Forschungsgebiet

Geowissenschaftliche Spitzbergen-Expedition (SPE) 1990-1992
 

Forschungsgebiet und Teilprojekte
der Geowissenschaftlichen Spitzbergen Expedition (SPE)

 



Das Forschunsgebiet (siehe Karte) umfasste die Germania-Halbinsel am Südufer des Liefdefjordes im Norden von West-Spitzbergen. Es hatte eine Größe von ca. 500 qkm und lag zwischen 79°24' und 79°36' nördlicher Breite und zwischen 12°30' und 13°30' östlicher Länge.

Das Basislager, das 1989 errichtet wurde, lag direkt an der Südküste des Liefdefjordes auf 13° östlicher Länge. Zusätzlich wurden zeitweise bis zu sechs Außenlager unterhalten und versorgt:

  • eines der Geologen am Raudfjord,
  • eines von norwegischen Glaziologen gegenüber des Basislagers an der Nordküste des Liefdefjordes,
  • eines der Vegetationskundler auf der Reinsdyrflya,
  • zwei der Boden- und Vegetationskundler am Bock- und am Woodfjord und
  • eines der Geologen und Glaziologen weiter östlich im Andréeland.

 

 

Übersichtskarte des Forschungsgebietes
der Geowissenschaftlichen Spitzbergen-Expedition 1990-92
© 1995 Kleim

 
Die Geowissenschaftliche Spitzbergen-Expedition, die in drei Kampagnen von 1990 bis 1992 durchgeführt wurde, ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizer Nationalfonds (SNF) finanziert worden. Einen Großteil der Ausrüstung - ausgenommen das wissenschaftlich-technische Material - wurde vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gestellt. Dabei handelte es sich um die Logistik (Frachtcontainer) und die Bekleidung. Die Koordination des gesamten Unternehmens lag beim Lehrstuhl für Physiogeographie und Polargeographie der Universität Bremen und beim Geographischen Institut der Universität Stuttgart.

Angeschlossen an dieses Projekt waren insgesamt zehn geowissenschaftliche Teildisziplinen von 19 Hochschulen aus Norwegen, der Schweiz und Deutschland (siehe Diagramm):

  • Bodenkunde
    Universitäten Basel und Stuttgart
  • Geologie
    Universität Münster
  • Geomorphologie
    Universitäten Bremen, Bochum, Düsseldorf und Passau
  • Glaziologie
    Universitäten Gießen, Oslo, Trier, Würzburg und Zürich
  • Hydrologie
    Universitäten Basel, Heidelberg und Jena
  • Ozeanographie
    Universitäten Hamburg, Jena, Kiel und München
  • Vegetationskunde
    Universitäten Gießen, Hamburg und München
  • Zoologie
    Universität Hamburg
  • Geodäsie
    Fachhochschule und Universität Karlsruhe
  • Kartographie
    Fachhochschule Karlsruhe und Universität der Bundeswehr München

 

 
© 1995 Kleim

 
Die zum Teil fächerübergreifenden Teilprojekte der Geowissenschaftlichen Spitzbergen-Expedition waren, gegliedert nach den einzelnen geowissenschaftlichen Fachdisziplinen, folgende:
 

  • Bodenkunde
  • Untersuchungen über die Kohlenstoff-Speicherung in arktischen Tundren
  • Kartierung der Bodengesellschaften
  • Untersuchungen zur jungquartären Vereisungsgeschichte und Landschaftsentwicklung
  • Untersuchungen über Merkmale chemischer Verwitterung in hochpolaren Böden
  • Untersuchungen über den Humuszustand bei Böden der oligotropen (nährstoffarmen) Tundra
     
  • Geologie
  • Untersuchungen zur Geologie und tektonischen Entwicklung
  • Geologische Kartierung
     
  • Geomorphologie
  • Geomorphologische Kartierung
  • Untersuchungen zu Entwicklung und Alter von Strandlinien

 

  • Glaziologie
  • Untersuchungen zur Glaziologie und Glazialmorphologie
  • Untersuchungen über Frostbodenformen
  • Untersuchungen zu Aufbau, Zerfall und Bedeutung der Meereisdecke
  • Untersuchungen zur glazialen Dynamik, thermischen Struktur und zu hydrologischen Gegebenheiten
  • Untersuchungen zur postglazialen Sedimentation
  • Untersuchungen zur Gletschergeschichte

 

  • Hydrologie
  • Untersuchungen zum saisonalen Verlauf des Vorfluterchemismus
  • Untersuchungen über den Einfluss von Reliefparametern auf klimatische, meteorologische und hydrologische Prozesse
  • Untersuchungen zur fluvialen Dynamik und zum Sedimenttransport in glazialen und periglazialen Einzugsgebieten

 

  • Ozeanographie
  • Untersuchungen zur Untergrundstruktur und Meeresbodenbeschaffenheit

 

  • Vegetationskunde
  • Untersuchungen zur Vegetationsdecke und zum ökologischen Feuchtegrad als Indikatoren für solifluviale Prozesse in hocharktischen Ökosystemen
  • Vegetationsgeographisch-synsoziologische Untersuchungen
  • Bestandsaufnahme der Flechtenarten

 

  • Zoologie
  • Untersuchungen über Kleinstlebewesen in arktischen Meeresböden

 

  • Geodäsie
  • Geodätische Arbeiten zur Unterstützung der SPE-Teilprojekte

 

 

 

 
Logo KT

Kartographie und Topographie

 

Logo SPE

 

 

Logo Sponsoren

In Zusammenarbeit mit dem Norwegischen Polar Institut (NPI), unterstützt vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF)