E-Learning

Lehren und Lernen mit Hilfe von E-Learning

 

Kurzbeschreibung:

In diesem Kurzbeitrag werden die wichtigsten Formen des E-Learnings vorgestellt und einige Anwendungsmöglichkeiten beschrieben. E-Learning steht für den Einsatz digitaler Medien mit all seinen Facetten und Möglichkeiten. Damit können Lehrveranstaltungen begleitend unterstützt werden, Möglichkeiten zum selbstgesteuerten Lernen, zur Kommunikation und Information oder zur Organisation und Verwaltung gegeben werden. Unter Blended Learning werden Lehr-/Lernkonzepte verstanden, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzlehrangeboten und virtuellen Lehr-/Lernphasen unter Einbezug neuer Informations- und Kommunikationsmedien leisten. Dieses Konzept wird kurz beschrieben. Für den E-Learning-Einsatz steht Ihnen das Learning-Management-System ILIAS bereit: http://ilias.unibw.de/goto.php?target=cat_676.

Eine sehr gute Ergänzung zu diesem Beitrag stellt das Portal www.e-teaching.org dar, ein Online-Informationsportal und Beratungswerkzeug zum Themenbereich E-Teaching an Hochschulen. Die UniBwM ist voraussichtlich Sommer 2012 Partnerhochschule von e-teaching.org.

 

Was versteht man unter E-Learning?

E-Learning ist ein vielfältiges Konzept, zu dem es keine einheitliche Definition gibt. Es bestehen aber allgemeine Merkmale, die für E-Learning relevant sind. E-Learning ist durch eine Unabhängigkeit von Zeit und Raum gekennzeichnet sowie durch Interaktivität zwischen Nutzer und Medium. Lernprozesse, in denen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Kommunikation und Kooperation zwischen Lehrenden und Lernenden eingesetzt werden und in denen neue Medien (z.B. Lernplattformen) sowie multimediale Anwendungen sinnvoll auch mit anderen (traditionellen) Lehr-Lernmitteln kombiniert werden (= Blended Learning), sind beispielsweise kennzeichnend für E-Learning-Angebote.

Grundsätzlich können in Seminaren oder Vorlesungen einige spezielle Inhalte mittels rechnergestützter Medien und Angebote, wie z.B. Simulationen, eingesetzt werden oder sogar ganze Studiengänge webbasiert organisiert werden.

E-Learning-Angebote in Verbindung mit Präsenzlehre (wie Blended Learning- Konzepte) sind gerade für die Ziele von studium plus besonders geeignet. Es werden Elemente der Präsenzlehre mit Elementen der virtuellen Lehre sinnvoll verknüpft. Die Studierenden haben aber weiterhin die Möglichkeit, den direkten Kontakt zu Lehrenden und auch Kommilitonen in Lehrveranstaltungen zu nutzen sowie die Freiräume (Orts- und Zeitunabhängigkeit) beim Lernen, die sie sehr schätzen. Die Eigenaktivität der Studierenden ist bei gutem didaktischem Konzept hoch und kann außerdem die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernverhalten anregen. Gerade die Selbstlernkompetenz wird in einem hohen Maße gefordert und gefördert. Die Studierenden üben berufsrelevante Schlüsselqualifikationen ein, wie z.B. Organisationskompetenz, Medienkompetenz und Teamfähigkeit bei Gruppenaufgaben.

E-Learning erfordert eine durchdachte Konzeption und didaktische Gestaltung. Die neuen Medien werden immer stärker Einzug in die Lehre halten, wie sie auch im Arbeits- und Weiterbildungsprozess nicht mehr wegzudenken sind. Weiterführende Informationen finden sich in didaktischen Unterlagen bei ILIAS: http://ilias.unibw.de/goto.php?target=cat_7981

 

Welche E-Lernformen gibt es?

Folgender Grundsatz soll diesem Abschnitt vorangestellt werden: „Keine Methode, kein Medium ist schlecht, wenn es das Lernen beschleunigt und bereichert. Keine Methode, keine Medium, ist gut, wenn es das Lernen nicht beschleunigt und nicht bereichert (ganz egal wie „kreativ“ oder „fortschrittlich“ sie daherkommt)“ (Meier, 2004, S. 230). Somit stellen die Vielfalt der Medien und eine sinnvolle Auswahl die Würze des Lernens dar. Keiner sollte auf „Teufel komm raus“ – nur weil es gerade „in“ ist, E-Learning einsetzen.

Die Rahmenbedingungen für die Form eines E-Learning-Angebots sind durch didaktische und methodische Konzeption, den Inhalt, die Technik, die Kommunikationswege und die Adressaten und Anbieter gekennzeichnet (Online im Internet: http://www.elan-niedersachsen.de/index.php?id=16 [Stand: 17.03.2007]). Eine Auswahl von gängigen E-Learning-Formen wird im Folgenden vorgestellt:

  • Computerbasierte Trainings (CBT)

CBTs sind durch folgende Elemente gekennzeichnet:
- zeitlich und räumlich flexibel
- kein direkter Kontakt zu Lehrenden und (Mit-) Lernenden
- meist CD-ROM mit multimedialen Inhalten zum Selbstlernen
Beispiele: Sprachprogramme/Vokabeltrainer (als Drill-and-Practice-Programm), Simulationen (Planspiele), sowie einige Bundeswehr-Lehrgänge

  • Webbasierte Trainings (WBT)

- Weiterentwicklung des CBT, bei der eine Einbindung der Inhalte ins Inter- bzw. Intranet erfolgt
- vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion (Mail, News, Chats und Diskussionsforen) von Lernenden und Dozenten/Tutoren bzw. Mitlernern
- Möglichkeit der Einbindung verschiedener Audio- und Videodateien sowie auch Simulationen

Beispiel: Tutorielle Programme

  • Blended Learning

„Blended Learning ist ein integriertes Lernkonzept, das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über Internet oder Intranet in Verbindung mit klassischen Lernmethoden in einem Lernarrangement optimal nutzt. Es ermöglicht Lernen, Kommunizieren, Informieren und Wissensaustausch losgelöst von Ort und Zeit in Kombination mit Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und persönlichen Begegnungen in klassischen Präsenztrainings“ (Sauter & Sauter, 2002). Diese Definition beschreibt das Konzept sehr gut und macht gleichzeitig deutlich, dass es dem Lerner von heute, der sich für eine Präsenzuniversität entschieden hat, entgegenkommt.

  • Learning Management System

LMS (Learning Management System) sind strategische Planungs- und Managementsysteme für das gesamte Online- und Präsenz-Lehrangebot (von Buchungsprozessen, Lehr- und Lernprozessen bis zur Ressourcenadministration). 

An der UniBwM können Sie das LMS ILIAS nutzen und Sie finden dort weiterführende Informationen und unterstützende Materialien: http://ilias.unibw.de/goto.php?target=cat_676

Seit Web 2.0 – der Öffnung des Internets für jeden, der sich aktiv selbst beteiligen möchte – sind neue Möglichkeiten der Online-Zusammenarbeit und des E-Learnings entstanden. So können Weblogs, Wikis und Podcasts zu den unterschiedlichsten Themen erstellt und in der Lehre genutzt werden.

 

Wie baut man eine Lehreinheit auf?

Grundsätzlich sind die selben Kriterien zu berücksichtigen, die man bei der Gestaltung einer „klassischen“ Lehrveranstaltung ebenfalls bedenken sollte. Dies sind:

  • die Lehrziele (warum wird gelernt)

  • der Lehrinhalt (was wird gelernt)

  • die Lehrmethoden (wie wird gelernt)

  • die Lehrmittel/-medien (womit wird gelernt)

  • der Lernerfolg (mit welchem Resultat wird gelernt)

  • die Reflexion (wie lehre ich)

Nachdem diese ersten Planungsschritte für eine Lehrveranstaltung durchdacht wurden, kann eine sinnvolle Lernform ausgewählt werden. Diese sollte zu den Zielen und Inhalten passen und eine entsprechende mediale Ergänzung bzw. das Lehrmedium überhaupt darstellen und damit zweckmäßig sein. Hilfreich können an dieser Stelle auch die Ausführungen zum Projektseminar sein.

E-Learning erfordert allerdings schon eine gewisse e-Lehrkompetenz, d.h. technische und mediendidaktische Anforderungen zu erlernen und entsprechend zu nutzen. Insbesondere geht es dabei um die Auswahl der technischen Werkzeuge (Software, Tools,...) sowie um die Anwendung didaktischer Methoden mit dem Ziel, die Lehre zu verbessern. Die ausgewählten Tools sollten auch so nutzerfreundlich sein, dass die Anwender/Studierenden damit problemlos arbeiten können.
Grundsätzlich erfordern e-Lernangebote gerade in den Onlinephasen eine hohe Motivation und Selbstdisziplin sowie ein hohes Maß an selbstgesteuertem Lernen.

Ein typisches Lernszenario für ein sog. Blended Learning - Angebot könnte folgendermaßen aussehen:

1. Vorstellung des Seminarthemas mit seinen Inhalten und dem (vorläufigen) Aufbau über das Trimester hinweg

Präsenz

2. Erarbeitung eines Teils des Kursinhaltes zum Zweck der Information und Themenfindung der einzelnen Arbeitsgruppen

Onlinephase – Selbststudium

Online-Unterstützung (bei Bedarf)

3. Projektwahl zur Bearbeitung innerhalb einer Arbeitsgruppe; darüber bildet sich gleichzeitig die Arbeitsgruppe

Präsenz

4. Bearbeitung des Projektthemas in der Arbeitsgruppe

Erarbeitung weiterer Kursinhalte

(Virtuelle) Gruppenarbeit

Selbststudium

Online-Unterstützung

5. Präsentation und Diskussion des Projektentwurfs; Konzept zur Weiterarbeit entwickeln

Präsenz

6. Weiterarbeit am Projektthema

(Virtuelle) Gruppenarbeit

7. Präsentation der Ergebnisse

Präsenz

 

Nun können auch mehrere kleine Aufgaben bearbeitet werden, so dass sich die Phasen 4 bis 7 im Laufe des Trimesters auch wiederholen.

 

Unterschiedliche Gestaltungsaspekte stehen bereit

Für den Lerner sind eine entsprechende Strukturierung sowie Orientierungshilfen sehr nützlich.

  • Textinformationen sollten in kleinere Portionen aufgeteilt werden. Zu lange Texte strengen beim Lesen am Bildschirm an.
  • Die Lerninhalte auf mehreren Seiten sollten von einem allgemeinen zu einem detaillierten Informationsgrad (iterativ) erfolgen.
  • Links unterbrechen den Lesefluss. Dies auch längerfristig, wenn der Leser dem Link folgt. Deshalb sollte bei wichtigen Informationen auf Links im Text verzichtet werden.
  • Druckbarkeit (keine hellen Schriften auf dunklem Hintergrund) berücksichtigen (Reppert, 1999).