GML-basierter Austausch produktneutraler Geodaten

GML-basierter Austausch produktneutraler Geodaten

Förderung: Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw).

Laufzeit: 04.2007 - 03.2010


Zum Austausch mit anderen Institutionen bzw. zur Datenabgabe benötigen Datenprovider wie das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw) ein neutrales, standardisiertes Datenformat. Für den interoperablen Austausch von Geoinformationen entwickelt das Open Geospatial Consortium (OGC) die Implementierungsspezifikation Geographic Markup Language (GML). GML wird von vielen Organisationen und Firmen unterstützt und ist auf dem Weg eine internationale Norm der ISO 19100-Familie werden.

In vorangegangenen Projekten wurde untersucht inwieweit GML zum Austausch von sehr komplexen militärgeographischen Grunddaten geeignet ist. Dazu wurden Schnittstellen für die Produkte Dynamo und Geomedia der Firma Intergraph prototypisch implementiert. Für einen modellbasierten Datenaustausch zwischen DynamoNT und GML 2 wurden bidirektionale Schnittstellen für Anwendungsschemata und Daten entwickelt. Die Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass militärgeographische Grunddaten mit GML prinzipiell übertragen werden können. Für einige in GML2 vorhandene Defizite konnten spezifische Lösungen aufgezeigt werden.  

Dynamo_GML_prototyp.bmp.jpg

Auf Grund der zunehmenden Verwendung von Daten im GML-Format zum Datenaustausch sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich wurden nun auch Untersuchungen zum Leistungsumfang und zur Interoperabilität von kommerziellen GML-Produkten durchgeführt.  Auf der Basis der gewonnen Erfahrungen wird ein Vergleichsmodell für GML Produkten abgeleitet und Empfehlungen für die Verarbeitung und Visualisierung von GML Daten gegeben.

Da GML Version 3 eine sehr umfangreiche Spezifikation darstellt, wird meist nur eine Teilmenge der zur Verfügung gestellten Elemente für die Erstellung eines konkreten Anwendungsschemas verwendet. Daraus resultierende Unterschiede in der Kodierung von Daten unterschiedlicher Anwendungsschematas können eine Datenintegration erschweren. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Definition eines GML-Profils, welches nur die benötigten Elemente der Gesamtspezifikation, die für die Kodierung von Anwendungsschematas eines bestimmten Fachgebiets notwenig sind, enthält. In diesem Zusammenhang wird ein „MilGeo GML-Profil“ in Zusammenarbeit mit dem AGeoBw erstellt und bei der Digital Geospatial Information Working Group (DGIWG) und bei OGC eingebracht.



Ansprechpartner: Stefan Strobel

 

Veröffentlichungen:

Shi, W.; Joos, G.; Reinhardt, W.: Management of spatial features with GML. In: 4th AGILE Conference on Geographic Information Science - Proceedings. 2001

Shi, W.: Zum modellbasierten Austausch von Geodaten auf Basis XML. Dissertation. In: Schriftenreihe des Studienganges Geodäsie und Geoinformation der Universität der Bundeswehr München (Nr. 77). 2004

Strobel, S.: Anwendung von GML als herstellerübergreifende Geodatenschnittstelle. 7. Seminar GIS im Internet, Universität der Bundeswehr München. 2004

Strobel, S.: Die Bedeutung von Profilen für den Datenaustausch mittels GML. 42. Sitzung der Arbeitsgruppe Automation in Kartographie, Photogrammetrie und GIS (AgA), Wien. 2005

Strobel, Stefan; Reinhardt, Wolfgang (2007): Die Bedeutung von Profilen für den Datenaustausch mittels Geography Markup Language. In: Mitteilungen des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie, Band 39.