6 Hüte denken

6-Hüte-Denken (de Bono)

Situation/Ziel
Murmelgruppe
Verschiedene Sichtweisen auf ein Thema werden eröffnet und zugänglich gemacht.
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Bis zu 4 Kleingruppen zu je 6 Teilnehmern Instruktion zum Verhalten der Teilnehmer als Träger einer Farbe 6 Hüte (Papier), Schilder, Bänder, Pinnwandkarten o.ä., um die verschiedenen Denkrichtungen nach außen farblich sichtbar machen zu können. 90 Minuten

Beschreibung: Beim 6-Hüte-Denken handelt es sich um eine Kreativitätstechnik, bei der unterschiedliche Denkansätze von unterschiedlichen Personen innerhalb einer Gruppe verfolgt werden. Jeder Hut verlangt von seinem Träger eine andere Perspektive:

•Weiß:Objektivität und Neutralität = Sammeln von Informationen ohne Wertung.

•Rot: Subjektives Empfinden, persönliche Meinung = Orientierung an den Gefühlen, die das Thema auslöst (positiv und negativ), Suche nach dem „Bauchgefühl“, auch das Diffuse hat hier Platz.

•Schwarz: Objektiv negative Aspekte = Welche sachlichen Argumente sprechen gegen die Entscheidung, welche Bedenken, Einwände, Risiken oder Gefahren sind bekannt oder lassen sich erkennen? (Keine negativen Gefühle, die gehören zum roten Hut.)

•Gelb:Objektiv positive Aspekte = Welche Argumente sprechen für das Projekt, welche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten sind bekannt oder lassen sich erkennen? (Keine positiven Gefühle, siehe roter Hut; keine Ausarbeitung konkreter Ideen, die gehören zum grünen Hut).

•Grün:Hin zu neuen Ideen = Förderung der Kreativität, Entwickeln neuer Ideen, Suche nach Alternativen, unabhängig davon, wie realistisch ihre konkrete Umsetzung ist.

•Blau:Dirigent sein = Kontrolle über den Prozess und die Ablauforganisation. Einnahme der „Meta-Ebene“. Die Aufgaben liegen im Bereich der Ergebnissammlung und Zusammenfassung sowie der Entscheidung darüber, ob in einzelnen Bereichen noch nachgearbeitet werden muss.

Aus der Praxis: Das 6-Hüte-Denken fördert systematisch die Vielfalt des Denkens und führt so zu unterschiedlichen Lösungsansätzen. Um komplexe Probleme erfassen zu können, sind unterschiedliche Sichtweisen hilfreich und notwendig. Da es oftmals schwer fällt, eine einmal eingenommene Position wieder zu verlassen, stehen wir uns bei kreativen Lösungen selbst im Weg. Dieses Problem wird durch die gezielte Verteilung der Denkweisen umgangen. Mit dem differenzierten Denken werden nicht nur unterschiedliche Sichtweisen zwischen den Menschen sichtbar, sondern auch die unterschiedlichen Antriebskräfte innerhalb einer Person.
Es bedarf der inneren Bereitschaft aller Beteiligten, sich auf das eng vorgegebene Raster des Denkens einzulassen.
Farbige Hüte sind am Institut ausleihbar.

Varianten: Es können auch in jeder Gruppe alle 6 Denkrichtungen verteilt und so rotiert werden, dass jeder jede Rolle einmal übernimmt. Die Studenten erfahren, welche der Rollen ihnen liegt und welche nicht.

Quelle: Homepage von Edward de Bono, online im Internet: www.edwarddebono.com [Stand: 02.08.2007]

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