Reykjavik University
Am Donnerstag, den 11.07.2024, ging es vormittags zu der südlich in Reykjavik gelegenen Universität Reykjavik (RU). Nach unserer Ankunft begrüßte uns unser Ansprechpartner der Universität Jónas Þór Snæbjörnsson, zeigte eine Modelldarstellung des Gebäudes und führte uns in einen für uns reservierten Hörsaal.

Jónas Þór Snæbjörnsson hat 1985 seinen Abschluss als Bauingenieur an der größten Uni des Landes, der University of Iceland, gemacht und anschließend bis 1989 in den USA ein Masterstudium absolviert. Seinen Doktortitel hat er 2002 an der NTNU in Norwegen erlangt. Inzwischen hält er seit vielen Jahren als Professor verschiedene Lehrveranstaltungen an der RU. Seine Forschungsschwerpunkte sind dabei Strukturanalyse, Wind- und Erdbebenuntersuchungen sowie Monitoring- und Messtechniken.
Er gab uns zunächst einen Überblick über die Fakten und Geschichte der Universität. Die Hochschule wurde 1998 gegründet und ist heutzutage die zweitgrößte Islands. Es handelt sich um eine Privatuniversität, weshalb für die Studierenden Gebühren anfallen. Diese betragen je nach Studiengang zwischen 800€ und 4000€ pro Semester. Insgesamt zahlen diese Gebühren circa 4.000 Studierende jedes Semester. Als Studienabschlüsse können Diplom-, Bachelor- oder Masterabschlüsse erreicht werden, aber auch PhD-Programme werden angeboten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den technischen Studiengängen. Das zeigt sich auch darin, dass 75% der isländischen technischen Hochschulabschlüsse an der RU gemacht werden. Zusätzlich zu den Studierenden arbeiten 300 ständige Mitarbeitende und Dozierende an der Universität, wobei 60% der Angestellten in der Lehre oder Forschung tätig sind. Weitere 350 Teilzeitdozierende, die größtenteils direkt aus der Industrie kommen, sind an der Lehre beteiligt.
Die Ausbildung erfolgt an dem 30.000m² großen state-of-the-art-Campus in einem Gebäude. Dieses hat durch den Grundriss einen besonderen Aufbau. Die Gebäudeabschnitte tragen alle Namen von Sternen oder Planeten. Die Sonne ist dabei die Eingangshalle als rundes Zentrum des Gebäudes. Die anderen Gebäudeteile heißen beispielsweise Erde, Uranus, Mars oder Venus und beherbergen Vorlesungsräume, Büros, Labore, Aufenthaltsbereiche, die Bibliothek oder die Mensa.

Nach der Vorstellung der Universität wurden wir durch das Gebäude geführt, durften einige Laborräume besichtigen und uns aktuelle Forschungsprojekte ansehen. Das hat einen guten Einblick in das Treiben an einer fremden Universität gegeben. Nach der Führung hielten wir bei einem der Aufenthaltsbereiche für die Studierenden an. Dort gab es kostenlosen Kaffee für uns, während die Professoren unsere Uni sowie aktuelle Forschungsvorhaben, vorgestellt haben.