Gruppenpuzzle

Gruppenpuzzle („Jigsaw -Methode“)

Situation/Ziel
Murmelgruppe
Mehrere Expertenteams arbeiten an unterschiedlichen Themen und unterrichten sich im Anschluss daran gegenseitig über die gewonnenen Ergebnisse.
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Ab 12 Teilnehmer bis 25 Teilnehmer Auswahl geeigneter Textabschnitte, Ausarbeiten eines detaillierten Ablaufplans mit Zeitangaben Moderationsmaterial, vorbereitetes Auswertematerial für die Arbeit in den Expertenteams, Flipchart, Pinnwände, Plakate o.ä. 120 Minuten

Beschreibung: Das Gruppenpuzzle ist eine geeignete Methode, um schnell und kooperativ Grundlagenwissen zu erwerben. Dabei wird nicht nur neues Wissen erworben, sondern das Wissen auch durch die Lerngruppen so aufbereitet, dass es anderen Gruppen zur Verfügung gestellt werden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass sich das zu bearbeitende Thema in mindestens drei Unterthemen zerlegen lässt und die entsprechenden Textabschnitte voneinander unabhängig und in sich abgeschlossen sind.

Die Lerngruppe wird in mehrere „Stammgruppen“ à 3-5 Studierende aufgeteilt. Optimalerweise ist die Anzahl der Studierenden in einer Stammgruppe identisch mit der Anzahl der zu bearbeitenden Themenabschnitte/Textteile, so dass innerhalb einer Stammgruppe kein Textabschnitt von zwei Studierenden gleichzeitig bearbeitet werden muss. Jeder Studierende einer Stammgruppe bearbeitet nun seinen separaten Themenabschnitt/Textteil aus einem Gesamtthema und wird Experte für seinen Themenabschnitt/Textteil. Im Anschluss daran werden die Stammgruppen aufgelöst und es werden neue Gruppen sogenannter Expertenteams gebildet. Die Expertenteams setzen sich jeweils aus den Studierenden zusammen, die innerhalb ihrer Stammgruppe den gleichen Themenabschnitt bearbeitet haben. Innerhalb des Expertenteams werden Verständnisfragen geklärt und es wird sichergestellt, dass der zu bearbeitende Themenabschnitt von allen Studierenden verstanden wurde, so dass er im Anschluss daran den übrigen Studierenden in der Stammgruppe erklärt werden kann. Anschließend kehrt jeder Studierende aus seinem Expertenteam in seine Stammgruppe zurück. Nacheinander erklärt dann jedes Mitglied den anderen Gruppenmitgliedern, was es zuvor im Expertenteam erarbeitet und gelernt hat.

Im Verlauf des Puzzles wechseln sich Phasen der Einzelarbeit mit Phasen der Gruppenarbeit ab. Der Ablauf gliedert sich in folgende Phasen:

1.Vorstellung des Gesamtthemas, der Unterthemen für die Expertenteams sowie der Zielvorgabe.

2.Bilden der Stammgruppen.

3.Erarbeiten der Lerninhalte in den Expertenteams und Aufbereitung der Ergebnisse für die anschließende Präsentation.

4.Auflösen der Expertenteams und Bilden der Stammgruppen (bzw. Rückkehr in die Stammgruppen, vgl. Varianten).

5.Vermittlung der Ergebnisse in den Stammgruppen durch die jeweiligen Experten (ausreichend Zeit einplanen, mind. 10 min pro Gruppenmitglied).

Aus der Praxis: Das Gruppenpuzzle fördert die Fähigkeit, kooperativ zu lernen und Verantwortung für den Lehr-/Lernprozess zu übernehmen. Dabei werden auch die schwächeren Gruppenmitglieder gefordert und gefördert, denn die übliche Orientierung am oberen Drittel der Leistungsskala einer Lerngruppe wird auf diese Weise ausgeschaltet. Der Wettbewerbscharakter in der Lernsituation wird durch den Kooperationsgedanken ersetzt. Diese Form der Stoffvermittlung benötigt mehr Zeit als die Vermittlung im Frontalunterricht, entspricht aber der real erforderlichen Zeit, die notwendig ist, um den Lernstoff aufzunehmen. Es besteht die Gefahr, dass die Inhalte z.T. fehlerhaft und unvollständig vermittelt werden. Eine gute Vorbereitung des Gruppenpuzzles ist wichtig. Alle Studierenden erhalten hierzu alle Unterlagen, die den Studierenden über das Webportal von studium plus zur Verfügung gestellt werden können.

Varianten: Die Seminargruppe arbeitet bereits dauerhaft in verschiedenen fest angelegten Kleingruppen: Für diesen Fall werden die Stammgruppen wie beschrieben temporär aufgelöst und Expertenteams gebildet. Im Anschluss kehren die Mitglieder wieder in ihre Stammgruppen zurück.

Quellen: Didaktisches Design auf der Homepage von e-teaching.org, online im Internet: www.e-teaching.org/didaktik [Stand: 02.08.2007]

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