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Lehrgespräch als Seminarformat

Das Lehrgespräch als Seminarformat

 

Kurzbeschreibung:

Das Lehrgespräch ist eine der am häufigsten gewählten Lehrformen zur Stoffvermittlung. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns dieser Methode bedienen, birgt die Gefahr in sich, dass wir das für Erfahrung halten, was wir viele Jahre lang falsch gemacht haben. Gerade deshalb erscheint es notwendig, hier etwas genauer hinzusehen.

Das Lehrgespräch dient grundsätzlich der Einführung in ein neues Thema oder in einen neuen Themenkomplex. Es kann aber auch im Fortgang einer Veranstaltung zur Vertiefung einzelner Abschnitte dienen. Durch kurze (theoretische und praktische) Inputs sowie durch Fragen sollen die Lernenden aktiviert werden.

 

Was kann und will das Lehrgespräch?

Das Lehrgespräch ist eine Unterrichtsmethode, die darauf abzielt, die Lernenden in die Erarbeitung des Lernstoffs einzubeziehen. Dies geschieht durch Inputs, die an bereits Bekanntes anschließen und die Neugierde auf Neues wecken sollen. Zusätzlich werden die Lernenden durch offene Fragen an der Bearbeitung des Stoffs beteiligt und können so zusätzliche Assoziationen mit einbringen und Unklarheiten im Gespräch ausräumen.

Das Lehrgespräch soll in besonderer Weise an die Erfahrungen der Lernenden anschließen, um aus der Praxis heraus die theoretische Strukturen des Themas sichtbar zu machen.

Das Lehrgespräch kann auch dazu dienen, die unterschiedlichen Erfahrungen und Kenntnisse der Teilnehmer zu einem bestimmten Themenbereich in eine ganzheitliche Sicht auf die Thematik zusammenzuführen.

 

Vorgehensweise

Grundsätzlich ist es ratsam, die Lernenden über Fragetechniken in die Gestaltung des Lernprozesses miteinzubeziehen, um den Eindruck eines bloßen Vortrags und damit der Belehrung zu vermeiden. Dies kann bereits zu Beginn einer Unterrichtseinheit erreicht werden, wenn durch die Bekanntgabe der Lernziele die Grundlage für die Aufnahme des kommenden Stoffs sichergestellt wird.

Im Verlauf des Unterrichts ist es hilfreich, den neuen Stoff an bereits bekannte Themen anzuschließen, um so Widerstände gegen das Neue zu verringern und um sicherstellen zu können, dass die Inhalte an den richtigen Stellen im Gedächtnis abgespeichert werden. Die Aktivierung aller Teilnehmer durch Fragen ist an dieser Stelle besonders wichtig, um alle zu beteiligen. Abschließend ist eine Widerholung der wichtigsten Inhalte und die Zusammenfassung der Ergebnisse von großer Bedeutung für den nachhaltigen Lernerfolg.

 

Didaktik und Methodik

Bei der Auswahl der Inhalte ist darauf zu achten, dass zu viele neue Inhalte ähnlicher Art störend wirken und einander bei deren Abspeicherung im Gedächtnis blockieren. Daher empfiehlt es sich, erst eine neue Information gut im Kurzzeitgedächtnis zu verankern, bevor eine Variation zum Thema angeboten wird.

Das Lehrgespräch lässt sich stets gut mit anderen Methoden der Unterrichtsgestaltung verbinden. So ist es besonders hilfreich, praktische Beispiele anzubieten und anschauliche Darstellungen zu wählen, die weitere Sinneskanäle ansprechen. Neben dem Hören können Lerninhalte den Weg zum Gedächtnis auch über das Sprechen, das Fühlen (Anfassen), das Sehen oder das Riechen finden. Je mehr Eingangskanäle zum Gehirn bedient werden, desto größer ist die Assoziation mit bereits vorhandenen Denkinhalten, was wiederum die Aufmerksamkeit steigert. Das Lehrgespräch kann auch gut mit anderen Lernformen wie z.B. der Gruppenarbeit kombiniert werden. Dies bietet sich insbesondere bei größeren Gruppen an, um die Komplexität der Diskussion geringer zu halten.

Mit positiven Erlebnissen verknüpfte Informationen werden besonders gut verarbeitet und verstanden. Deshalb gehören Spaß und Erfolgserlebnisse in jedes Lehrgespräch.

 

Literatur

www.ausbildernetz.de [Stand: 10.10.2007]

www.liceos.ch [Stand: 10.10.2007]

Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr ZDv 3/1: Grundsätze der Ausbildungslehre