Descriptio ditionis Fvldensis

 

"DESCRIPTIO  DITIONIS  FVLDENSIS"

von Wolfgang Reckwill von 1574, erschienen 1579 (Original)

 

"BVCHAVIAE  siue  FVLDENSIS  DITIONIS  TYPVS"

von Wolfgang Reckwill von 1574, erschienen 1603,
sogenannte "Ortelius Ausgabe" (Nachdruck)

 

 

 

Allgemeine Hinweise

Grundlage für die Genauigkeitsuntersuchung waren DIN A3 schwarz/weiß Fotokopien geringer Qualität. Die unten aufgeführten Maßstabsangaben beziehen sich auf diese Fotokopien.

Das gesamte Namengut auf der Originalkarte wie auch auf dem Nachdruck wurde untersucht. Zusätzlich wurden eine Reihe von Flusseinmündungen mit in die Auswertung einbezogen. Insgesamt entfallen auf die einzelnen Kategorien folgende Punktmengen:

Objektart Anzahl
gesamt
Anzahl in
Original-
ausgabe
[O]
Anzahl in
Nachdruck
[N]
davon
identifiziert
im O im N
Allgemeine
Kartenangaben
17 17 7 17 7
Ländernamen 12 12 10 10 9
Landschaftsnamen 4 4 4 1 1
Bergnamen 6 6 6 4 4
Flussnamen 14 14 11 14 11
Flussmündungen 43 43 42 32 32
Orte 304 301 295 284 271

 
Zur Koordinatenbestimmung der identifizierten Punkte wurden die entsprechenden Kartenblätter der Topographischen Übersichtskarte 1:200.000 (TÜK 200) verwendet. Die beiden Verzerrungsnetze wurden anhand der identifizierten Berge, Flussmündungen und Orte manuell konstruiert und anschließend am Bildschirm nachdigitalisiert und geglättet.

 

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Maßstabsbestimmung

Originalkarte

Auf der Originalkarte befindet sich unten links in den Feldern H/I-2/3 ein Zirkel mit dem Hinweis “Miliariae Germaniae” (Punkt 1013). Der Abstand der beiden Zirkelspitzen beträgt 2,7 cm. Eine Gemeine Deutsche Meile entspricht 7,41 km. Somit ergibt sich für die Originalkarte ein Maßstab von 1:274.444 (gerundet 1:275.000).


Nachdruck

Auf dem Nachdruck ist am unteren Kartenrand eine Maßstabsleiste in Deutschen Meilen (“Scala milliarium Germanicarum Buchavia” (Punkt 1013)) angegeben. Der mittlere Meilenabstand beträgt 2,4 cm. Daraus ergibt sich für den Nachdruck ein Maßstab von 1:308.750 (gerundet 1:310.000).

 

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Anmerkungen zu den Karten

Originalkarte

Die Originalkarte erschien 1579, also fünf Jahre nach der auf der Karte ausgewiesenen Jahresangabe, und ist nach Südosten orientiert. Das Gebiet von Fulda ist mit einer Grenzlinie umfasst. Zwei Ortsnamen - “delher” = Dalherda und “FVLD” = Fulda - sind spiegelverkehrt. Der “VOGELSBERG” ist auf der Karte nicht lokalisierbar. Auffallend sind über das Kartenblatt verstreute Großbuchstaben - “A” (G-3), “B” (F-3), “C” (E-5), “H” (F-5), “V” (E-4) und “W” (G-1) -, die den Schluss nahe legen, dass es zu dieser Karte auch noch Erläuterungen gab. Die auf der Karte wiedergegebenen Wappen wurden nicht näher untersucht.


Nachdruck

Der Nachdruck wurde bei Abraham Ortelius 1603 publiziert. Im Gegensatz zur Originalkarte ist der Nachdruck um 180° gedreht und somit nach Nordwesten orientiert. Abgesehen von den Ausschmückungen und Kartenrandangaben der Originalkarte, die im Nachdruck fehlen, ist dieser eine verkleinerte Kopie der Originalkarte. Eine Lokalisierung der Berge ist durch die Darstellung mit mehreren “Maulwurfshügeln” nicht mehr eindeutig möglich. Verschiedene Fehler der Originalkarte tauchen auch im Nachdruck auf, einige Fehler sind im Nachdruck neu hinzugekommen. Im Nachdruck sind einige Orte enthalten, die im Original fehlen und umgekehrt (siehe hierzu unter Bemerkungen). Außerdem ist die Schreibweise der Namen zum Teil unterschiedlich (siehe Namenlisten). Eine das Gebiet von Fulda umfassende Grenzlinie wie im Original fehlt.

 

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Anmerkungen zu den Verzerrungsnetzen

Nicht identifizierte Flussmündungen und Orte sowie falsche Orte sind durch verschiedenfarbige Kreissignaturen unterschieden worden (siehe Karten). Nachfolgend sind noch einige spezielle Bemerkungen zu einzelnen Punkten aufgeführt:

1001 Der im Titel des Nachdruckes stehende Begriff “Buchau” bezeichnet einen von der Fulda durchflossenen Landstrich im Kurhessischen, der dem Abt von Fulda gehörte und fast das ganze Stift Fulda umfasste. Bevor es an den Abt von Fulda fiel, soll es früher zu Thüringen und danach zu Franken gehört haben. Der Name soll von einem alten Schloss gleichen Namens stammen. Die Römer nannten dieses Gebiet “Ruchonia” oder “Fagonia”. Bei Ptolemäus wird die Bevölkerung dieses Landstriches mit dem Namen “Pheugas” bezeichnet.
 
1014 Wolfgang Reckwill wirkte als Goldschmied und Kartograph in den Jahren 1574 bis 1582 in Geisa und in Fulda.
 
6001 Ein von Norden in die “Fränkische Saale” einmündender Fluss ist in der TÜK 200 hier nicht verzeichnet.
 
6002 Eine Flussgabelung ist in der TÜK 200 nicht verzeichnet. Aufgrund der Geländeverhältnisse kann hier früher durchaus eine Flussgabelung bestanden haben, die zwischen Hammelburg und der Burg Saaleck eine Insel bildete (siehe auch Anmerkung zu Nr. 6004).
 
6004 Die Wiedereinmündung der Flussverzweigung (Nr. 6002) ist heute nicht mehr vorhanden (vgl. Anmerkung zu Nr. 6002).
 
6005 Einen Fluss, der aus Richtung “Ober-” und “Untereschenbach” in die “Fränkische Saale” einmünden soll, verzeichnet die TÜK 200 nicht.
 
6006 Hier ist in der TÜK 200 keine Einmündung in die “Thulba” feststellbar.
 
6012 Eine Einmündung eines Nebenflusses von Osten in die “Kleine Sinn” ist in der TÜK 200 nicht verzeichnet.
 
6014 Ein Bach aus Westen, aus Richtung “Büchenberg”, der nördlich von “Döllbach” in unmittelbarer Ortsnähe in den durch “Döllbach” fließenden Fluss einmünden soll, ist in der TÜK 200 nicht verzeichnet.
 
6019 Dieser Zusammenfluss ist nicht feststellbar, da vom Ort “Weyhers” kein Fluss nach Süden fließt; lediglich ein Tal ist in der TÜK 200 verzeichnet.
 
6038 Dieser Zusammenfluss ist nicht feststellbar, da der kleine Nebenfluss der “Lüder” in der TÜK 200 nicht verzeichnet ist.
 
7004 Der Ort “Hunsfed” / “Hunsfelt” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7010 Bei dieser Ortssignatur fehlt in der Originalkarte der Name (“Burgruine Reusenberg”).
 
7011 Der Ort “Soneberg” / “Sonnenberg” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7024 Der Ort “Wiperts Kirch” / “Wiperkirch” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7031 Der Ort “Schmidmul” / “Schmidmul” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7034 Der Ort “Werberg” / “Werberg” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7035 Die Namen der Orte “Mitgenfeld” (7035) und “Breitenbach” (7039) sind vertauscht.
 
7036 Bei dieser Ortssignatur fehlt im Nachdruck der Name (“Oberleichtersbach”).
 
7039 Vgl. Anmerkung zu Nr. 7035.
 
7043 Der in der Originalkarte ausgewiesene Ort “Speichersberg”, der im Nachdruck nicht erscheint, ist nicht zu identifizieren.
 
7044 Der Ort “Züntersbach” fehlt im Nachdruck.
 
7054 Der Ort “Kipenbach” / “Kipenbach” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7057 Der Ort “Grunbach” / “Grunbach” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7071 Der Ort “Zillbach” fehlt im Nachdruck.
 
7087 In der Originalkarte wie auch im Nachdruck fehlt der Ortsname. Aufgrund der Lage kann es sich nur um den Ort “Romsthal” handeln.
 
7089 Der Ort “Mul” / “Mul” konnte in der TÜK 200 nicht identifiziert werden.
 
7099 Die Namen der Orte “Urnshausen” (7099) und “Wiesenthal” (7100) sind in beiden Karten vertauscht.
 
7100 Vgl. Anmerkung zu Nr. 7099.
 
7104 Hier liegt ein Lagefehler in der Originalkarte vor. “Gehaus” liegt östlich von “Oechsen” (7187).
 
7110 Der Name “Muczler” (= ”Motzlar”) ist hier im Nachdruck falsch, er müsste bei Nr. 7114 stehen, wo er allerdings fehlt. Bei diesem Ort handelt es sich um “Neuswarts”. In der Originalkarte fehlt die Beschriftung.
 
7114 Hier fehlt im Nachdruck der Ortsname. Es handelt sich um den Ort “Motzlar” (vgl. Anmerkung zu Nr. 7110).
 
7124 Die Gleichsetzung von “Langenbieber” mit dem in der Originalkarte mit “ober” bezeichneten Ort ist fraglich.
 
7179 Der Ort “Nieder-Moos” (Originalkarte “Most”) ist im Nachdruck als “Veitshaim” (7262) bezeichnet. Das ist falsch. “Vaitshain” ist der in beiden Karten mit “Vensham” (7184) bezeichnete Ort.
 
7186 “Ligfelt” (= ”Stadtlengsfeld”) liegt außerhalb des Blattschnittes und ist nur am Rand des Nachdruckes verzeichnet.
 
7187 Hier ist im Nachdruck nochmals “Ligfelt” verzeichnet. Es handelt sich aber um den Ort “Oechsen” (richtig im Original: “Ogen”).
 
7241 Hier wird im Nachdruck ein zweiter Ort mit dem Namen “Schlicz” bezeichnet (vgl. 7246). Hier kann es sich nur um den in der Originalkarte mit “Obershausen” bezeichneten Ort “Ullershausen” handeln.
 
7262 Dieses “Veitshaim” im Nachdruck ist nicht identisch mit dem richtigen “Vaitshain” (7184) (vgl. Anmerkung zu Nr. 7179).


Fulda-Namensliste.pdf

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Verzerrungsnetz des Originals

"DESCRIPTIO DITIONIS FVLDENSIS", 1574 (1579)
 

© 2000 Kleim

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Verzerrungsnetz des Nachdruckes

"BVCHAVIAE siue FVLDENSIS DITIONIS TYPVS", 1574 (1603)
 

© 2000 Kleim

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