzahl und Qualität der Argumente sind durch den Lehrenden nur begrenzt beeinflussbar. Das Ergebnis der Diskussion sowie ihr Verlauf bleiben offen.

Varianten:
Pro/Contra-Wechsel: Der Lehrende fragt die Zustimmung bzw. Ablehnung der Studierenden zu einem bestimmten Thema ab und lässt die Studierenden dann Argumente für die entgegenstehende Meinung suchen. Diese sollen in der anschließenden Diskussion auch vertreten werden. Der Vorteil dieser Variante ist, dass sich die Lernenden mit den Argumenten der Gegenseite auseinandersetzen müssen, um so deren Denkweise besser zu verstehen und um auf diese Weise ihre eigene Empathiefähigkeit zu schulen.

Podiumsdiskussion: Die Lerngruppe wird in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt, wobei sich zur Vorbereitung der Diskussion eine Gruppe mit Pro-Argumenten und eine andere Gruppe mit den Contra-Argumenten zum Thema auseinandersetzt. Die dritte Gruppe bereitet sich auf die Moderation der Diskussion vor, sie ist auch für den äußeren Rahmen der Veranstaltung verantwortlich. Während der Diskussion befindet sich je ein Vertreter der drei Gruppen auf dem Podium. Die restlichen Lernenden befinden sich im Publikum und können sich nach Maßgabe der Moderation am Prozess beteiligen. Die Besonderheit hierbei liegt im Erkennen der (Un-)Fähigkeit von Gruppen, untereinander im Vorfeld der Diskussion Kontakt aufzunehmen, um das eigene Denken und Handeln auf das der anderen abzustimmen. Auch dieses gruppendynamische Phänomen kann neben der inhaltlichen Auswertung mit thematisiert werden.

Stumme Diskussion: Diese Variation der klassischen Diskussionsform entbindet den Lehrenden wie bei der Podiumsdiskussion von seiner Moderationsrolle und lässt die Auseinandersetzung beinahe wortlos verlaufen. Die beiden Positionen Pro und Contra werden mit Überschriften auf den Pinnwänden benannt. Die Studierenden ordnen sich je nach ihrer Meinung einer Pinnwand zu. In den Gruppen werden Argumente gesammelt und auf Papierstreifen (Flipchartpapier hat die richtige Breite) geschrieben. Diese werden mittig untereinander an der Pinnwand aufgehängt. Nach einer kurzen Präsentation der Argumente gibt es nur die Möglichkeit, Verständnisfragen zu stellen. Danach werden die Pinnwände ausgetauscht und die Gruppe kann ihre Kommentare zu den einzelnen Argumenten der Gegenseite auf ovale Moderationskarten neben die Papierstreifen heften („Eier legen“). Im letzten Schritt werden die beiden Pinnwände wieder nebeneinander präsentiert und beide Parteien können kurze Schlussstatements abgeben. Von Vorteil hier ist, dass grundsätzliche Positionen auf den Prüfstand kommen, ohne dass lange Grundsatzdebatten geführt werden.

Quelle: WEIDENMANN, Bernd: Handbuch Active Training. Die besten Methoden für lebendige Seminare. Weinheim und Basel: Beltz, 2006, S. 25-32.

Methodenkoffer