Expertenbefragung

Expertenbefragung

Situation/Ziel
Fachspezialisten beantworten Fragen (Spezialisten sind in der Regel Sie als Lehrender, evtl. auch die Studierenden).
Teilnehmerzahl Vorbereitung Material Zeitbedarf
wenig wenig viel viel
Zwischen 15-30 Teilnehmer Erstellen einer Fragenpinnwand, Information des/der Experten/Expertin Pinnwände, Karten Ca. 45 Minuten

Beschreibung: Die Studierenden sammeln Fragen zum Thema, die der oder die Spezialisten anschließend beantworten sollen. Die Expertenmethode ist angebracht, wenn die Studierenden zu dem Thema bereits einen Bezug haben und sinnvolle Fragen dazu formulieren können. Die Studierenden schreiben ihre Fragen (einzeln oder in Teams) leserlich auf Kärtchen (je eine pro Karte!) und heften sie an eine Sammel-Pinnwand. Danach übertragen Sie die Karten thematisch geordnet auf die zweite Pinnwand („Ordnungs-Pinnwand“). Es entstehen Kartengruppen („Cluster“) zu je einem Unterthema. Wenn alle Karten zugeordnet sind, erhalten die Unterthemen für jede Kartengruppe auf einer größeren ovalen Karte eine Überschrift.
Jetzt ist alles bereit für die Beantwortung durch den Experten/die Expertin. Sie als Experte schauen sich die Pinnwand an (Zeit lassen!) und beginnen mit einem Frage-Cluster. Beantwortete Fragekarten werden markiert (Eselsohr). Wenn Sie mit allen Karten „durch sind“, können Sie das Thema noch ergänzen und auf weitere wichtige Punkte hinweisen. Die Studierenden kommen erst nach der Beantwortung aller Fragen zu Wort.

Aus der Praxis: Der Experte/die Expertin geht auf die Interessen der Studierenden ein, die Studierenden behalten stets den Überblick über das Fragenspektrum. Ein Assistent/ eine Assistentin sollte mit dem Experten/der Expertin vereinbaren, dass er eine rote Karte hochhält, wenn zu lange geredet wird.

Varianten:
•Wenn Gastreferenten da sind, ist das Experteninterview ideal. Die geordneten Fragen der Studierenden (siehe oben: Ordnungspinnwand) werden dem Gast zur Vorbereitung vorab zugesandt.
•Die Studierenden bestimmen aus ihrer Mitte einen bis maximal drei Sprecher, die den Gast in lockerer Runde interviewen, und bei Bedarf nachfragen. Wenn man will, kann man auch das studentische Publikum über ein reales oder virtuelles Saalmikrofon (z.B. ein Stift; nur wer es gerade gereicht bekommt, darf reden) einbeziehen.
•Wenn schon einige Studierende über gute Vorkenntnisse verfügen: Bevor der Experte mit einem Frage-Cluster beginnt, fragt er in die Runde, ob jemand eine oder mehrere der Karten beantworten kann. Dann agieren Studierende als Experten für diese Karte.

Quelle:WEIDENMANN, Bernd: Handbuch Active Training. Die besten Methoden für lebendige Seminare. Weinheim und Basel: Beltz, 2006, S. 26-29.

Methodenkoffer