Goldfischglas

Fishbowl (Goldfischglas)

Situation/Ziel
Murmelgruppe
Diskussion eines kontroversen Themas.
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Optimal für 15-25 Teilnehmer Vorbereitung von Stuhlkreisen: Stuhlkreis innen (Innenkreis der 4-6 Experten), ein leerer Stuhl, Stuhlkreis außen (Außenkreis des Plenums), vorbereitete Expertenthemen lose Bestuhlung 90 Minuten

Beschreibung: Goldfischglas ist eine Variante der Podiumsdiskussion. Sie bietet auch den Zuhörern die Möglichkeit der Einflussnahme auf das Geschehen. Zunächst bearbeiten Kleingruppen eine eigene (oder durch den Lehrenden vorgegebene) Position zu einem bestimmten Thema, das i.d.R. im Seminar bereits angesprochen bzw. behandelt wurde. Ein Mitglied aus jeder Gruppe diskutiert danach im Innenkreis (Goldfischglas) diese Position mit den Vertretern der anderen Gruppen.
Der Lehrende eröffnet und leitet die Diskussion. Der Außenkreis hört lediglich zu. Wenn sich jedoch ein Studierender aus dem Außenkreis an der Diskussion beteiligen möchte, kann er sich für kurze Zeit auf den freien Stuhl im Goldfischglas setzen. Der Studierende bekommt vom Lehrenden das Wort. Danach verlässt er den Kreis wieder.

Aus der Praxis: Goldfischglas kombiniert Großgruppen mit den Vorteilen der Kleingruppenarbeit. Goldfischglas ist nicht zur Entscheidungsfindung und Ideensuche geeignet, weil der Blick nicht verengt, sondern geweitet wird. Reine Wissensvermittlung und theoretische Stoffvermittlung sind ebenso wenig mit dieser Methode umsetzbar.

Varianten: Ein Lernender, der sich an der Diskussion im Innenkreis beteiligen möchte, stellt sich hinter die Person, auf deren Statement er sich beziehen will und nimmt ihren Platz ein, sobald diese Person ihren Gedanken zu Ende formuliert hat. Anschließend verbleibt er an ihrer Stelle im Innenkreis. In dieser Variante besteht auch die Möglichkeit, als Angehöriger im Innenkreis den Platz zu räumen und in den Außenkreis zu gehen, um zu pausieren. Es gilt: Wer den Kreis verlässt, darf auch wiederkehren! Damit ergibt sich nicht nur eine inhaltliche Entwicklung, es wird auch der soziale Prozess transparent. „Vielredner“ werden schnell enttarnt und in ihre Schranken verwiesen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dem Außenkreis bestimmte Beobachtungsaufgaben zu stellen (bleibt die Gruppe beim Thema, übernimmt einer die Leitung, etc).

Quellen: Homepage des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, online im Internet: www.learn-line.nrw.de [Stand: 02.08.2007]

Virtuelle Projektwerkstatt, online im Internet: www.projektwerkstatt.de [Stand: 02.08.2007]

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